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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1870-05-17 · Heft 20 (17.5.1870) · p. Seite 388

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
34 (1870)
Issue
Heft 20 (17.5.1870)
Date
1870-05-17
Page
Seite 388 (sequence 4)
Language
German
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raelitische Volkscalender" von Jakob W. Pascheles für das Jahr 5631 ist bereits erschienen, bringt daS Bild des Predigers Dr. Jellinek und einige nette belletristische Sachen. — Mit dem eben erschienenen sechsten Hefte schließt der erste Jahrgang der „Bibliothek jüdischer Kanzelredner", herausgegeben von Dr. M. Kayserling (Berlin, Springer. 1870). Dieser 1. Band befaßt die moderne jüdische Homiletik von ihren Anfängen bis zum Jahre 1830, mit welchem Jahre der 2. Band anheben wird. Der Strom wird hier breiter, wenn auch nur an einigen Stellen tiefer. Jedenfalls ist diese „Bibliothek" eine sehr schätzbare Arbeit, da sie bibliographisch und biographisch nahezu erschöpfend ist, und durch die Wiedergabe einiger der besten Products der jüdischen Kanzelredner ein gutes Kriterium für die innere und äußere Entwickelung auf diesem Gebiete giebt, zugleich aber auch durch die Menge der reproducirten Predigten dem Studirenden dieses Faches Vorbilder und Studienobjecte giebt, Jedermann aber zur Erbauung dienen kann. — Wie wir früher schon bemerkt, überlassen wir die Kritik der erscheinenden Predigten der gedachten Bibliothek; wir begnügen uns, deren Erscheinen anzuführen: „Nib Sefataim. Dreißig Predigten gehalten wahrend des jüdischen Calenderjahres 5629, im israelitischen Tempel zu Hamburg, vonvr. H. Jonas. Hamburg, 1870. Bei Frederking und Gras." — Bon der Bag ster'schen Polyglottenbibel in 8 Sprachen, 2 Bände Folio, erscheint in prachtvoller Ausstattung in 2 Foliobänden eine neue Ausgabe (15 Paternoster Row, London). Die Bibel bringt den hebräischen Text, die Sept., Bulg., englische, lutherische, französische, italienische und spanische Uebersetzung, das neue Testament griechisch und hebräisch, ferner den samaritanischen Pentateuch und Varianten zu den Sept. Das ganze Werk kostet 8 Guineen. Dieselbe Buchhandlung hat den reichhaltigen Katalog ihrer Bibelsammlung, hebräischer Grammatiken und Commentare ausgegeben. — Frau Fanny Neuda hat eine „Neue Folge" ihrer „Stunden der Andacht" (Breslau, Schletter, 1870) erscheinen lasten. Wenn dieses Büchlein sich auch nicht durch neue Gedanken und vorzüglichen Ausvruck bemerklich macht, so bringt es doch viele innig gefühlte nud der Fassung der meisten Frauen und Mädchen zusagende Gebete in den verschiedensten Lebeusmomenten. Hier mag die verehrte Berfafferin des Guten bisweilen zu viel thun, denn sie versorgt uns auch mit Gebeten „auf der Reise durch Wüsten" und „während eines Sturmes auf der See" (l) — „Die Zeichen der Zeit" vonvr. Chronik in Chicago erscheinen nicht mehr als Monatsschrift, sondern in zwanglosen Heften. — Gr. Becskerek, 27. April. In dem so eben vom „Institute" herausgegebenen Werke: „Beiträge zur jüdisch. Alterthumskunde. Von Leopold Löw," fand es Herr Löw für gut die Vorrede mit folgendem Passus zu schließen: „Das Capitel über Schem ha-Meforasch war schon gedruckt, als ich erfuhr, daß Herr Rabb. Oppenheim in einer Zeitschrift dieselbe Erklärung veröffentlichte. Um der Mit- und Nachwelt den Streit über die Priorität der Entdeckung zu ersparen, constatire ich, daß ich das betreffende Capitel im Juni 1869 dem Schwager des Herrn Oppenheim, Herrn Weiß in Wien vorgelesen habe." Ohne mich hier in einen Prioritatsstreit, den Herrn Löw gewaltsam provocirte, einzulassen, sehe ich mich genöthigt in Beziehung meines bemeldeten in der „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft deS Judenthums von vr. Graetz," Decemberheft 1869 veröffentlichen Artikels, auf das „Ein gesendet meines Schwagers Herrn I. H. Weiß in Wien, Neuzeit: dir. 16 S. 181, die geehrten Leser hinzuweisen. Herr Weiß bemerkt nämlich am Schluffe seines „Eingesendet": „Herr Löw hat aber auch den wunderlichen Einfall gehabt, aus dem angeführten mich betreffenden Factum auch sein Prioritätsrecht auf die ftagliche Erklärung abzuleiten. Der Umstand, daß Herr Löw mir das Capitel über Schem ha-Meforasch im Juni 1869 vorlas, soll beweisen, daß derselbe der Erste war, der die betreffende Erklärung entdeckte. Wo liegt aber hier der logische Zusammenhang? Ich meinerseits vermag einen solchen nicht anders herauszubringen, als wenn ich annehme, daß Herr Löw mit besonderer Absicht mein Berwandtschaftsverhältniß zu Herrn Oppenheim hervorhob, um gleichsam anzudeuten, daß Letzterer die ftagliche Erklärung von mir gehört haben mag, daß er mit, oder vielleicht trotz meiner Mitwiffenschaft ftemdes Eigenthum sich zueignete und der Oeffentlichkeit übergab, daß, mit einem Worte, mein Schwager ein Plagiat beging, das ich durch mein Stillschweigen unterstützte." „Diese Insinuation muß ich mit aller Entschiedenheit zurückweisen und erkläre, oaß ich von dem, was mir Herr Löw über Schem ha-Meforasch vorlas, weder mündlich noch schriftlich irgend etwas mei-

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