Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1870-01-18 · Heft 3 (18.1.1870) · p. Seite 42

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
34 (1870)
Issue
Heft 3 (18.1.1870)
Date
1870-01-18
Page
Seite 42 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3224737-3226744-3226748--27987-3301786
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

42 daß dergleichen Personen in Fabriken untergebracht schnell I bringen zweierlei Uebelstände mit sich: der eine, daß sie gute Arbeiter wurden und zu sehr guten Zielen gckom- I ihre Forderungen und Ansprüche an die Befähigung men. Man vereinigte sich schließlich dahin, durch das I der Lehrer sehr beschränken müssen, und dann daß sich Secretariat aus möglichst vielen Gemeinden Berichte I sür die große Mehrzahl der Stellen eben nur solche über die Einrichtung und Beschaffenheit ihres Armen--! Leute finden, welche diesen Stand als die letzte Hilfswesens einzuholen, das Material zu ordnen und daraus! quelle betrachten. Lehrer, welche ein Seminar besucht, die angemessensten Vorschläge für den nächsten Gemein-! die Prüfung bestanden und sich pädagogisch ausgebildet detag zu ziehen und die spateren Beschlüße durch den! haben, machen mit Recht höhere Ansprüche, und finden Gemeindebund zur Ausführung zu bringen.! sich, wenn diese nicht befriedigt werden, leicht veranlaßt, Einen Uebergang zu einem zweiten wichtigen Gegen- | zu einem anderen Lebensberufe überzugehen, wozu in stände ergab in leichter Weise das Unterstützungs-! unserer Zeit die mannigfaltigsten Gelegenheiten sich dar¬ und Pensio n swefen für die jüdischen Cul-! bieten. So ist es z. B. eine factische Unmöglichkeit, tusbeamten, Rabbiner, Lehrer, Borbeter u. s. w.! der Bestimmung des preußischen Gesetzes vom 23. Juli Hier liegt es so, daß die großen Gemeinden genü-! 1847, daß als jüdische Religionslehrer nur solche gend dafür sorgen, in den mittleren und kleineren Ge-! fungiren dürfen, welche als Elementarlehrer geprüft meinden aber gar nichts dafür geschieht, und auch nicht I worden, zu genügen, weil einerseits so viele geprüfte geschehen kann, und doch ist die Zahl der letzteren eine! Lehrer garnicht vorhanden, andrerseits die Mehrzahl sehr große und macht die überwiegende Mehrheit der I der kleineren Gemeinden sie nicht angemessen besolden jüdischen Bevölkerung aus. Bekannt sind die mehr-! können. Daß diesen Zuständen, so überaus schwierig fachen Versuche, Bereinscasien dafür zu bilden, die aber! es auch sei und so wenig ein sicherer Weg sich jetzt schon nach dem Maßstabe des Bedürfnisses einen geringen I absehen laste, möglichst abgeholfen werden müsse, liegt Erfolg gehabt; so ist die Rabbiner-Wittwen-Casse wie-! klar vor Augen. In diesem Augenblicke müsse man sich der eingegangen, der gut organisirte Unterstützungsver-! aber begnügen, die Schäden sich und der Gesammtheit ein für Westpbalen und Rheinprovinz ist noch nicht zu! so recht zum Bewußtsein zu bringen und der weiteren activen Leistungen herangewachsen u. s. w. Sicher ist! Entwickelung vertrauen. Jedenfalls eröffnet sich für es, daß die Beamten aus eigenen Mitteln solche Cassen! den Gemeindebund ein großartiges Feld der Thätigkeit nicht erhalten können und eigenthümlicher Weise hat sich! und muß man sich deshalb um so mehr der Hoffnung die Wohlthätigkeit dieser doch so dringlichen Angelegen-! hingeben, daß dies die Gemeinden recht bald einsehen heit nicht zugewandt. Die jetzt in Preußen gegebene! und ihren Beitritt erklären werden. Zugabe, daß auch die jüdischen Lehrer an den Lehrer-! Schließlich kam noch die Frage zur Sprache, ob der pensionscassen Theil nehmen sollen, ist nur von geringer! nächste Gemeindetag wieder mit der Synode an gleichem Bedeutung, da sich dies nur auf die öffentlichen! Ort und zur selben Zeit abgehalten werden solle. Es Elementarlehrer bezieht, und diese die geringste Zahl! wurde, gerade von einem Mitglieds, welches der äußersten unter den jüdischen Lehrern und Cultusbeamten aus- I Linken angehören möge, eingewendet, daß sich Gemeininachen. I)r. PH. lenkte die Aufmerksamkeit auf seinen I den, die einen überwiegend orthodoxen Charakter hätten, in Nr. 2 des Jahrgangs 1868 veröffentlichten Orga-! von dem Besuche des Gemeindetages abhalten lassen nisationsplan für dergleichen Pensionscassen durch die! würden, wenn er mit der Synode an Ort und Zeit zu- Berbindung der -Gemeinden zu diesem Zwecke. Er habe! gleich tagte. Es wurde aber geltend gemacht, daß man sich damit an die größeren Gemeinden gewandt, diese! nicht erwarten dürfe, es würden viele Gemeinden zwei aber die Betheiligung um so eher abgelehnt, als sie für! Deal in demselben Jahre Deputirte senden können und sich kein Bedürfniß dafür hätten. Vielleicht würde! wollen, daß daher Synode und Gemeindetag, wenn sie dieser oder ein ähnlicher Plan durch den Gemeindebund! zu verschiedenen Zeiten stattfänden, sich gegenseitig eine große zur Verwirklichung gebracht werden können. — Man I Zahl Teilnehmer entziehen würden, so daß schließlich beide ging aber noch weiter; man lenkte den Blick auf die! neben einander nicht bestehen könnten. Es wurde ferner dar- Zustände des Cultusbeamten- und Lehrer-Standes über-! auf hingewiesen, daß Alles geschehen sei und ferner geschehen Haupt. Die geringen Mittel, welche viele kleinere Ge-! müsse, den Gemeindetag jeder religiösen Parteifärbung meinden zum Lehrergehalt aufzubringen vermögen, | zu entkleiden, daß feine Zwecke und Arbeiten garnichts

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.