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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1870-01-25 · Heft 4 (25.1.1870) · p. Seite 66

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
34 (1870)
Issue
Heft 4 (25.1.1870)
Date
1870-01-25
Page
Seite 66 (sequence 10)
Language
German
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66 stellenden Lehrer betr., hat der Abg. Holtzmann Bericht erstattet und den Antrag gestellt, den Entwurf, welcher die Rücksichtsnahme auf die Confession der anzustellenden Lehrkräfte bei Lyceen, Gymnasien und Pädagogien beseitigt, unverändert anzunehmen. Die Bad. Ldztg. schreibt: Das bekannte Erkenntnis des großh. Derwaltungsgerichtshofes über den Austritt einer Anzahl hiesiger Israeliten aus dem Verbände ihrer bisherigen Religionsgemeinde hat nun die Frage aufgeworfen, auf welchem der hier bestehenden zwei Kirchhöfe werden im Todesfälle die Ausgetretenen beerdigt werden? Dieselben sind strenggläubig und werden einen dritten Begräbnißplatz verlangen. Wir empfehlen ihnen den neuhergestellten, noch nicht eingeweihten Begräbnißplatz, welcher für die christliche ^Gemeinde bestimmt ist, und welchen diese lieber an anderem Orte sehen würde. Wenn cs hier noch zu einer Aenderung kommen könnte, würde die Gemeindebehörde sich den Dank Vieler erwerben; andernfalls in nicht langer Zeit gerechte Vorwürfe. Ferner: Durch das jüngst erlassene Erkenntniß großh. Berwaltungsgerichtshofs, die Gestattung des Austritts von Israeliten aus dem Cultusverband betr., ist der Bestand derjenigen isr. Gemeinden in Frage gestellt, in denen durch die Pflicht der Armenuntcrstützung eine große Steuerlast besteht. Es wäre nun im Jnteresse dieser Gemeinden und namentlich auch wegen der Beittagspflicht der fremden gewerbetteibenden Israeliten sehr erwünscht, wenn die schon längst angekündigte Kirchenverfassung demnächst in's Leben ttäte, damit die Zwitterstellung beseitigt und eine neue Grundlage nach dem Geiste der Zeit geschaffen würde. Aus dem Unterland, 3. Januar. Das Urtheil großh. Berwaltungsgerichtes, betteff. die Ausscheidung der bekannten Karlsruher orthodoxen Israeliten, wird voraussichtlich für die bad. Israeliten von großer Tragweite sein und für einen großen Theil der Landgemeinden erhebliche Mißstände Hervorrufen. Es werden für die Folge immer einige Landgemeinden gezwungen sein, einen Religionslehrer und vielleicht auch den Gottesdienst gemeinschaftlich zu halten und sie könnten dann für Lehrer und Gottesdienst mehr leisten, als bisher. Eine Unterstützung von der Centralcaffe und Centtalbehörde haben sie doch nicht mehr zu hoffen, weil wir keine mehr haben werden. Die Religionslehrer und Vorsänger auf kleinern Plätzen werden sich einen andern Beruf oder Stellen im Ausland suchen müssen. Hier blühen ihnen keine Rosen mehr. Die Zurückbleibenden werden sich gefallen lassen müssen, mehrere Stellen zu versehen. Wir empfehlen der Beachtung Berufener einen Punkt: könnte nicht erreicht werden, daß nach Einführung der Civilehe die kirchliche Trauung den Vorsängern übergeben würde, welche sich die hierzu nöthigen Kenntnisse aneignen müßten? Es werden ohnehin einige Rabbinate nach und nach in den Acheron versinken. Von der Tauber, 4. Jan. Auch in hiesiger Gegend wurde das vom großh. Verwaltungsgerichtshof in dem Rechtsstteit mehrerer Israeliten Karlsruhes wegen Beitrag zu den Cultusbedürfnissen ergangene Erkenntniß mit Freuden ausgenommen. Wir glauben nämlich, daß damit auch die Geltung jener schon mehrmals öffentlich besprochenen Verordnung vom 26. Juni 1826, bezw. vom 30. Januar 1849, die Umlagen zur Bestteitung der kirchlichen Bednrfnisse der einzelnen israel. Gemeinden re. betr., endlich einmal ihr Ende erreicht haben wird. Da diese, neben ihrer Härte, überhaupt nicht mehr zeitgemäß ist, so werden die auf dem platten Lande wohnenden Israeliten Badens durch deren Aufhebung von einem drückenden Alp befreit und jene in vielen kleinen Landgemeinden in Folge der sogen. Schatzungsregelung sich immer wiederholenden Feindseligkeiten und Klagereien von selbst aufhören. Karlsruhe, 14. Jan. Die Abgeordnetenkammer hat die Anstellung von Lehrern ohne Rücksicht auf die Confession an allen höheren Lehranstalten mit allen Stimmen gegen eine angenommen. Gladenbach in Hessen, 3. Januar. (Privatmitth.) Ein Stück Ulttamontanismus wird aus München berichtet, wo eine bekannte Zeitung darüber hoch entzückt ist, daß aus der russischen Stadt Kischenew und Umgegend 20,000 Judenfamilien verttieben wurden, und bedauert, daß ähnliches in Baiern nicht möglich ist. Wörtlich sagt das Blatt: „Das Todtschlagen wäre das Allereinfachste, allein das verbieten Christenthum und Gesetz, und so müssen wir sie wohl behalten bis an'sEnde der Tage, nachdem sie uns von den Liberalen

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