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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1870-01-04 · Heft 1 (4.1.1870) · p. Seite 6

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
34 (1870)
Issue
Heft 1 (4.1.1870)
Date
1870-01-04
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Rabbiner Zipfer niemals eine ruhige Stellung sich verschaffen können. Derselbe machte an sich die Erfahrung des Talmudspruches: Größer ist der Haß der Unwisienden gegen die Gelehrten, als der der heidnischen Völker gegen Israel! (Pessachim 49", 6.) v2n yns:? 'Tzy ysybb nbina .bts^br rs t&'yy ■piwibd rrisrba -irrn Der leidige Kampf zwischen Orthodoxen und Reformern hat den Rabbinen den letzten Rest von Achtung genommen! Denn des Zankes und Streites, des Begeiferns und Beschimpfens in der Preffe war kein Ende! Es ist ein Glück, daß die jüdische Preffe in Ungarn ein klägliches Ende genommen hat. Die rvestrussischen Juden. i. Nürnberg, den 19. December. Die Sammlungen zur nachhaltigen Hebung der Nothzustande der westrussischen Juden, welche auf Anregung des Gemeindetags hier eingeleitet worden sind, haben ein erfreuliches Resultat erzielt, indem zur Stunde bereits nahezu 7000 fl. für diesen Zweck parat liegen. Dieses Geld ist zum weitaus größeren Theile in hiesiger Stadt, woselbst sich die Contribuenten größtentheils auch zu monatlichen Beitragen verpflichteten, aufgebracht worden; doch haben auch Landgemeinden, manche verhaltnißmaßig sehr reichlich, gespendet. Hingegen ist es sehr auffallend, daß gerade die größeren Städte des Landes, so Fürth, München, Bamberg, Würzburg, Ausburg, Regensburg, Bayreuth, Aschaffenburg, Ansbach, in welchen doch sehr viele und sehr wohlhabende Juden wohnen, trotz erfolgter Aufforderung jede Concurrenz versagt haben. Die meisten ließen die Anregung ganz ohne Antwort; andere, wie z. B. Fürth und Würzburg, erledigten sie durch den Hinweis darauf, daß bereits Sammlungen für die dortigen Glaubensgenoffen früher erfolgt seien. Bei dieser Ablehnung wurde ganz übersehen, daß auch die andern Gemeinden bereits ihr Scherflein beigetragen haben und daß es sich ja darum handelt, nachhaltig zu helfen und die Wiederkehr so schreiender Nothzustande thunlichst durch Ein- und Auswanderung, Errichtung von Schulen, Hebung der Bevölkerung rc. zu verhüten. Hoffen wir, daß, nachdem eine Vereinigung aller Jntereffenten, des Gemeindetags, der Alliance, der Zeitungen jedweder Richtung u. s. w. glücklich zu Stande gebracht wurde, auch die genannten größeren bayrischen Gemeinden sich für den edlen Zweck erwärmen, solchen durch entsprechende Beiträge fördern, so daß sie nicht hinter Nürnberg, der jüngsten Gemeinde des Landes, und unbemittelten Landgemeinden Zurückbleiben. Vielleicht wird es angezeigt sein, daß das Grenzcomite in Königsberg, welchem heute von hier aus einstweilen 6,300 fl. zur Verfügung gestellt wurden, Anlaß nimmt, eine specielle Aufforderung an die genannten Gemeinden ergehen zu lassen. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Berlin, 21. Dez. Zum Mitgliede des Bundes- Oberhandelsgerichtes ist auch der Professor vr. jur. Goldschmidt in Heidelberg, ein im Handelsrecht heimischer Gelehrter, ernannt worden. Der Ernannte ist Jude und durch diese Ernennung das Bundesgesetz vom 3. Juli v. I. zuerst praktisch zur Geltung gekommen. Dieser Vorgang wird auch für Preußen ohne Zweifel nicht ohne Nachfolge bleiben, da bisher die jüdischen Assessoren vom Richteramte ausgeschlossen waren. Provinz Posen, im December. (Privatmitth.) Das System des Ministers v. Mühler macht sich besonders in der Provinz Posen sehr fühlbar. So widersetzt sich noch heute die Stadt Schneidemühl dem Verlangen der Regierung, den jüdischen Religionsunterricht aus dem Lehrplan und Etat ihrer Schule zu streichen, wird dies aber nicht lange mehr fortsetzen können. Die christlichen Lehrer werden, nach dem Mühler'-- schen System streng confessioneller Schulen, an den jüdischen Schulen in unserer Provinz nicht definitiv

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