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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1870-05-10 · Heft 19 (10.5.1870) · p. Seite 374

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
34 (1870)
Issue
Heft 19 (10.5.1870)
Date
1870-05-10
Page
Seite 374 (sequence 10)
Language
German
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374 Auskunft über Ihre persönlichen Verhältnisse erhalten. Es kommt vornehmlich darauf an, zu erfahren, wo Sie geboren sind und wann, in welcher Facultät Sie promovirt haben, welcher Confession Sie angehören und welches bürgerliche Gewerbe Sic betreiben. Wir geben Ihnen anheim, uns diese Auskunft zu ertheilen und werden wir uns demnächst über unsere Stellung zur beregten Petition entscheiden können." Jndeß meint der hiesige Vorstand nicht, daß mit einer solchen Abfertigung genug geschehen, sondern daß von allen Seiten dem Reichstage das Gesuch zugehen müsse: die Gemcindeversassung nach dem Gesetze vom 23. Juni 1847 nicht eher aufzuheben, als bis eine andere an deren Stelle geschaffen sei. Oesterreichischungarische Monarchie. Wien, 25. April. Der Verein zur Versorgung hilfsbedürftiger Waisen der israelischen Eultusgemeinde Wiens hielt gestern nach Abschluß des (dritten) Trienniums seine statutengemäße General-Versammlung. Eröffnet wurde dieselbe mit einem von Dr. Leopold Kompert verfaßten Prologe: „Gottes Waisenkind", welchen das Vereinsmitglied Hofschauspieler Sonnenthal mit warmer Empfindung vortrug. Nachdem sich der Beifallssturm, der diesem Vortrage folgte, gelegt, erstattete der Obmann des Vereines , Herr Joseph R. v. Wertheimer, den Bericht des Vorstandes. Der Bericht constattrt mit Befriedigung, daß der Verein durch die ihm stets reichlicher werdenden Zuflüsse im Stande war, seinem humanen Wirken von Jahr zu Jahr größere Ausdehnung zu geben. Während der Verein im ersten Jahre nur etliche dreißig Waisen mit einem Aufwande von vierthalbtausend Gulden versorgen und unterstützen konnte, stellte sich im letzten Vereinsjahre die Zahl der in demselben versorgten und unterstützten Waisen auf 153 und die dazu verwendeten Geldmittel auf nahezu 11,000 fl. Während des ganzen neunjährigen Zeitraumes wurden 65,000 fl. zur Versorgung und Unrersrützung der Waisen verwendet, es wurden in diesem Zeiträume 214 Waisen (107 Knaben und 107 Mädchen) in Versorgung genommen, 137 davon stehen noch in Versorgung. Von den ausgeschiedenen 77 <35 Knaben und 42 Mädchen) hat sich der größte Theil einem sicheren Erwerbe zugewendet. Der Bericht betont am Schluffe die Ersprießlichkeit der Gründung eines eigenen Waisenhauses, indem sich nach den neunjährigen Erfahrungen herausgestellt, daß wohl für zwei Drittheile der Waisen der bisher eingeschlagene Weg (spccielle Beauffichügung durch Waisenväter und Waisenmütter) mit voller Beruhigung weiter verfolgt werden könne, für ein Drittheil aber die Errichtung eines besonderen Waisenhauses auzustteben wäre. Der Verein sei allerdings nicht in der Lage, aus eigenen Dritteln ein Waisenhaus zu errichten, da seine Fonds von 76,000 fl. für diesen Zweck nicht in Anspruch genommen werden könnten, ohne die Thätigkeit des Vereines zu hemmen. Der Vorstand ist jedoch der festen Zuversicht, daß zur geeigneten Zeit ein Appell an den in der hiesigen Eultusgemeinde herrschenden Wohlthättgkeitssinn nicht vergebens bleiben werde. Nach einer lebhaften Debatte, in welcher mehrere Mitglieder sich für sofortige Eröffnung einer Subscriptton aussprachen und Herr Sonnenthal für die Beschaffung der Geldmittel die Mitwirkung seiner Collegen in Aussicht stellte, wurden die weiteren Schritte zur Realisirung dieses Planes dem Vorstände übertragen. Schließlich wurden die bisherigen Vorstandsmitglieder Joseph R. v. Wertheimer, Leopold Breuer, vr. Max Engel, Gustav R. v. Epstein, Wilhelm Frankl, Wilhelm Gutmann und Or. Leopold Kompert mit Acclamation wiedergewählt und sowohl dem gesammten Borstande als auch dem Vereinssecretär Herrn Joseph Schiff für sein Wirken im Interesse des Vereines der Dank vottrt. Krakau, 26. April. (Privatmitth.) In der Skavinaer-Sttaße trifft man auf ein neues, dennoch jetzt schon im Verfall gerathenes Haus, das ist „das Israelitische Spital." Im Jahre 1863 begann man dieses Krankenhaus zu bauen, weil das alte zu klein und baufällig geworden. Die Chebra kadischa gab 30,000 fl., die CH. Bikur Cholim 15,000, der freigebige S. Deiches 10,000 fl. her und die weiteren Kosten wurden durch Besteuerung beschafft. Jetzt steht die Etage, in welcher sich die Kranken befinden, ausgebaut da, der ganze obere Theil des Gebäudes aber unbeendet, nicht einmal mit Kalk beworfen, so daß es binnen Kurzem verfallen wird. Aber auch die inneren Einrichtungen sind von ungenügendster Art. Die Zahl der Kranken ist äußerst gering, und dennoch fehlt es an den unentbehrlichsten Bequemlichkeiten. An der vom Arzte ordinirten Kost wird möglichst abgezwackt und die Be-

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