Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 34 (1870)
- Issue
- Heft 21 (24.5.1870)
- Date
- 1870-05-24
- Page
- Seite 418 (sequence 10)
- Language
- German
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418 für Religionslehrer und Vorsänger, Lehrgelder an Handwerkerlehrlinge, Armenunterstützungen Mit besonderer Berücksichtigung der Wittwen von Cultusbeamten, so wie der Seminarzöglinge, Personalzulagen an isr. Religionslehrer, Unterstützungen an dürftige Gemeinden zur Bestreitung von Lehrergehalten u. s. w. bestritten und nur der sehr kleine Betrag von etwa 1100 fl. fließt der gr. Oberrachscasse zu, welche größtencheils durch Staatsbeitrag unterhalten wird. Ein derartiges Mißverständniß könnte übrigens nicht entstehen, wenn die gesetzliche Vorschrift, die Einnahmen und Ausgaben der israel. Centralcasse jährlich zur öffentlichen Kenntniß zu bringen, pünctlicher eingehalten würde. Bei vorurtheilsloser Betrachtung der Verhältnisse unserer Landessynagoge werden dieselben mit Ausnahme der allseits als unbillig erachteten Bestimmung über die Besteuerung außerhalb ihrer Heimathsgemeinde wohnender Israeliten, deren Aenderung jedoch durch gr. Oberrath längst angestrebt wird, als wohlgeordnete anerkannt werden müssen. B. C. Oesterreichischungarische Monarchie. Wien, 9. Mai. Gestern hat die übliche Jahresprüfung in dem israelitischen Taubstummen - Institute stattgefunden. Wie immer, imponirten die Zöglinge durch die Fertigkeit und Sicherheit, womit sie die an sie gerichteten Fragen durchgehends in der Tonsprache beantworteten; ja einzelne Zöglinge legten solche Proben von Gcdächtnißstärke, Denkkraft und Scharffinn ab, daß das zahlreiche gewählte Publicum sich oft lauter Beifallsrufe nicht zu enchalten vermochte. Für den Director des Institutes, kaiserlichen Rath Deutsch, und das ihm eifrig nachstrebende Lehrerpersonal liegt in solchen Resultaten ein würdiger und verdienter Lohn. —. Sie haben meiner Bemerkung Raum gegeben, wie wohlthätig der Kaiser persönlich auch gegen die Israeliten seines Reiches ist. Unter den Spenden des Kaisers, deren jede Woche eine Menge ist, besindet sich abermals eine solche von 200 fl. zum Bau einer Synagoge in Galizien. —. Die hiesige, seit 70 Jahren bestehende „polnische Gemeinde" will sich, wegen Auwachses chrer Mitgliederzahl, eine eigene Synagoge bauen, und richtet eine desfaüsige Bitte um Unterstützung an alle Glaubensbrüder aller Länder. Ihr Ansuchen wird auch von dem Vorstande der hiesigen israel. Cultusgemeinde befürwortet. Pest, 10. Mai. tPrivatmitth.) Der jüngst erwähnte Beschluß, daß die „israelitische Congreßcommisfion," gegenüber der jüngsten Resolution des ungarischen Landtages betr. der israelitischen Angelegenhetten, die bekanntesten außerungarischen Rabbinen um ein Gutachten über die Congreßstatuten angehen sollte, ist in diesen Tagen ausgeführt worden, und sind die bezüglichen Anschreiben, von Exemplaren des Statuts begleitet, abgegangen. Das Gutachten wird darüber erbeten: „lj Ob diese Statuten neue religionsgefährliche Lehren enthalten, oder überhaupt in irgend einer Weise gegen die herkömmlichen Satzungen verstoßen? 2) Ob diejenigen, die sich auf Grund dieser Statuten bereits constituirt haben, oder noch constituiren werden, wirklich als aus dem Verbände des bestehenden Judenthums ausgetreten zu betrachten sind und eine neue jüdische Secte bildend Es wäre zu wünschen, daß die Herren Rabbinen recht bald chre Gutachten einsendeten, um diese Angelegenheiten zu irgend einer Entscheidung führen zu können. Frankreich. Paris, im Mai. In diesen Tagen erschien das Bülletin der Alliance israelite universelle über das zweite Semester 1869 und die Generalversammlung vom 3. Februar 1870. Das Jahr 1869 war für die Alliance von sehr günstigem äußern Wachschum, namentlich hat sie mehr Verbreitung in Deutschland und Ungarn gefunden. Aus dem Berichte des Secretärs entnehmen wir, daß der Verein jetzt Schulen unterstützt zu Tetuan mit 214 Schülern, zu Tanger, wo die desorganisirte Schule wieder hergestellt wurde, und zwar mit 207 Schülern, Saffy mit 10 Schülern, Adrianopel mit 117 Schülern, zu Bagdad; zu Damaskus ist sie augenblicllich sistirt, wird aber wieder eröffnet werden, zu Jaffa mit 19 Schülern; einige andere sind im Angriff. Die Angelegenheit der Ackerbauschule zu Jaffa wird eifrig betrieben. Aus dem