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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1870-02-15 · Heft 7 (15.2.1870) · p. Seite 128

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
34 (1870)
Issue
Heft 7 (15.2.1870)
Date
1870-02-15
Page
Seite 128 (sequence 8)
Language
German
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128 edlen Joachim Moses Friedländer Sohn. Treuer Schüler und Freund des Weltweisen Moses Mendelssohn. Gest, den 25. December 5595. Die deutscbe Aufschrift ist die wörtliche Uebersctzung der hebräischen und zeichnet sich durch Einfachheit und Bescheidenheit aus. Wir können von diesem schön ausgestatteten Werke nicht scheiden, ohne daffelbe den frommen Vereinen und Chedra Kadis cha's nachdrücklichft zu empfehlen. Es ist Pflicht der Rabbinen, die Bereinsvorsteher darauf aufmerksam zu machen, damit jede Chebra Kadischa im Besitze eines wisienschaftlich bearbeiteten Diaabar jabbok und Sefer Hachajim sein möge. Rabb. David Oppenheim. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Bonn, im Januar. (Privatmitth.) Daß, insbesondere auf Betrieb des Jesuitenordens, die römische Curie mit ihrer die katholische Kirche gegenwärtig beherrschenden Partei nicht allein ihre frühere Obmacht in den Zeiten des Mittelalters wiederherzustellen , sondern noch darüber hinaus die unbedingte Herrschaft über die civilisirte Welt zu erobern trachtet, wird jetzt von Tag zu Tag mehr erkennbar. Don liberaler Seite wundert man sich hierüber, und da die römische Curie seit alter Zeit im Besitz großer politischer Schlauheit zu sein den Ruf hat, fragt man sich, warum sie diese Versuche gegenwärtig, wo die unpassenste Zeit hierfür zu sein scheint, und mit solcher Offenheit anstcllt? Die Antwort liegt aber darin, daß durch die schroffe Entwickelung der Gegensätze die Curie und ihre Rathgeber alle im Katholicismus noch vorhandenen Lebenskräfte nothwendig auf sic hingewiesen glauben, daß diese allein in einer allgewaltigen Concentration aller Macht im römischen Stuhle die Möglichkeit ihres Bestandes erkennen und sich daher zu diesem Kampfe hingcben werden. Es gilt ihr demnach, die Gegensätze noch schroffer heraus und gegen einander zu treiben, und dies denkt sie durch die erhobenen Ansprüche auf Alleinherrschaft in der Menschenwelt zu bewerkstelligen. Sie will alle katholischen Kräfte in ihr Lager ziehen, alles was diesem Zuge nicht folgt, in das feindliche werfen. So macht man sich wenigstens zu einer zu fürchtenden Macht, und würde den Kampf wagen, wenn er in einem größeren Umfange sich entzünden würde. Alles Beschönigen, Verstellen, Nachgeben, muß hierbei beseitigt werden; je schärfer das Schwert, je blitzender die Waffe, je bestimmter die Richtung, wohin sie ausgestteckt ist, desto besser. Ist der Krieg entschieden erklärt, so kann auch die Mittelpartei nicht als solche bestehen bleiben, sondern muß sich für die eine oder die andere Seite entscheiden. — Betrachtet man den Plan aus diesen! Gesichtspunkte, so wird man ihn als genial und nach den Zeitumständen nicht unberechtigt erkennen müssen. Die Curie weiß wohl, daß, wenn sie nicht mit äußerster Kraftanstrengung austritt und neue Bollwerke sich schafft, der Verlust Roms nur eine Zeitfrage ist und die Strömung der Zeit das Machtgebiet des römischen Stuhls, wo es an das des Staates grenzt, immer mehr verkleinert. Was hätte sie also zu verlieren? Nichts, was sie im Falle der Indolenz und der Nachgiebigkeit nicht dennoch verlieren würde. Aber Gewinn kann sich reichlich für sie daraus entwickeln, da zu viele Jntereffen noch mit der römischen Curie verknüpft sind und ihre Getreuen nach Millionen zählen. Daß die obige Voraussetzung ihren thatsächlichen Grund hatte, ersieht man auch aus Folgendem. Die preußische officiöse „Zeidler'sche Correspondenz" enthält eine Mittheilung, die ihre Bedeutung durch den Platz hat, den sie in diesem ministeriellen Blatte erhalten. „Bekanntlich ist während des jetzt tagenden Concils zu Rom die schon in den Zeitungen mitgetheilte Bulle über die exeornmunieationes lntas sententiae Seitens des römischen Stuhles reproducirt. Es ist dies, soweit wir uns haben informiren können, nach ihrem wesentlichen Inhalte dieselbe Bulle, welche sonst die Abendmahls-Bulle genannt wurde, eine Bulle, an der die Päpste Jahrhunderte lang gearbeitet haben und deren abschließende Redattion in das Ponttficat Urban's VIII. (1627) fallen soll. Diese Bulle excoummnicirt und verflucht alle Ketzer und Schismatiker, so wie diejenigen, welche sie aufaehmen, begüustigeu und verth eidigen, also alle Fürsten und Magistrate, welche Andersgläubigen Aufenthalt in ihren Ländern gestatten. Sie excommuuicirt und

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