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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1870-07-26 · Heft 30 (26.7.1870) · p. Seite 598

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
34 (1870)
Issue
Heft 30 (26.7.1870)
Date
1870-07-26
Page
Seite 598 (sequence 6)
Language
German
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598 ber, ein Deutscher, aus diesem angeblichen Raschi-Commentar viele französische Wörter (7V22) als für ihn ohne Werth ausgelasien. Zn Folge dieser irrthümlichen Annahme hat Rabbinowitz bei seiner Collationirung des gedruckten Raschi-Textes mit dem genannten Codex an Hunderten von Stellen bemerkt: -02 a*rrb oder srv’b ■’S 'bi2. Er konnte sich diese Mühe ersparen, wenn er wußte, daß sein Manuscript gar nicht den Commentar Raschi's, sondern den Gerschoms enthielt. Zomber weist nach, daß mit Ausnahme weniger Stellen die von Rabbinowitz als fehlend bemerkten Stellen sich in Rafchi zu Alsasi oder in Raschi zu En Jakob oder in Nimuke Josef zu Alsasi M. K. (fälschlich dem zugeschrieben 1 befinden oder daß die Zugehörigkeit zu Raschi aus andern Stellen des Raschi-Commentars oder aus Anführungen bei alten Autoren hervorgebt. Auf die Specialitäten dieses mit großer Gelehrsamkeit und umsasiender Kenntniß der rabbinischen Literatur zeugenden Nachweises, der auch die Arbeit von Rabbinowitz einer scharfen Kritik unterwirft, können wir hier nicht eingehen und begnügen uns, das für die Erkenntniß der betreffenden Schriften wichtige Ergebniß mitzutheilen. Gerschvm b. Jehuda hatte — wie u. A. aus desien im 77-22 77272 abgedruckten Commentar zu Bechorot hervorgeht — gar nicht die Tendenz, einen fortlaufenden Commentar zum Talmud (wie ihn eben Raschi später verfaßt hat > zu liefern, sondern nur hier und da schwierige Stellen zu erläutern, die seine Vorgänger nicht bearbeitet hatten. Raschi nun hat offenbar Gerschoms Arbeit über M. K. bei seinem Studium dieses Traetats zunächst zu ergänzen gesucht; das Resultat dieser Arbeit ist der in unfern Talmudausgaben vorhandene Raschi-Commentar, in welchem — abgesehen von selbstständigen Erklärungen Raschi's — dessen Zusätze zu der ursprünglichen Arbeit Gerschoms sich so wohl im Anfang der Gerschomschen Erklärungen als in der Mitte und am Ende finden. Dieser Commentar, der übrigens den crvcs-, ziemlich unbekannt geblieben, kann in seiner heutigen Gestalt um so weniger als Gerschomscher Commentar bezeichnet werden, da von mehr als 200 Stellen desielben sich Nachweisen läßt, daß sie Raschi's Eigenthum seien. Eine spätere vollständige Umarbeitung (N-r2 N“iV77i2) dieses Commentars ist aber diejenige, welche in Raschi zu Alfasi enthalten ist und den Alten bekannt war. — In einem ähnlichen Verhältniß als S2TP und «^>22 stehen wohl — zuweilen in umgekehrter Weise wie im vorliegenden Falle — die Raschi - Commentare im Alfasi und En Jakob, die man mit Unrecht Raschi absprechen wollte. Bei einem gründlichen Studium des Traetat Moed Katan dürfte die Arbeit Zombers nicht gut zu entbehren sein. Bonn, 14. Juli. Wir erhielten in diesen Tagen wieder ein großes Convolut von Druckschriften zugesendet. Sehen wir, was es uns brachte. — Der hübsch ausgestattete Caleudrier ä l’usage des israelites pour Fannie 5631 von Blum in Paris ist erschienen. Als Beilage enthält er eine schöne Rede Cr6mieux's vom 3. Februar 1870. — Die Präparationen von Freund und Marx, welche bereits zum Pentateuch in drei Lieferungen erschienen, werden jetzt zu den Psalmen fortgesetzt, und zwar ebenfalls in drei Lieferungen. Uebersetzung, kurze Inhaltsangabe und Worterklärung jedes Psalms. — Die Schlettersche Buchhandlung in Breslau giebt „Gelegenheitspredigten jüdischer Kanzelredner" heraus. Es liegen uns vor: der zweite Band, Confirmationsreden vom Lehrer Jakob Freund, der dritte Band, Grabreden vom Rabbiner Elias Karpeles, der vierte Band, Predigten bei besonderen die Gemeinde berührenden Beranlasiungen vom Rabbiner vr. Silberste in. In demselben Berlage erschien auch „Kurz und gut!" Zwanzig Predigten von Rabbiner Samson Gunzeuhauser. Auch eine einzelne Predigt vom Rabb. Dr. M. Joel in Breslau: „Ein alljüdisches Steuergesetz," Predigt zum Sabbat Schekalim. Der Gedanke, der dem Schekel-Gesetze einwohnt, ist, wie er hier auseinander gesetzt wird, nicht neu, aber die Wendung, die ihm gegen die gegenwärtigen Absonderungsgelüste einer gewisien Partei gegeben wird, ist sehr eindrucksvoll. Die einfache, und doch warm beredte Redeweise des Bcrfasiers sichert ihm die Zustimmung und Ueberzeugung seiner Zuhörer. Zeituugsuachrichte«. D eutschland. Bonn, 12. Juli. (Privatmitth.) Das Juniheft des „Centralblattes für die gesammte Unterrichts-Verwaltung in Preußen" enthält wieder eine Liste der

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