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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-07-31 · Heft 91 (31.7.1838) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 91 (31.7.1838)
Date
1838-07-31
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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ii. 34w«s. Allgemeine N». 91. Zeitung des Zudenthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit König!. Sächsischer allerg«ädigfter Concession.) Leipzig, den 31. Zuli 1838. Zeitungsnachrichten. London, 10. Zuli. In England schreitet die Sache der Freift'nnigkeit langsam, aber unaufhaltsam vorwärts, und die Hochtories mit all' ihrem mächtigen Einfluß vermögen es nicht zu behindern. So ist endlich die Angelegenheit mit den Universitäten um einen bestimmten Schritt vorwärts gelangt. Die Eide auf die anglikanische Kirche sind wenigstens bei der Immatrikulation auf allen Universitäten aufgehoben, wenn auch noch nicht bei der Promotion, so daß jetzt alle Dissenters, ff. auf diesen Universitäten studiren, wenn auch nicht promoviren können (auf anderen Universitäten steht ihnen das natürlich frei). — In der gestrigen Sizzung des Oberhauses nämlich, fragte Graf Radnor die Kanzler der Universitäten Oxford und Cambridge, den Herzog von Wellington und Marquis von Camden, was geschehen sei, um die im vorigen Jahre gegebenen Versprechungen, daß die Universitäten bedeutende Veränderungen in ihren Statuten vornehmen wollten, zu erfüllen. Der Herzog von Wellington wollte sich hierauf zu keiner weitern Antwort verstehen, als daß die Universitär Oxford eine Revision ihrer Statuten begonnen habe; er wünschte, das Haus möchte die Vorsteher der Universität ruhig ihre Arbeit fortsetzen lassen, und erst dann, wenn dieselbe beendigt wäre, und man die vorgenommenen Veränderungen nkcht billige, sich in's Mittel legen. Der Marquis von Cambden erklärte, daß der Matrikulations-Eid auf beiden Universitäten abgeschafft worden sei. Dieser Eid, der bei der Aufnahme von Studirenden abgelegt werden mußte, bezog sich auf die Glaubensartikel der anglikanischen Kirche. Er muß auch ferner noch geleistet werden, wenn ein Studirender an jenen beiden Universitäten sich um einen akademischen Grad bewirbt. Der Bischof von London versicherte noch, daß die Vorsteher und Mitglieder der Kollegien zu Oxford bereit und bemüht seien, die Statuten dieser Universität in allen Fällen, wo dieselben sich nicht länger in ihrer bisherigen Form durchführen ließen, zu verbessern. Berlin, 17. Juli (Privatmitth.). Wie ein rastloser Eifer von Kleinem zu Großem unaufhaltsam führt,.und selbst die Kältesten mitfortreißt, beweist von neuem der „Fünfte Jahresbericht über das jüdische Waisen-Erziehungs- Institut zu Berlin von Baruch Auerbach," der vor Kurzem erschienen. Den 30. April 1833 wurde dieses Institut, ohne Aussicht des Bestandes, ohne irgend eine feste Basis, ohne weitere Hoffnung als auf die Mildthatigkeit der Menschen, eröffnet; damals wurden vier Waisen-Knaben ausgenommen; im vorigen Jahre stieg die Zahl auf zehn, jetzt hat sie sich bereits zu 14 erhoben, und ist im glücklichsten Wachsthum begriffen. Die Einnahme belief sich im vorigen Jahre auf 3123 Thlr., wovon nur 1166f Thlr. durch jährliche Beiträge und 204 Thlr. als Zuschuß vom Gemeinde-Vorstände geleistet, die extraordinären Geschenke sich aber auf ca. 1332 Thlr. belaufen. Die Ausgaben der trugen nur 1263| Thlr. und der Ueberschuß wurde zum Fonds geschlagen, der von 8300 Thlr. sich zu 10,150 erhob. Aber das erste und letzte Blatt bringen noch erfreuliche Nachrichten, die nach dem Schluffe der Berechnung und des Druckes eingelaufen. Denn das letzte Blatt bemetdet, daß eine kürzlich verstorbene Dame der Anstalt 5000 Thlr. vermacht, und das erste, daß Se. Maj. der König ihr, mittelst Allerhöchster Ordre vom 22. April die Rechte einer moralischen Person zu dem Zwecke verliehen, daß sie als solche befähigt sei, Grundstücke und Eapitalien auf ihren Namen zu erwerben rc. Dadurch wird die Anstalt befähigt, sich immer mehr auszudehnen, und' die Zahl der aufzunehmenden Knaben immer mehr zu erweitern; drei Knaben sind im Begriff, die Anstalt zu verlassen, und sich einem tüchtigen Stande zu widmen. Der Menschenfreund kann der Anstatt nur ferneres schönes Gedeihen wünschen, und den Begründer und Leiter bitten, nkcht zu ermüden. Der Bericht enthalt viele schöne und gute Bemerkungen, die nur etwas mehr Plan und Ordnung bedürften. Da der Herr A. die Jahresberichte benutzt, um anregende Ideen darin niederzulegen, was allerdings den Zweck der Berichte nur hebt, so könnte er mit der Zeit, die Orphanotrophie oder Orphano-Pädagogik, wie man es nennen will, systematisch behandeln. Jedenfalls ist die Wärme seines Ausdrucks, und der edle Sinn seiner Bestrebungen rühmlichst anzuerkennen. Theologie. Dieersteu Ich u tan send zur Fondirung der jüdisch-theologischen-Facultät. Ein halbes Jahr ist seit dem Beginn der Subscrkptionen verflossen; seitdem ist von den Zehn Grundsteinen des

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