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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-11-24 · Heft 48 (24.11.1863) · p. Seite 744

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 48 (24.11.1863)
Date
1863-11-24
Page
Seite 744 (sequence 8)
Language
German
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744 klärende Wortregister ist nicht nur um das Doppelte bereichert, sondern auch in den Verbalsormen, in der Angabe der Geschlechter bei den Nennwörtern u. s. w. erweitert worden, so daß der junge Theologe darinnen wirklich jedes Wort und jede Form des Zeitworts finden wird. Im ganzen mußte jedoch die einfache Angabe der Bedeutung ohne alle Vergleichung der Dialecte, schon um dcS Raumes willen, beibehalten werden. Nach Absicht des Verfafiers sollte das Wortregister keine lexikalische Arbeit sein, schon weil eine solche für die aramäischen Dialecte erst geschaficn werden müßte." Am Schlufie des Vorwortes macht Hr. Dr. Fürst mit einigen bedeutsamen Worten auf die Wichtigkeit der chaldaischen Paraphrasen in sprachlicher und theologischer Hinsicht aufmerksam. — Bonn, 13. November. Wir haben noch unseren Lesern über den vierten Band der zur Feier des hundertjährigen Geburtstages Jean Paul's herausgegebenen „Denkwürdigkeiten aus dessen Leben" (München 1863), zu berichten. Dieser Band sührt den Specialtitel: „Buch der Gedanken", und enthält eine umfängliche Sammlung einzelner Gedanken und Aussprüche aus dem schriftlichen Nachlasse des großen Dichters und Denkers, eine Sammlung, welche zuerst nach den Jahren, in welchen die Sentenzen niedergeschrieben, dann nach einzelnen Rubriken geordnet find. Es sind meistens Einfälle, welche der Verfasser aufschrieb, wie sie ihm in den Sinn gekommen, um sie bei Gelegenheit zu verwenden, eine Manier, die Jean Paul auch hinsichtlich der Sammlung von Notizen, wie sie ihm bei der Lectüre der mannigfaltigsten Schriften sich ergaben, eigen war. Daß daher unter diesen „Gedanken" manches Unbedeutende und Unzutreffende sich findet, laßt sich voraussetzen; aber die große Mehrzahl ist vortrefflich, vieles gar herrlich. Wir heben einige wenige Sentenzen, die uns hier besonders interefsiren hervor. „Das Wort „„Religions-Duldung"" verdient keine. Nur Gott kanns gebrauchen (S. 123)." „Das was wir an Gott nicht begreifen, ist das Göttliche! Was wir begreifen, unser Menschliches. Könnten wir Gott ganz fassen, wäre er keiner. Was das Kind vom Vater versteht, ist gewiß nicht das Männliche, sondern das Kindliche des Vaters." „So gut ich in jeder Entzückung der Liebe ein zweites Ich will und anerkenne, so wäre es ja verdammt, wenn ich in der höchsten vor der Natur, im höchsten Danke kein Ich fände, das Alles eint, — keinen Gott!" „Giebt es keine unendliche Persönlichkeit, wie käme da eine endlich zu Stande? Und wäre alsdann diese nicht eigentlich der Weltgeist und höher als das ganze systematische All?" „Fragt der Verstand nach dem Woher des höchsten Geistes, so fragt er auch nach dem Woher der Nothwendigkeit. Und wie ist die Nothwendigkeit uothweudig? Der Zufall ist der elende Durchschleichweg und verwandelt illusorisch das uns Unberechenbare in das Willkürliche. Wenn wir von der Geisterwelt nichts mehr entdecken, die aber nur in uns wohnt, so bleibt alles äußere Wissen nur eine glänzende und verhüllte Unwissenheit." (Seite 120). Besonders heben wir noch von S. 134 folgende Sentenz hervor: „Es waren zwei feindliche Anbetparteien, die eine betete den Morgenstern an, die andere den Abendstern, bis endlich bei einer Sonnenfinsternis sie sich beide vereinten, da sie sahen, daß beide nur ein Stern sind." Wir empfehlen diesen Ausspruch den denkenden Lesern, indem wir darin auf die verschiedenen religiösen Parteien, die stabile und die reformirende, die in ihrer Tiefe doch nur das eine gemeinsame Ziel haben, die große Idee der Religion zu erhalten, eine Hinweisung erblicken. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Aus Baden, im November. (Privatmitth.) Wenn in unserem schönen Lande da und dort ohne Unterschied der Religion sogar Richterämter vergeben werden, so spricht man hier so wenig davon als in Frankreich, Holland oder Belgien. Die vollkommene Gleichstellung ist bereits eine Thatsache und beginnt bereits ins Volk einzudringen. Aber unsere humane Regierung ist noch einen Schritt weiter gegangen, indem sie unserem Großherzoge auch solche Dienste zu ehrender Auszeichnung empfiehlt, die allein dem Interesse des Judenthums geleistet worden sind. So ist dieser Tage der Vorsteher der israel. Gemeinde Krauthcim, der zugleich Bezirksältester des Bezirks Merchingen ist, Herr Joel Hirsch Rothschild, für seine langjährigen und ersprießlichen Dienste in diesen Aemtern mit der kleinen goldenen Civil-Verdienst-Medaille geschmückt worden, und Herr

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