Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 27 (1863)
- Issue
- Heft 47 (17.11.1863)
- Date
- 1863-11-17
- Page
- Seite 726 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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726 Literarischer Wochenbericht. Frankfurt a/Q., 21. October. Noch einmal die Diese seit kurzem in Jerusalem erscheinende hebräische Zeitschrift, über deren erste Probe wir in No. 3‘J der Allg. Zeitg. d. Judenth. einen ausführlichen Bericht gegeben, bringt in ihrer zweiten Nummer, welche am 12. Elul d. I. 5623 datirt ist, wiederum so viel des Interessanten, daß wir uns nicht enthalten können, wenigstens einiges davon hier in möglichster Kürze mitzuthcilen. Der zweite Artikel der qu. Nummer, betitelt zrrrv:, ist ganz und gar dem edlen Sir M oses Montesiore gewidmet, besten große Verdienste um die Juden des Orients in den lebhaftesten Farben geschildert werden. Begonnen wird natürlich mit der ersten orientalischen Mission des hochherzigen Sir Moses, die derselbe, wie allbekannt, vor nun 23 Jahren in Damaskus :c. so segensreich vollendete. Alsdann gedenkt der Art. der mehrmaligen Anwesenheit Montesiore's in Jerusalem und besten, was von ihm daselbst zu Gunsten der armen Israeliten unternommen und ausgeführt worden. Bei seinem Besuche, Len er vor etwa 8 Jahren dem heiligen Lande machte, habe er, mit einem Ferman des Sultans versehen, außerhalb der Ringmauern Jerusalems eine 800,000 EiEllen große Landstäche angekaust und dieselbe vorweg mit einer Mauer umzaunen lasten. Alsdann seien auf seine Anordnung zur Ostscite dieses Platzes zwei sehr große, zur Ausnahme und Verpflegung von vorzüglichern Reisenden bestimmte*) Häuser nebst den dazu gehörenden Ställen :c., zur Westseite aber 18 Wohnhäuser mit besondern Küchen :c., zwei Lehr- und Beihauser**) sowie zwei Badehämer***) errichtet worden. Ebenso seien zwei große Waster-Bassins, eins für den Wirthschasts- und das andere für den Badcbedars, hergestellt; ferner ein großer gcmeinschastlicher Ofen zum Backen des Brotes und endlich eine Windmühle aus dem Gipfel eines Hügels. An Pflanzungen von Oelbäumen und andern Gewächsen fehle es hier auch nicht. Der noch übrige große Bauplatz böte Raum für noch einige hundert Häuser, und cs läge auch *) Ter Text sagt: r.3:2n; **) Eins für die portugiestsche und eins für die deutsche Gemeinde. ***) Eins für Männer und eins für Frauen. in der Absicht des edlen Sir Moses, zum Andenken seiner im vorigen Jahre verstorbenen Gattin, der srommen Lady Judith, hier noch eine Anzahl großer und gut ausgestatteter Gebäude aufsühren zu lassen. Die bereits vorhandenen Wohnhäuser seien von Armen und Dürftigen benutzt, die aus den verschiedenen Ortschaften — nach Berhältniß ihrer Seelenzahl — ausgesucht worden. — Am Schluffe des Artikels erfahren wir, daß der Ankauf des qu. Platzes sowie die Herstellung aller auf demselben befindlichen Gebäude rc. aus den Zinsen des großen Legats von Juda Touro aus New-Orleans bewerkstelligt worden, und daß sowohl der Name dieses hochherzigen Fundators als auch der des als Curator fungireaden Sir Moses aus einer Steintasel über jedem Hause in großer Schrift zu lesen seien. — Ein anderer Artikel, mit der Ueberschrift nsrra beschäftigt sich ausschließlich mit Mr. Joseph Blumenthal aus Paris, welcher für seine armen Glaubensbrüder in Palästina ebenfalls schon sehr viel gethan und dieselben in dem eben verwichenen Sommer bereits zum drittenmal persönlich besucht habe. Am jüngstverfloffenen 2. Elul (5623) habe Mr. Blumenthal zu Jerusalem in einem großen Kreise von Freunden und Verehrern seinen siebzigsten Geburtstag gefeiert und an diesem Tage an 70 Arme Brot und Geld vertheilt. Bei feiner Besichtigung des Platzes, auf welchem die bekannten Pilger- und Zufluchtshauser erbaut worden, habe er mit seinen Begleitern, den Aeltesten der Gemeinden, eine 36 Ellen lange, 10 Ellen breite und 15 Ellen tiefe Erdhöhle entdeckt und in derselben 16 Steinsäulen, welche noch von den Ruinen des „H e i l i g t h u m s" herrühreu sollen. Erregt, ja tief gerührt von diesem Ereigniste habe Herr Bl. sogleich zum Besten des heiligen Landes zwei Summen fundirt, deren eine 100, die andere aber 260 Franken fürs Jahr tragen soll. Die letztgenannten Zinsen sollen jährlich, am Geburtstage des Fundators, zu gleichen Theilen unter 13 fromme Talmudgelehrte — 10 Jerusalemiten und 3 Hebroniden — vertheilt werden. Endlich wird noch berichtet, daß seitens des Herrn Bl. an dem Tage seines "Osten Geburtssestcs zu dem Hauptthore der die Pilgerhäuser umschließenden Mauer der Grundstein gelegt und eben dieses Thor nach dem Vornamen des Herrn Bl. spv nrd benannt worden. Beigegeben ist diesem Artikel noch der Text des in den Grundstein mitoersenkten und von Herrn Bl. selbst in heb. Sprache abgefaßten Fundalions-Documentes, überschrie-