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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1870-04-19 · Heft 16 (19.4.1870) · p. Seite 313

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
34 (1870)
Issue
Heft 16 (19.4.1870)
Date
1870-04-19
Page
Seite 313 (sequence 9)
Language
German
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313 im Verwaltungsrath der Disconto-Gesellschaft wie im Vorstand des Vereins junger Kauftcute, war betrauter Verwalter zahlreicher und bedeutender Familien- und Privatstistungen u. dgl. So wurde er unter andrem von Meherbeer zum Curator seines bekanntlich sehr bedeutenden Nachlasses und zum Tcstamentsexecutor und Vormund seiner Erben ernannt, und schwerlich dürfte'Jemand im Stande sein, alle Vertrauensbeweise aufzuführen, die ihm durch die allgemeine Achtung seitens ganzer Verbände wie seitens einzelner Individuen in großer Menge und Ausdehnung zugeführt wurden. Es ist daher natürlich, daß die Kunde von seinem ganz plötzlich eingetretenen Tode die allgemeinste Theilnahme, ja Trauer verbreitete und die am 7. d. stattgcfundene Beerdigung, die dabei gehaltenen Gedachtnißreden der drei Rabbinen, sowie das großartige Gefolge aus allen Schichten der hiesigen Gesellschaft, gaben Zeugniß von diesen Empfindungen wie von der ungemein großen Achtung und Anerkennung, deren sich der Verstorbene während seines Lebens in den weitesten Kreisen der großen Stadt zu erfreuen hatte. Wenn thatsächlich bekundete edle Gesinnung und reich gesegnetes gemeinnütziges Wirken eines Religionsgenossen im Kreise seiner Glaubensbrüder auch über die Stätte seines unmittelbaren Wirkens hinaus Anerkennung und Achtung verdient, so erscheint cs angemessen, daß die Erwähnung des Lebens und Wirkens wie des Heimgangs eines durch solche Eigenschaften so hervorragenden Mannes, wie M. S. Baswitz es war, auch in dem verbreitetsten Organ seiner Glaubensgenossen bei Gelegenheit seines Hinscheidens ihren Platz finde. P . . . Klötze (Altmark), 5. April. Am 1. April verschied hier plötzlich an einem Schlaganfalle der k. Sanitätsrath Herr Dr. med. Phöbus Philippson. In einem etwas entlegenen Dorfe hatte er soeben eine schwere Operation glücklich vollendet, und tauchte die Feder ein, um ein Recept zu schreiben, während er sich höchst befriedigt vom Ausgange der Operation äußerte und Worte der Beruhigung zum Patienten und dessen Umgebung sprach, als er in die Arme einer nahe stehenden Person sank, und sofort todt war. Ter Verlust für die Seinigen, seine zahlreichen Freunde, Stadt und Land, woselbst er 35 Jahre practicirt, ist unermeßlich. Seine literarischen Verdienste sind bekannt. Er hatte noch nicht das 63. Lebensjahr vollendet. Seine Beerdigung fand am -1. unter der Theilnahme der ganzen Landschaft statt. Eine biographische Skizze wird dieses Blatt später bringen, wenn der Schnter; seiner Hinterlassenen einigermaßen überwunden sein wird. Seesen, 10. April. (Privatmitth.) Der Wunsch der Eltern, für ihre Söhne das Recht zum einjährigen Militärdienst zu erlangen, ist bekanntlich ein allgemeiner und nicht unberechtigter. Dringende Bitten der Angehörigen, daß die Jacobson-Schule sich gleichfalls um diese Berechtigung bewerben möge, veranlaßten das Euratorium zunächst bei der Oberaufsichtsbehörde, dem Herzoglich Braunschwcigschen Staatsministerium, die erforderlichen Schritte zu thun. Nachdem eine seitens der Regierung im November 1868 angeordnete Revision der Schule zur vollen Zufriedenheit der Behörde ausgefallen war, beförderte letztere das Gesuch des Euratoriums unter warmer Befürwortung an den Eanzler des Norddeutschen Bundes. Dieser stellte jedoch die Bedingung, daß die Jacobson-Schule zuvor den Plan einer vollständigen Realschule durchführe und namentlich eine neue Elaste hinzufüge. Seit Michaelis 1869 sind nun die bestehenden 5 Elasten um eine sechste vermehrt worden, so daß seit gedachtem Termin die Anstalt aus 6 einjährigen Curscn besteht. Auf die desfallsige Anzeige des Herzoglichen Staatsministeriums hat nun der Bundescanzler durch Rescript vom 13. März 1870 der Jacobson-Schule das Recht verliehen, diejenigen Schüler, welche mit Erfolg die erste Elaste absolvirt haben, mit dem Recht zum einjährigen Freiwilligendicnst zu entlassen. Durch bereitwilliges Entgegenkommen des Herzoglichen Staatsministcriums ist trotz der Kürze der Zeit noch eine Prüfung vor Ostern ermöglicht worden. Diese Prüfung siel, wie der Bericht im „Braunschw. Tagebl." ausführlich mittheilt, vorzüglich aus. Nürnberg, den 3. April. (Privatmitth.) Der Bau der hiesigen Synagoge, für welche die beträchtliche Exigenz theils durch freiwillige Beiträge theils im Wege der Umlage beschafft worden ist, schreitet munter vorwärts. Neuerlich hat nun die Gemeindeverwaltung beschlossen, die Stelle des Rabbiners im laufenden Jahre noch zu besetzen, um demselben Gelegenheit zu geben, bei der inneren Einrichtung des Gotteshauses :c. mitzuwirken. Von einer öffentlichen Ausschreibung der Stelle wird Umgang genommen,

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