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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1870-08-30 · Heft 35 (30.8.1870) · p. Seite 687

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
34 (1870)
Issue
Heft 35 (30.8.1870)
Date
1870-08-30
Page
Seite 687 (sequence 7)
Language
German
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687 in der hebräischen Sprachkunde und Literatur rühmlichst bekannte Verfasser dieser Vorlesungen auf dem dogmatischen Gebiete nur schwach, wie z. B. in der vorliegenden Schrift die Begründung der Moralität im Menschen und des geoffenbarten Moralgesetzes nur unzulänglich und das Ganze sehr lückenhaft ist. Wir beziehen uns auf unsere frühere Beurtheilung des Buches. Die Uebersetzung ist gut und verständlich. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Berlin, 16. August. iPrivatmitth.) Nachträglich bitte ich noch die Anmeldung des Rabbiners Neh. Brüll in Bisen;, design. Rabbiners in Frankfurt a M., und dessen Bruders Brüll, eanä. theologiae, zu registriren. Die Referate der Commissionen für die Synode werden bald dem Publicum vorgelegt werden. Hoffentlich wird die traurige Kriegsflamme bis zur Versendung dieser Referate verloschen sein, da diese einer friedlichen unparteiischen Beurtheilung ruhig entgegen sehen. Möge aus dem wichtigen Inhalte der Bearbeitungen die Bedeutung, ja die Nothwendigkeit der Synodalberathungen allenthalben erkannt und gewürdigt werden! Aub. Berlin, im August. (Privatmitth.) Wenn wir uns die im Julihefte des „Central-Blattes für die gesammte Unterrichts-Verwaltung in Preußen" veröffentlichten Tabellen der Frequenz der Gymnasien, Real- und höheren Bürgerschulen während des Sommersemesters 1869 ansehen und prüfen, so erkennen wir dieselben außerordentlich hohen Zahlen für die jüdischen Schüler. Man halte bei den folgenden Angaben in der Erinnerung, daß im preußischen Staate auf 72 Seelen 1 Jude kommt. Es wurden die sämtlichen Gymnasien von 58,489 Schülern besucht; darunter waren 4795 Juden. Es war demnach schon unter 12 Schülern 1 Jude, und es kam auf 8 evangelische und 3 katholische 1 Jude. Es besuchten also 6 mal so viel Juden die Gymnasien als im numerischen Verhältniß auf sie kämen. D i e V o r - schulen zu den Gymnasien wurden von 7496 Schülern besucht, darunter 781 Juden, so daß auf 9 Schüler 1 Jude kam und zwar auf 8 evangelische 1 Jude, während mehr Juden als Katholiken diese Vorschulen besuchten. Das Verhaltniß war hier also für die Inden noch günstiger, da 8 mal soviel Juden in diesen Vorschulen sich befanden, als das Zahlenverhältniß der Bevölkerung ergeben hätte. Auf den Progymnasien ist das Verhältniß nicht so bedeutend; unter 3012 Schülern gab es 200 Juden, so daß unter 15 Schülern ein Jude, und zwar auf 6 evangelische und 8 katholische, also ungefähr 5 mal soviel Juden als nach der Bevölkerungszahl. Auf den Vorschulen zu diesen Progymnasien waren 34 Juden unter 223 Schülern, also der siebente Schüler ein Jude, und zwar auf 5 evangelische, während die Katholiken nur halb so viel wie Juden waren. Hier waren also 10 mal so viel jüdische Schüler als nach der Bevölkerungszahl. Dieses Verhältniß auf den Vorschulen erweist, daß für die Zukunft das Frequenz - Verhältniß der Juden noch günstiger sein wird. Im Ganzen waren die Gymnasial-Anstalten von 5810 Juden besucht. Wir kommen zu den Realschulen, und zwar I. Ordnung. Hier befanden sich unter 21,6! 5 Schülern 1817 Juden, so daß der zwölfte Schüler ein Jude war, und zwar auf 9 evangelische und 2 katholische. Die Frequenz der Juden war also 6 mal so groß wie ihr Bevölkerungsverhältniß. Auf den Vorschulen zu diesen befanden sich unter 3202 Schülern 284 Juden, so daß also der eilfte Schüler ein Jude war, und zwar auf 9 evangelische und 1 katholische 1 Jude. -Nach der Bevölkerungszahl waren also 6^,2 mal mehr Juden. Die Realschulen II.Ordnung wurden von 3436 Schülern, darunter 677 Juden besucht. Der fünfte Schüler war also ein Jude, und zwar auf 1 evangelische 1 Jude und 3 mal so viel Juden als Katholiken. Es gab auf diesen Schulen also 14 mal so viel Juden als auf ihre Bevölkerungszahl käme. Noch bedeutender war dieses Verhältniß auf den Vorschulen zu diesen Realschulen II. Ordnung. Denn Unterlid Schülern gab es 265 Juden; der vierte Schüler war ein Jude, nur 3 mal so viel evangelische, 3 mal mehr Juden als Katholiken, 18 mal mehr als die Bevölkerungszahl. Auf sämmtlichen Realschulen befanden sich 3043 Juden. Geringer ist das Verhältniß der Juden auf den h öcheren Bürgerschulen. In Ordnung A be-

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