Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 34 (1870)
- Issue
- Heft 20 (17.5.1870)
- Date
- 1870-05-17
- Page
- Seite 396 (sequence 12)
- Language
- German
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396 theilte sofort zahlen, oder es wird auf seine Habe Beschlag gelegt. Großbritannien. London, im März. Die große Centralsynagoge, ein schöner Bau, ist mit angemessener Feierlichkeit eingeweiht worden. — Die neue Schulbill, nach welcher aus den öffentlichen Schulen der Religionsunterricht beseitigt und jeder einzelnen Religionsgenoffenschaft überlassen wird, durchläuft die einzelnen Stadien der Gesetzgebung, und wird dann ohne Interpretier: und Verkümmerung in Ausführung gebracht. Auch hier zeigen sich die Engländer ebenso praktisch, wie voller Einsicht in diejenigen Mittel, durch welche die Religion wahrhaft gestärkt wird. Sie, die sonst so eiftig für jede religiöse Propaganda sind, wissen wohl, daß durch den Zwang für die Kinder anderer Confcssionen, dem specifisch confessionellen Unterricht einer anderen mehr oder weniger beizuwohnen, nicht die Bekehrung, sondern nur der Jndifferentismus befördert wird. Sie überlassen es den Deutschen, jede mögliche Theorie mit großem Scharfsinn und vielen Borurtheilen aufzustellen und tieffinnig zu motiviren — während sie handeln. Auch wird sich bei ihnen kein Minister im Parlament zu Grundsätzen bekennen, die er kurz vorher bekämpfte und die er gleich nachher durch seine Handlungen verläugnet. Gesetze und Rescripte so zweideutig abzufassen, daß spitzfindige Deutelei sic zu allem Möglichen verwenden können, überlassen die Engländer gewissen Continental -Ministern. Rumänien. Czernowitz, 2. Mai. Man telegraphirt von hier der N. ft. Pr.: Ein neuer Erlaß des rumänischen Ministeriums besagt, daß „Juden und Vagabunden" der Uebertritt über die Grenze nach Rumänien ferner nicht gestattet wird. Der hiesige kaufmännische Fortschrittsverein hat sich deßhalb telegraphisch an den Minister-Präsidenten Grafen Potocki gewendet, um die Intervention der österreichischen Regierung herbeizusühren. (Es kann dies nur ein Erlaß sein, der noch dem vorigen Ministerium angehört, denn das soeben neugebildete hatte schwerlich schon die Zeit, ein solches Rescript zu erlaffen. Zweifelhaft bleibt es jedoch, ob die neugebildete Regierung diesen Erlaß zurückrufen werde. Redaktton der A. Z. d. I.) Bukarest, 6. Mai. Nach officiellen Mittheilungen herrscht in Tetutsch wieder die vollste Ruhe, und ist die strengste Untersuchung über den Judenkrawall im Zuge. Auzei (\ e n. Bekanntmachung. Die hies. Lehrer- und Cantorstelle, verbunden mit einem fix. Gehalt von 290 Thlrn., wird am I. September cour. vacant und soll gleich wieder besetzt werden. Nebenverdienste stehen durch Privat-Unterricht in Aussicht. Unverheirathete Bewerber um diese Stelle wollen Ihre Zeugnisse an den Unterzeichneten Vorstand franco einsenden. Geldern (Rheinprovinz), im April 1870. G. Gornpertz, Vorsteher der Syn.-Gem. Geldern. Bei der Synagogengemeinde Bremke b/Götttngen ist die Religions- und Elementarlehrerstelle, womit auch der Vorbeteru. Schächterdienst verbunden und mit einem Diensteinkommen von mindestens 250 Thlrn dottrt ist, durch den Abgang des zeitigen Lehrers sofort oder baldthunlichfi wieder zu besetzen. Anmeldungen beim Vorsteher L. Meyerstein. Die hiesige Lehrer- und Vorbeterstelle ist vacant und gleich zu besetzen. Fixes Gehalt 3OOTHaler. Nebeneinkünfte 100 Thaler garantirt. Aspiranten. welche einige musikalische Kenntnisse, sowie die Fähigkeit als Schochet besitzen, werden vorgezogen. Wir bemerken noch, daß unser bisheriger Lehrer u. Dorbeter 23 Jahre ununterbrochen in unserer Gemeinde fungirte und dieselbe nur Familienverhältniffe halber jetzt verlassen hat. Qualificirte Bewerber wollen uMer Einsendung ihrer Zeugnisse sich baldmöglichst bei dem Unterzeichneten oder bei Herrn Oberrabbmer Kahn in Trier melden. Schweich b/Trier, den 26. April 1870. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Abraham Jfay.