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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1870-01-25 · Heft 4 (25.1.1870) · p. Seite 75

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
34 (1870)
Issue
Heft 4 (25.1.1870)
Date
1870-01-25
Page
Seite 75 (sequence 19)
Language
German
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75 seiner Praeparatio evangelica, vom 17. bis zum 39. Capitel, verschiedene Stücke aus der Geschichte der Juden, die Alexander, der Polyhistor genannt, zusammengesetzt, indem er Stellen aus vielen, theils von Juden, theils von Griechen verfaßten Schriften zusammenstellte. Nachdem dieser Alexander Polyhistor, den Eusebius einen Mann von großer Einsicht und Gelehrsamkeit nennt, über Abraham den Eupolemus, Artapanus, Melo und Philo, über Jakob den Demetrius und Theodotns u. s. rv. angeführt hat, gelangt er im 26. Capitel zu Moses, besten Leben und Thaten er aus dem Eupolemus, Artapanus, Ezechiel, Demetrius und wiederum Ezechiel beschreibt. Dieser letztere habe in einem Drama, ««- yaryrj den Auszug der Hebräer aus Aegypten vorgestellt, von welchem im 28. u. 29. Cap. einzelne Bruchstücke überliefert werden, wie dieses auch noch von Anderen geschehen ist, worüber weiter unten. Er nennt ihn rbv xüv vQuyuidiüv TioiTjii'v, und Clemens Alexandrinus tov Tfdv >Jovduix(xir rQuyoidaöy notr^v. Wir sehen hieraus, daß er mehrere Trauerspiele über Gegenstände aus den Jüdischen Geschichten geschrieben, von denen nur die Fragmente dieses einen übrig geblieben. Es läßt sich aber leicht denken, daß die anderen, wie dieses, auch in griechischer Sprache verfaßt waren, wie er sich denn auch des griechischen Tragödienversmaßes bedient. Wir wisten von demselben sonst gar nichts, und können nur aus gewisten Umständen die Zeit seines Lebens muthmaßen, worüber ich zuerst die Meinung einiger früheren Gelehrten angeben will, die man aber meistens ohne Gründe angeführt findet. Der erste, der, meines Wissens dieselbe bestimmte, war Antonius Possivenus, der ihn auf 667 a. u. c., 87 v. d. gew. Zeitr. setzt. Mit seiner Autorität giebt die Pariser Biblioth. Patr. von 1654 83 v. d. gew. Zeitr. an. Darauf nennt Sixtus Senensis, und mit ihm Tentzelius das Jahr 40 v. d. gew. Zeitr. Bon diesen unterscheidet sich die Angabe von Le Mohne, dem Cave, Morhvs und Wolfs beistimmen, daß Ezechiel nach der Zerstörung Jerusalems zur Zeit des Barcocba, also ungefähr 150 nach d. gew. Zeitr. gelebt habe, eine Conjectur, die sie nur darauf gründen, daß Josephus seiner nicht gedenkt. Um aber die Zeit feines Lebens wahrhaft festzusetzen, können wir zuvörderst bestimmen, daß er vor dem Alexander Polyhistor, der ihn, wie wir gesehen haben, beim Eusebius anführt, gelebt habe. Bon diesem wisten wir aber durch Suidas, daß er vor und zur Zeit des Lucius Sulla, also ungefähr 100 v. d. gew. Zeitr., in Rom gelebt habe. Da wir aber nun ferner unzweideutig erwiesen haben, daß Ezechiel ganz wörtlich nach der Septuaginta gearbeitet hat, diese aber, wenigstens die Uebersetzung der Thora, unter Ptolemäus II. Philadelphus*) (st. 246) *) Die Ansicht des Dr. Grätz (III S. 477), daß die Thora erst unter Ptolemäus VI. Philometor, also in der Mitte des 2. Jhrhdts. vor d. gew. Zeitr. übersetzt worden, ist noch ganz.Hvpothese. (Bgl. Jost. Gesch. d. Jud. I. S. 10). abgefaßt worden, so müssen wir füglich annehmeu, daß Ezechiel in dem Zeitraum von 2OO bis loo vord. gew. Z eitr. gelebt habe. Hier durch aber ist es zugleich ausgemacht, daß er, jüdischer Nation, auch jüdischer Religion war, da die christliche damals noch nicht existirte, welches von einigen (wahrscheinlich verleitet, weil ihn nur christliche Kirchenväter anführen, was aber von gar keiner Bedeutung ist, da sic doch wohl über Dinge, die nicht zur christlichen Religion gehören, auch Schriftsteller anderen Glaubens anführen können und müssen) geglaubt, z. B. von Marg. de la Bigne, Jttigius, wie er auch unter den Poötae Cliristiani (iraeci Par. 1609. 8. seinen Platz fand, und von anderen, als Morhof, Cave I. e. als ungewiß erachtet wurde. Unserer Ansicht stimmten seitdem die neueren Forscher bei, wie Delitzsch (zur Gesch. d. jüd. Poesie, Leipzig 1836). 2 o st, Grätz u. A. Jedoch ist es immer auffallend, daß Josephus unsres Ezechiels gar nicht erwähnt, von dem er doch durch nicht zu großen Zeitraum getrennt gewesen, und der jenem Arisleias selbst eine Geschichte nacherzählt (Aul. Jud. XII. 2, 13), wie Theodektus, als er in einem Drama Begebenheiten, die in der Bibel erzählt werden, Vorbringen wollte, beinahe blind, und nicht eher von diesem Uebel befreit worden sei, bis er, die Ursache einsehend, das Geschriebene aussirich und Gott versöhnte, welche Geschichte Demetrius Phalereus dem Ptolemäus zur Antwort gegeben habe, da dieser fragte, warum noch kein Dichter die Gesetzgebung benutzt habe? Allein man erinnere sich, daß Josephus selbst dem Aberglauben sehr zugethan war und dem palästinensischen Pharisäismus huldigte, während in Alexandrien ein vielfach anderer Geist herrschte — man denke an den Tempel des Onias. Daß überhaupt die Dramen des Ezechiel über Aegypten hinaus nicht bekannt und erst dem fleißigen Sammler Alexander Polyhistor in die Hände fielen, ist leicht einzusehen. tsivrtsttznna folgl.» Der Hofjnde dreier Herrscher. Der französische Jude Samuel Bernard, der Sohn eines armen Malers, wurde im Jahre 1651 geboren und begann feine Laufbahn mit einem kleinen Kram, mit welchem er von Dorf zu Dorf hausiren ging. Glücklichen Speculationen und einer seltenen Geschäftsgewandtheit verdankte er einen großen Theil seiner Reichthümer, ohne je einen Fuß breit vom Pfade der Ehrlichkeit abzuweichen. Die ewige Geldverlegenheit und Ungeschicklichkeit des Finanzministers Chamillard unter Ludwig XII., die ununterbrochenen Kriege dieses Herrschers, aus welchen eine stetes Leere in den Staatscasten resultirte, diente vollends

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