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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-12-08 · Heft 50 (8.12.1863) · p. Seite 772

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 50 (8.12.1863)
Date
1863-12-08
Page
Seite 772 (sequence 6)
Language
German
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772 Resultate bleibt und daß jede von irgend einer Kirche sanctionirte Uebersetzung und Commentirung der Bibelforschung nur Hemmschuhe anlegt, wenigstens innerhalb dieser Kirche, sind anerkannte Dinge. Uebrigens ist unsere Zeit nicht angethan, solchen vou kirchlichen Behörden autorisirten Arbeiten einen größeren Werth beizulegen, als sie an sich selbst verdienen. Diese anglikanische Kirchenausgabe mit der Septuaginta zu vergleichen ist mindestens lächerlich. Die Redaction.) Bon», 19. November. Angekommen: Die 27ste Lieferung des „Wörterbuchs der deutschen Sprache" von vr. Daniel Sanders, welche Lieferung von „schweben" bis „sorgeu" geht. An die Erwähnung dieses trefflichen, von einem jüdischen Gelehrten mit wahrhafter Gründlichkeit und Ausdauer ausgesührten Nationalwerkes schließen wir am angemessensten die Hinweisung aus zwei zur Jubelfeier der leipziger Schlacht erschienene Reden. Die eine ist eiue Festpredigt von Rabbiner S. Syskind in Wiesbaden, die in warmer und schwungreicher Weise besonders den Gedanken aussührt: wie die Erniedrigung des deutschen Volkes in der Spaltung und Selbstsucht der einzelnen Stamme, seine Erhebung in ihrer Einigung die Ursache fand und auf der letzteren allein die Zukunft Deutschlands beruht. Die zweite ist eine Dankrede, zur Vorfeier im Saalbau zu Frankfurt a/M. von Dr. Leopold Stein gehalten. Nachdem der Redner allen Nationalhaß verurlheilt, charakterisirt er tressend die Ursachen der Größe und des Sturzes Napoleon's, schildert den Gang der Ereignisse bis zur Völkerschlacht und beschreibt diese dann in ausführlichen Zügen. Die ganze Rede in ihrer lebendigen und doch nichts übertreibenden Sprache mußte einen erwünschten Eindruck aus die Hörer machen. — „Das Buch Zjob, im engern Anschluß an den masoretischen Urtext deutsch übersetzt und mit Erläuterungen versehen von Odiosus. Berlin, 1863." Es liegt uns bis jetzt nur die erste Lieferung vor und werden wir eine eingehende Beurtheilung geben, sobald das ganze Werk erschienen sein wird. Bonn, 20. November. Von Fortsetzungen hebräischer, periodisch, wenn auch nicht zu bestimmten Zeiten erscheinender Schriften sind uns zugekommen: Das 29ste Heft der priX" von M. E. Stern (Wien, 1863). Auch dieses Heft des unermüdlich wirksamen Herausgebers enthält in Poesie und Prosa eiue Fülle von Gaben verschiedenen Inhalts und verschiedenen Werthes, unter anderm auch zwei interessante Schreiben des sel. Dr. Jost. Ferner: Das vierte Heft des NLirr von Ignatz Blumenfeld. Diese Sammlung von Briefen und Abhandlungen jüdischer Gelehrten unserer Zeit, Gegenstände der jüdischen Literatur betreffend, wurde nach ihren früheren Th eilen in diesem Blatte ausführlich von Dr. Jost s. A. beurtheilt, und lehnt sich das vorliegende Heft würdig an seine Vorgänger an. Die meisten Aussätze sind von Luzzatto, Geiger, Pinsker u. s. w. Angehangt ist tt'nn“; rnb^br mit einem Commentar; die Handschrift befindet sich in den Händen des Herrn Senior Sachs. — nacpr: “r-c? d herausgegeben und vermehrt von M. Bi st ritz. Prag, 1863. Dieses nützliche Merkchen eines unbekannten Verfassers wurde zuerst in Konstantine dann in Krakau und Prag?"on gedruckt, und müssen wir dem Herausgeber für die schön ausgestattete neue Ausgabe dankbar sein. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Dresden, 23. November. (Privatmitth.) Herr Baron Freiherr von Malzahn hat der hiesigen israelitischen Religionsgemeinde 500 Thlr. in 4°/o Papieren geschenkt, mit der Bedingung, daß die Zinsen alljährlich an den Geburtstagen Ihrer Majest. des Königs und der Königin an zehn israelitische Arme vertheilt werden. Nassau-Diez, im November. (Erwiderung.) Auf mein Referat vom 23. Juni in No. 28 d. Ztg. erscheint nach Verlauf von 5 Monaten in No. 47 desselben Blattes eine Erwiderung des Herrn Bezirksrabbiners vr. Hochstatter zu Ems, welche mich veranlaßt, wieder auf die nassauische Religionsschulsrage zurückzukommen. Ich bin weit entfernt, die Verdienste des Hrn. Di-. H. um das nassauische Cultuswesen zu verkennen, enthalte mich auch aller Aeußerungen über die Verwendung der staatlichen Subvention von jährlich fl. 500 für Ausbildung jüdischer Religionslehrer; ich habe nur die Sache und keine Persönlichkeit im Auge und behaupte wiederholt, „daß das nassauische Religionsschulwesen sich nicht in einem der Zeit entsprechenden Zu-

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