Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 34 (1870)
- Issue
- Heft 5 (1.2.1870)
- Date
- 1870-02-01
- Page
- Seite 98 (sequence 22)
- Language
- German
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98 4 M oses. 'Nen Stab, mir zu der Thier' und Menschen Züchtigung. G ott. Wirf auf die Erde ihn, und weich von hinnen schnell, Denn eine Schlange furchtbar wird's, zum Staunen Dir. Moses. Sieh her, geworfen ist's: o Du, erbarm Dich mein! Wie fürchterlich, wie ungeheu'r, Hab Mitleid mir. Wie schaud'r ich doch, wie zittern meine Glieder all'! G ott. O, fürchte nichts, die Hand ausstreckend, greife nur Den Schwanz, und wieder wird's ein Stab, wie's vorher war. Nun steck die Hand in Deinen Schooß, und zieh sie 'raus. Moses. Sieh, was geschah, wie Schnee ward plötzlich meine Hand. Gott. Bring' in den Schooß die Hand zurück, dann ist's vorbei. sllcber die Wunder führl er ati'o redend eins G ott. Mit diesem Stabe wirst Du alle Uebel thun. Des Landes Strom zuerst wird fließen eitel Blut, Die Quellen all' und Seen, worin die Woge wälzt; Der Frösche Meng' und Ameisen schick' ich herab; Darauf streu' aus Schmelzofens schwarze Asche ich, Ausbrechen schreckliche Geschwür' am Menschen dann; Hundsfliegenheer wird kommen, und zur Plage sein Aegyptens Männern; diesem folgen wird die Pest, Die hinrafft Alle, die verstockten Herzens sind; Berschlosien ist der Himmel: Hagel plötzlich fällt Mit Feu'r herab, und löstet schnell die Sterblichen, Zu Grunde geht die Frucht und auch des Feldes Thier; Drei Tage lang verbreit' ich dunkler Schatten Nacht, Heuschrecken werd' ich endlich senden, die den Halm Zernagen, und vernichten aller Früchte Keim. Zuletzt rödt' ich jedweden erstgebornen Sohn, Da wird zu Ende gehn Ruchloser Uebermuth. Nicht mir gehorcht der König Pharao, bis er Des Sohnes Körper wird zur Leiche haben, dann Wird, schreckensvoll, er gern entlasten meinen Stamm. Deshalb verkünde den Hebräern gleich: Der Monat, der zuerst im Jahre Euch erscheint, Da werd' ich führen in ein andres Land das Volk, Das ich des Jwristammes Vätern einst verhieß. Dem ganzen Volke sollst sollst Du dies verkünden: in Genannten Monats Mitte, in der Nacht vorher, Das Paschah opfernd eurem Gott, besprengt mit Blut Die Thüren, daß vorübergeh' in seiner Wuth Der Engel, und verzehrt in jener Nacht das Fleisch. Da wird mit Ernst der König senden 's ganze Volk. Dann, wenn Ihr ziehen wollt, werd' ich ertheilen Gunst Euch, wird das Weib vom Weibe fordern mannigfach Geschirr, und allen Schmuck, den um sich trägt der Mensch, Bon Gold und Silber, kostbare Gewänder auch, Daß sie Euch Lohn ertheilen für Vollendetes. Doch wenn zu euren eignen Gränzen ihr gelangt. Von jenem Tage, wo Ihr aus Aegypten floht, In sieben Tagen Euren Weg vollendend, dann Sollt Ihr die gleiche Zahl von Tagen jedes Jahr Verzehren Ungesäurtes, dienend Eurem Herrn. Und weihend ihm jedwedes erstgeborene Thier, Und Alles, was zuerst die Jungfrau Euch gebärt, Die Männlichen, eröffnend ihrer Mütter Schooß. (Noch einmal spricht über dasselbe Fest, genauer vorschreibends Gott. An dieses Monats zehntem Tag, empfange Du Nach der Familien Zahl die Schafe und des Stiers Untadlig reine Jungen, und bewahre sie, Bis nach dem zehnten Tag der vierte kommt, da sollt. Die Knochen opfernd mit den Eingeweiden, Ihr Verzehren dies, am Abend, wohlumgürtet, und Die Sohle an den Fuß gebunden, in der Hand Den Wanderstab; in Eile nämlich wird Befehl Der König geben, aus dem Lande schnell zu ziehn. Ein Jeder wird von Euch gerufen werden. Wenn Ihr opfert, in den Händen haltend Mopkraut, Taucht es in's Blut, besprengt die beiden Pfosten, daß Vorüberschreite den Hebräern, Euch, der Tod. Und ewig wahret dieses Fest dem Weltenherrn, Enthaltend Euch an sieben Tagen Sauerteigs, Denn da wird senden er Befreiung übler Zeit, Und freien Auszug diesen Monat Euch verleihn, Drum sei der Zeilen und der Monat' Anfang er. Hiernach erscheint ein Aegypter, der dem Tode im rothen Meere entkommen war, und beschreibt mit vielen Worten das Heer der Aegypter, die Verwirrung der Hebräer, die Errettung dieser, den Untergang jener. Hieran reihen sich einige Fragmente, in welchen ein Kundschafter dem Moses die Palmen und die zwölf Quellen beschreibt; dann auch einen wundersamen Vogel (Phönix). Zum Beweise, daß Ezechiel doch auch aus seiner nüchternen Redeweise heraustreten kann, fügen wir das Letztere hier an. Wir sahen ferner auch ein andres Thier, noch nicht Bekannt, anstaunenswerth, wie man's noch nirgends sah. Denn doppelt faßte er des Adlers Größe wohl. Mit buntgefärbtem Fittig, auch mit Farbenspiel Erschien der ganze Körper wohl verfehn; die Brust Zuerst erglänzte purpurnsarbig, röthelgleich Die Schenkel, und im hohen Nacken war er schön Mit safranreichgetränktem Wollenhaar geziert. Am Haupte glich er fast dem zahmen Haushahn, und Mit gelbem Augensterne schaute er umher, * r I