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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1870-03-22 · Heft 12 (22.3.1870) · p. Seite 226

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
34 (1870)
Issue
Heft 12 (22.3.1870)
Date
1870-03-22
Page
Seite 226 (sequence 6)
Language
German
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226 ohne aus Mendelssohn ein Studium zu machen, doch etwas von ihm haben und wissen wollen, wird dieses Bändchen eine sehr willkommene Gabe sein, da es die beiden unbestritten bedeutendsten Schriften Mendelssohns enthält und durch die Lebensbeschreibung M's Persönlichkeit denen nahe bringt, welchen das vortreffliche Werk Kayserling's nicht zugänglich ist. — Von Predigte n liegt uns die „Bibliothek jüdischer Kanzelredner, herausgegcben von Dr. M. Kayserling'" bis zum 5. Hefte vor, und wird das 6. Heft den ersten Jahrgang dieses Werkes schließen. Die Sammlung erfüllt nach allen Seiten hin den beabsichtigten Zweck. Während die vielen mitgetheilten Predigten einen großen Stoff zur Erbauung für die Individuen und Familien, sowie zum Studium der Fachgenossen darbieten, geben die Biographien und die bibliographischen Notizen die vollständige Geschichte und Literatur der neueren jüdischen Homiletik. Der erste Jahrgang wird in sofern mit dem Jahre 1830 abschließen, als alle v or diesem Jahre zuerst aufgetretenen jüdischen Kanzelredncr behandelt sind. Wir wünschen lebhaft, daß die Betheiligung an diesem Werke eine genügende sei, um das Forterscheinen zu sichern. Würden alle die, welche predigen, das Unternehmen in ihren Kreisen fördern, dann freilich wäre nicht daran zu zweifeln. An einzelnen Predigten sind uns zugekommen: „Die Liebe im Judenthume, von Oberrabbiner Dr. Landau in Dresden." — „Mutterliebe, eine Grabrede von Landrabb. Dr. L. Adler in Cassel." — „Aus dem Westen. Neue Predigtsannnlung von Rabbiner Dr. Leopold Stein." Es ist uns nicht bekannt, ob von diesen „zwanglosen Heften" eine Fortsetzung erschienen ist. — „Rede zur Feier des 70. Geburtstages des Herrn Josef Ritter v. Wcrtheimer von Dr. A. Jellinek." — Von größeren Prcdigtsammlungen erhielten wir nur: „Predigten über die jüdische Religion. Gehalten im Gotteshause der jüdischen Reform-Gemeinde zu Berlin von Dr. Samuel Holdhcim, weiland Rabbiner und Prediger bei derselben. Vierter Band: Festu. Gelegenheitspredigten. Berlin, Jul. Benzian." Von Lesefibeln, hebräischen Elementarbüchern liegen uns recht viele vor. Voran „Haestcrs' Fibel oder der Schreib-Lesc-Unterricht für die Unterclassen der Volksschule, für israelitische Schulen bearbeitet von Emanuel Hecht, 0. (Stereotyp-Muflage. Essen 1868." Derselben ist die „hebräische Lesefibel von Hecht" hinzugefügt, welche der rühmlich bekannte Lehrer Blumenfeld in EHen überarbeitet hat. Die treffliche Methode, die gute Ausstattung und der wohlfeile Preis zeichnen dieses Werkchen aus, dessen immer wiederholte neue Auflagen von seinem Werthe Kenntniß geben. — Empfehlenswerth reihen sich hieran: „Erstes hebräisches Lese- und Sprachbuch zum Schul- und Privatunterrichte von Rudolf Fuchs, Lehrer in Wien. Erster Theil: Die Lesclehre. Zweiter Theil: Gebete und die Schöpfungsgeschichte. Wien, im k. k. Schulbücher-Verlag. 1860." — hebräischer Elementar-Unterricht. Erste Stufe. Von Dr. M. M a r x. 2. vielfach verbesserte und erweiterte Aufl. Gleiwitz 1867." Endlich, theils deutsch, theils ungarisch erschienen: „Erstes hebr. Alphabet- und Lesebuch für die israel. Jugend von I. I. Rosenmeyer und Josef Arvai, Pest 1870."— Von denselben Verfassern erschien auch eine biblische Geschichte, mit Bibelsprüchen versehen, in ungarischer und deutscher Sprache: Bibliai Törtenetek. S. A. Ujhely 1869." Es ist hier wohl der Ort, dem unermüdlichen Streben des Herrn Rosenmeher, deutsche und ungarische Bildung in der jüdischen Schule zu vermitteln, die dortige nationale Cultur zu heben, ohne die jüdische Jugend des deutschen Elementes verlustig zu machen, diejenige Anerkennung zu widmen, welche gerade solche Bemühungen in Zeiten der Erregung und des Kampfes am wenigsten zu erhalten pflegen. — Sind wir hiermit auf dem Boden der Geschichte angckommen, so haben wir unter den jüngsten Erscheinungen besonders hervorzuheben: „Histoire abregee des juifs et de lcurs croyances par Elie Aristide Astruc, Grand Rabbin de Belgique. Paris: Hachette u. Co. 1869." Allein dieses treffliche Werkchen .hat in Paris so herbe Angriffe von orthodoxer Seite erfahren, daß wir dasselbe einer genaueren Besprechung Vorbehalten müssen. — „Geschichte des hebräischen Volkes und seiner Literatur von Samuel Sharpe. Mit Bewilligung des Vcrf. berichtigt und ergänzt von Dr. H. Jolowicz. Leipzig und Heidelberg, E. F. Winter. 1869." Wir gestehen offen, daß wir die Gründe nicht begreifen, aus welchen der vortreffliche Ucbersetzer sich gerade dieses Werk zur Verpflanzung auf deutschen Boden ausgesucht hat, da es mit ganz oberflächlicher Kritik und ohne Kenntniß neuerer Arbeiten die biblische Geschichte von der Richtcrzeit bis Esra und Nchemia behandelt. — „Geschichte der Israeliten von den urältesten Zeiten bis auf die Gegenwart. Zum Gebrauch für Schule und

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