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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1870-07-05 · Heft 27 (5.7.1870) · p. Seite 539

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
34 (1870)
Issue
Heft 27 (5.7.1870)
Date
1870-07-05
Page
Seite 539 (sequence 11)
Language
German
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539 antwortlich zu machen, wenn durch diesen Vorgang der Jncidenzfall zur Höhe eines europäischen Conflicts gesteigert würde. Obwohl Minister Jepureano Anfangs lebhaften Widerstand leistete, so erschienen doch noch Nachts zwei Vertrauensmänner, die Herren Costaforo und Strat, bei dem österreichischen Generalkonsul, um mitzMheilen, daß die rumänische Regierung bereit sei, den verlangten Schadenersatz zu leisten. Damit war diese Angelegenheit beigelegt. Jassy, 18. Juni. Man tausche sich nicht- Die Gesinnungen der Bojaren sind hier in rührender Ucbereinstimmung mit denen des Pöbels, und die des Pöbels mit denen der Bojaren. Ich will Ihnen für heute nur Einen Fall erzählen. In Bakeu, einem kleinen Städtchen der Moldau, standen vor einigen Wochen sieben Rumänen vor Gericht, angeklagt, ein wehrloses jüdisches Ehepaar bei Nacht überfallen, beraubt und getödtet zn haben. Zu ihrem Vertheidiger war ein dortiger Advocat und Bojar bestellt. Dieser begann seine Rede mit folgenden Worten: „Was haben denn eigentlich diese armen Äute für ein Verbrechen begangen? Sie haben einen Juden und eine Jüdin erschlagen. Was liegt daran? sind eben zwei Juden weniger da. Ist es ja doch vom Standpuncte der göttlichen Gerechtigkeit betrachtet keine Sünde, einem Juden das Leben zu nehmen." Und dieses ist ein Mann, der auf Bildung Anspruch macht, der gleich den anderen Bojaren eine große Reihe von Jahren in den civilisirtesten Ländern zugebracht hat. b. Rußland. Warschau, 17. Juni. (Eingesandt). Wir werden ersucht, Folgendes zum Abdruck zu bringen. Der Vorstand der Warschauer Israelitischen Armen- und Waisen-Anstalt beehrt sich hiermit, das verehrte Publicum in Kenntniß zu setzen, daß die landesherrliche Negierung zu Gunsten des hiesigen israelitischen Armenhauses eine Pfänder-Lotterie genehmigt hat, bestehend aus 60,000 Loosen, ä 25 Cop. wovon die Hälfte von ununsern wohlhabenden Glaubensgenossen bereits an gekauft ist. Um die Veräußerung der andern Hälfte zu beschcunigen und die Ziehung im Laufe des Sommers noch zu ermöglichen, beeilte sich der Vorstand mit dem Ankäufe schöner, nützlicher und werthvoller Gegenstände, unter denen besondes ein silbernes Servis für 1000 Rubel und ein silbernes Theegeschirr für 450 Rubel hervorzuheben sind. Zur Ausstellung aller Gegenstände ist das prächtige Local der hiesigen Bürgerresource unentgeldlich eingeräumt und wurde selbe dieser Tage in Gegenwart Ihrer Excellenz des Grafen Statthalter Berg, des Präsidirenden im Hauptrathe aller Wohlthätigkeitsanstalten im Königreiche General-Lieutenant Roznow, des Präsidenten der Stadt General Witkowski und des Oberpolizeimeisters General Wlasow, eröffnet, indem sie nicht verfehlten die Aufmerffamkeit der hohen Gäste auf sich zu ziehen. Der Vorstand erlaubt sich somit, das höflichste Gesuch ergehen zu lassen, den Ankauf der noch zurückgebliebenen Loose befördern, wie auch die Zahlung für bereits angenommene, so schnell wie möglich entrichten zu wollen, um im Stande zu sein, die Rechnungen der höhern Behörde zur Bestätigung vorzulegen. Präsidirender H. Nußbaum. Correfpondenz. Conferenz der rheinisch-westphälifchen israel. Lehrer. Cöln, den 15. Juni 187 0. Wieder hatte sich eine Schaar älterer und jüngerer Lehrer in der Pfingstwoche zur regelmäßigen, jährlichen Conferenz versammelt. Die Zahl der Thellnehmer war eine verhältnißmaßig größere als je zuvor, und wieder bildeten die Lehrer Westphalens das bei Weitem größere Contingent, während Rheinland nur schwach vertreten war. Wir wollen den Grund hiervon localen Urustanven und nicht geringerem Jntereffe an den Bestrebungen auf dem Gebiete der Lehrerbildung und Hebung der 27*

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