Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 34 (1870)
- Issue
- Heft 11 (15.3.1870)
- Date
- 1870-03-15
- Page
- Seite 209 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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209 daß, wie Eusebius und Hieronymus anführen, der ganze Landstrich südlich von Eleutheropolis Darom(as) genannt wurde. Dagegen S. 5 b wird eine Stadt ■wn als eine große Stadt genannt, während nur ein kleiner Ort rrrnn, heute Ruma, nachweisbar ist (vgl. Neubauer, 6eo§r. 203»; Heilpern unter «22p 12 ■'rr* #-i will in einer ausführlichen Untersuchung Nachweisen, ddß es ein Name für Caesarea „Klein-Rom" gewesen sei; in b. Ab. sara 18a sind die „Großen Roms" aber nichts anderes, als die römischen Machthaber in Palästina, wodurch auch das Bedenken F's S. 82 a, daß es doch eine große Stadt gewesen sein müffe, wegfällt. — Der 2. Abschnitt geht auf Sprachliches ein: die Unterschiede in der Aussprache der Palästinenser und einige grammatische Eigenthümlichkeiten dieses Idioms, und gibt ein Glossar von oft vorkommenden Wörtern »Partikeln zumeist) und eigenthümlichen Phrasen und Redewendungen, die der babylonische Sprachgebrauch nicht kennt. S. 10 b ist NTsbn nicht dt^.co/nu, sondern wie Asulai aus einem handschriftlichen Commentar anführt (",7irr -rr-» s. v.) aus « 72 b rrn synkopirt, was dem Gebrauche dieses Wortes als Einführungsformel von Erzählungen sehr gut entspricht. Die Sprache des j. T.'s verdiente übrigens eine selbstständige Untersuchung, und müßte in einer förmlichen Grammatik dieses Idioms bestehen. — Im 3. Abschn. kommen wir an die eigentlichen Hauprftagen: Die Textverschiedenheiten der beiden Talmude, besonders in der Mischna, von der drei abweichende Recensionen existirt haben sollen; den Unterschied vom babyl. Talm. in dem Eigehen auf die tradirte Halacha und überhaupt in der Lehrweise; die Anführung von Autoren, die nur in einem der beiden Talmude gebracht werden; die Redaction dieses Talmuds; die Haggada desselben. — b. Ab. sara 31 frägt R. Iochanan nach einer sr-iLp 22 n:-22, worunter hier nicht die Barajtha Bar-kappara's, sondern eine Textrecension der Mischna verstanden werden muß — Barkappara, als Schüler Rabbi's, konnte also einen eigenen Mischna-Text haben, wie F. (20 b) dies vermuthet. Zu den Varianten in der Mischna: Ketub. XIII, 3 werden zwei Lesearten in der Mischna namhaft gemacht 2'rtnEn br ibsc und 7ay ® -. — AusNedar. V, 5 ist ersichtlich, daß man briefliche Anftagen in Rechtsangelegenheilen an Gesetzlehrer richtete und darauf Bezug nahm ('127 smas rvnp n:n). Was die Frage betrifft, ob es zu Kodaschim eine jerus. Gemara gegeben, so ist zu bemerken, das Zacuto (■ponv' unter •)anv' '-i S. 151 Lond.) und Andere nach ihm (Lampronti unter außer Nidda von der Ordnung Toharot noch „fünf vollständige Ordnungen" des j. T. anführen, woraus sich also auf ein Vorhandensein des ftaglichen Traktates zur Zeit Zacuto's schließen ließe. Der 4. Abschnitt, der die Hälfte des Buches umfaßt, enthält eine Aufzählung der im j. Talm. vorkommenden Autoren mit größeren oder geringeren Stellenanführungen. — Im letzten Abschn. werden die heutige Textbeschaffenheit, die Drucke, die Commentare und das Leidener Manuscript besprochen. Zur Textvergleichung bietet der Jalkut, der den Jeruschalmi viel benutzt hat, freilich nach seiner Weise, untermischt mit anderweitigen Citaten, öfters gute Auskunft. S. 110b wird Taan. III, 12 citirt, wo durch Gematria mit «22« erklärt wird. Was F. zur Aufhellung dieser Stelle vom Commentator my p-ip dort anführt, gehört nach Jalk. Spr. o. 10 mit zur Stelle: srn2« 722 ns 7»« n:nn. rv2St '•:'i?2 N*7SN Dadurch erledigt sich auch das Zusätze S. 147 b Gesagte. — Berach. II, 1, wo von der richtigen Aussprache des nnrr im gehandelt wird, ist bei uns etwas ausgefallen. Die richtige im “na: «"2 t“i"n angeführte Leseart hat auch der Jalk. Deut. § 836 :rr|b“72 •©rmo -72b27. Das Verb. srytrr, aus dem der grammatische Terminus tjan entstand, kömmt im Babli nicht vor — in Palästina sind die masoretischen Kunstausdrücke gebildet worden. Wir schließen mit dem Wunsche, daß es dem geehrten Vers, gegönnt sein möge, auf diesen Prodromus bald auch das Hauptwerk, die Herausgabe und Erklärung des ganzen serusalem. Talmuds folgen zu lassen und glücklich zu Ende zu bringen. Rabb. D. Oppenheim. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Bonn, im Febr. (Privatmitth.) In der jüngsten Zeit häufen sich bekanntlich in der Wissenschaft, wie in den Parlamenten die Anträge und Verhandlungen über die Beseitigung der Todesstrafe. Ueberblickt man den bisherigen Verlauf der Debatten', so sieht man die schwachen Anfänge allmälig anwachsen, die