Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 2 (1838)
- Issue
- Heft 91 (31.7.1838)
- Date
- 1838-07-31
- Page
- Seite 368 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Mentioned entities
- Brzeg 1× ep/1044274
- Elberfeld 1× ep/1047889
- Frankfurt (Oder) 1× ep/1047903
- Gardelegen 1× ep/1044590
- Gniezno 1× ep/1002376
- Grudziądz 1× ep/1044643
- Głogów 1× ep/1047915
- Halberstadt 1× ep/1047932
- Krotoszyn 1× ep/1047664
- Legnica 1× ep/1045053
- Malchin 1× ep/1045119
- Rousínov 1× ep/1047624
- Salzwedel 1× ep/1045616
- Seesen 1× ep/1048106
- Teterow 1× ep/1045835
- Trzcianka 1× ep/1048101
- Wrocław 1× ep/1002369
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368 Gebäudes, an dessen Aufführung wir unablässig arbeiten, der Erste niedergelegt worden — so ist es wahrlichl an der Zeit, einen Blick über das Ganze gleiten zu lassen, und den bisherigen Gang, das bisherige Wachsthum naher zu betrachten. Derjenige hatte sich geirrt, der uns die sanguinische Hoffnung untergeschoben, es würde mit Einem Male, oder in kürzester Zeit sich die öffentliche Meinung so thatkraftig äußern, daß die pekuniären Mittel alsbald disponibel sein würden. Dem stand zu Vieles entgegen. Das vielköpfige Publikum mußte erst durch vielfache Stimmen und durch glänzende Beispiele überwunden, der Jndisssrentismus der Einen, namentlich der Begüterten, angeregt, die Vorurteile Vieler, namentlich der Orthodoxen, beseitigt, die Selbstsucht Mancher, namentlich der Führer der Gemeinden, bekämpft werden; die Anerkenntnis des Bedürfnisses mußte zuvor verallgemeinert werden. Es war daher nicht anders als abzufehen, daß es Anfangs langsam, aber mit jedem Schritte nach vorwärts desto schneller gehen würde. Sehen wir nun auf die Stimmen, die sich dafür laut werden ließen: so sahen wir hier den Herrn 1)r. Ister die Angelegenheit in unpartheiifchcr Würdigung, den Herrn vr. Geiger in wissenschaftlicher Beziehung, den Herrn Dr. Holdheim in religiösem Interesse, discutiren, außerdem predigten Sachs und Mannheimer in noch ungedruckten Predigten darüber, und wir selbst haben Briefschaften von den mannigfaltigsten Farben empfangen: Die Nothwendigkett der pcoponirten Institute war somit anerkannt. Mehr noch lagen billigende Stimmen in dem Beispiele selbst. Ln dcrThatsache. Ueberschauen wir die Gemeinden, die sich bis jetzt dafür wesentlich interesft'rt und erklärt haben, so stehet voran: Hamburg mit (bis jetzt eingelaufenen) 2163 Thlr., Königsberg mit 1249.; Thlr., Magdeburg mit 1118z Thlr. Diese drei Gemeinden haben somit schon nach §. 8. der vorläufigen SubscriptLonsparrikeln das Anrecht, Abgeordnete zu der Berathungsdeputation zu stellen. Unter Tausend Thalern zeichneten die Gemeinden: Braunschweig, Glogau, Frankfurt an der Oder, Tilsit, Posen, Liegnitz, Lissa, Hohenems, Kassel, Brieg, Sondershausen, Dessau. — Unter Hundert Thalern zeichneten die Gemeinden: Graudenz, Wittstock, Bielefeld, Stavenhagen, Krotoschin, Klötze, Wolfenbüttel, Gnesen, Teterow, Danzig, Schwerin, Schönebeck, Oletzko, Grevismühlen, Bonn, Förden, Schmaleningken, Schönlanke, Salzwedel, Dramburg, Leobschütz, Wittenburg, Seesen, Lüneburg, Elberfeld, Hürden, Neiße, Malchin, Hoym, Harburg, Münster, Gnoyrr, Neustadt a. R., Penzlin, Grabow, Cröpelin, Mißlitz, Neustadt b. O-, Betgard, Cörlin, Zachau, Gardelegen, Rathenow, Rummelsburg, Waren, Bergheim, Catvöcde, Warin, Sandberg, Neukirchen. Außer diesen Gemeindesammlungen, empfingen wir noch eine Menge einzelner Zeichnungen, namentlich von Berlin, im Betrage von 384 Thlr., von Wren 255J Thlr., von London 166z Thlr., Prag 117?, Coswig 112, Leipzig 160, Breslau 57, Schmieget 50, Landsberg a. W. 50, Koburg 30, Leyden 26?, 5?adel 32, Halberstadt 20, Cdenkoben 61, Warasdin 20z, Neuraußnitz 13 Thlr. u. s. w. u. s. w. Wenn also 65 Gemeinden, und eine Zahl Einzelner, wenn in der Gesammtsumme 1500 Männer sich bereits für eine Angelegenheit thatkraftig erklärt haben, so fällt jeder Vorwurf der Einseitigkeit hinweg, wir können, ohne individuell zu erscheinen, auf das gute Recht weisen, und jedenfalls selbst eine objektive Ueberzeugung hegen, den rechten Weg zu gehen. Betrachten wir nun einen Augenblick etwaige Einwürfe, so können wir mit gutem Bewußtsein sagen, daß auch/ nicht ein einziger wohlgegründeter, und richtig und speciell motivirter, uns zugekommen ist. Wir bedauern dies um so mehr, da man dann doch Gelegenheit gehabt hätte, ihn zu entwaffnen. Dies steht fest, und ist die praktischeste Widerlegung: unsere Theologie wird jetzt nirgends gelehrt, in Deutschland, alle Männer, die jetzt die Theologie studiren oder eben studirt haben, mußten sich dieselbe von verschiedenen Stellen zusammenholen, oder autodidaktisch erstreben. Nun frage ich, was kann man diesem einzigen schlagenden Beweise entgegenstellen? Was kann aus einer Theologie werden,'die nicht gelehrt wird? Dies ist die nackte Thatsache. Zwar erinnern wir uns des Schreibens eines Rabbinen einer großen Gemeinde, der meinte: er habe schon einige Schüler ausgestellt, mit denen er sehr zufrieden sei — und hierauf unterblieb die Subscription in seiner Gemeinde, die gewiß sehr zahlreich ausgefallen wäre — indeß das genügt schon. Freilich laust hier Vieles auf die Gegensätze hinaus, die auf die jüdische Welt jetzt von zwei Extremen her drängen, und die durchaus alleinige Geltung für sich in Anspruch nehmen, und das ganze Judenthum, wie es allein unser Bestreben ist, beseitigen wollen. Aber die Erfahrung hat es uns hinlänglich erwiesen, daß die große Masse durchaus für die Angelegenheit gestimmt ist, aber eben immer eines Führers, eines Hebels bedarf. Nirgends, wir sagen, nirgends ist die Sammlung fehlgeschlagen/ wo sich