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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-11-24 · Heft 48 (24.11.1863) · p. Seite 748

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 48 (24.11.1863)
Date
1863-11-24
Page
Seite 748 (sequence 12)
Language
German
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748 Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, im November. (Privatmitth.) Der Verein zur Unterstützung mittelloser israelitischer Sludirender in Wien hat seinen zweiten Jahresbericht veröffentlicht, und indem wir diese Erscheinung mit Freuden begrüßen, heben wir aus demselben folgende Stellen hervor: „Es war uns gegönnt, in ergiebiger und nachdrücklicher Weise den Jüngern der Wissenschaft beizustehen und ihnen zu einer selbständigen Existenz zu verhelfen oder wenigstens hilfreiche Hand zu bieten. So hat ein von uns unterstützter Rabbiuatscandidat einen Wirkungskreis in einer Gemeinde gefunden. Mehrere Doctoren der Medicin, für welche der Verein ganz oder t heilweise die Rigorosen- und Promotionstaxen bezahlt hatte, bekleiden nunmehr die Stellen von Secundarärzten im k. k. allgemeinen Krankenhause, in dem Krankenhause auf der Wieden, bei den barmherzigen Schwestern in der Leopoldstadt:c.; manche andere finden ihr Fortkommen als praktische Aerzte auf dem Lande und einer derselben ist praktischer Arzt in Wien. Mit Vergnügen bemerken wir, daß sich einige von uns unterstützte Studirende durch werthvolle literarische Arbeiten, die fie veröffentlichten, auszeichneten". „Im Laufe des verflossenen Verwaltungsjahres gingen 116 Gesuche ein, von welchen wir jedoch 27 nicht berücksichttgten, weil sie entweder nicht in unserm Wirkungskreis lagen, oder weil die Petenten nicht den Nachweis über Würdigkeit oder Bedürftigkeit lieferten, oder endlich weil fie erst seit kurzer Zeit hier studirten. Außerdem haben drei Petenten, deren Gesuche berücksichtigt wurden, nachttäglich auf die bewilligten Beittäge verzichtet, da ihnen anderweitig die nöthigen Mittel zur Verfügung gestellt wurden. Im ganzen wurden daher 86 Studirende unterstützt und zwar: 8 Rabbinatscandidaten, (6 derselben erhielten Unterstützungen in Beträgen von 10—25 fl., einer erhielt Bücher und einer die Taxen für das zweite philosophische Rigorosum; in Summa fl. 110.40). 59 Studirende der Medicin, (25 derselben erhielten ganz oder theilweise Collegiengeld in Beträgen von 10 —27 fl. 30 kr.; 6 erhielten die Taxen für das erste Rigorosum ä 42 fl.; 16 ganz oder theilweise die Taxen zum 2. Rigorosum in Bettägen von 33 fl. — 66 fl. 15 kr.; 6 ganz oder theilweise die Promotionstaxen in Bettägen von 30 fl. — 72 fl. 28 kr.; einer einen Beittag von 20 fl. zur Erlangung des chirurgischen Doctorgrades und zwei die Taxen für das Magisterium der Geburtshilfe. Endlich erhielt einer eine Unterstützung im allgemeinen und ein anderer eine Unterstützung zur Herstellung seiner zerrütteten Gesundheit. Ein Studttender im Josephinum erhielt einen Bettag von 50 fl., der ihm für die Dauer seiner Studienzeit jährlich zugefichert wurde; in Summa 1802 fl. 59 kr.) 7 Techniker, (4 erhielten Unterstützung in Bettägen von 5—8 fl.; einer die Taxen für den Telegraphen-Curs pr. 8 fl.; einer die Taxen für die Ablegung der Prüfung als Lehrer für Oberrealschulen pr. 30 fl.; und einer die Taxen für einen Platz im chemischen Laboratorium pr. 20 fl.; in Summa 83 fl.) 12 Hörer der Rechte. <2 erhielten die Rigorosentaxen, 2 die Promotionstaxen 50—100 fl., 1 Collegiengeld, 1 Bücher und 6 Unterstützungen von 5—10 fl.; in Summa 297 fl. 47 kr.) Dem Vaterlande nach waren 36 der Petenten aus Ungarn, 22 aus Mähren, 17 aus Böhmen, 8 aus Galizien und 3 aus österr. Schlesien." Die Einnahmen beliefen sich auf 3238 fl., die Unterstützungen auf 2293 fl. 500 fl. wurden zu einem Reservefonds zurückgelegt, 300 fl. blieben in Caffa. Sicherlich ist dieser Bericht dazu angethan, dem schönen Vereine einen Anwachs an Beittagenden und Beittägen zu verschaffen! Aus Galizien, im November. (Privatmitth.) Aus unserm Galizien ist wenig zu berichten. Unsere Glaubensbrüder daselbst stehen noch immer auf der alten Stufe und zeigen sich wenig geneigt, die eingettetene Verbesserung der socialen Lage zum Fortschritte aus der Bahn der Cultur zu benutzen. In dieser Beziehung muß noch immer die Initiative von oben kommen. Was den Chassidismus betrifft, so nimmt derselbe noch immer zu, obwohl bereits das ganze galiz. Israel demselben zugethan ist. Wien, 9. November. Die „Presse" schreibt: sToleranz in Schlesien.) Auf den 30. v. M. hatte die Gemeindevorstehung von Jablunkau eine Sitzung anberaumt, um das Gesuch eines Israeliten um Ausnahme in den Gemeindeverband der Gemeindeverttetung zur Entscheidung vorzulegen. Der Bewerber ist bereits über zehn Jahre Pächter des städtischen Gasthauses, von welchem er einen für die hiesigen Verkehrs-

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