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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-10-06 · Heft 41 (6.10.1863) · p. Seite 636

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 41 (6.10.1863)
Date
1863-10-06
Page
Seite 636 (sequence 12)
Language
German
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636 leonspreis von 20,000 Frcs. geworden ist, berichtet. Indessen werden viele derselben mit den Verdiensten dieses Mannes nicht begannt sein, da diese aus einem dem größern Publikum sehr fern liegenden Gebiete stattfinden. Um jedoch die einem Israeliten gewordene Auszeichnung, die ja selbst nicht ohne Kamps durchgesetzt ward, in ganz unparteiischer Weise zu motiviren, wollen wir hier einige bezügliche Stellen aus der vorzüglichen Rede des Präsidenten des Instituts, Herrn Paulin Paris, bei der Ertheilung des Preises hervorheben. „Der vor einigen Jahren vom Kaiser gestiftete „große zweijährige Preis hat noch eine neue Kraft den „Banden gegeben, die aneinander die fünf Akademien „fesseln. Dieser Preis, nach dem Wortlaut des De- „cretes, ist „nach der Reihe derjenigen Arbeit „oder Entdeckung zuzusprechen, die am geeignetsten scheint, dem Lande Ehre oder „Nutzen zu bringen, und welche während der „letzten zehn Jahre zu Tage gekommen, in „den besondern Fächern, die jede Akademie „vertritt, und auf den successiven Vorschlag „der französischen Akademie, der Akademie „der Inschriften und schönen Wissenschaften, „der Naturwissenschaften, der schönen Künste „und der moralisch - politischen Wissen- , „schäften. „Sie haben, meine Herren, auf den Vorschlag der „französischen Akademie, vor zwei Jahren, diese hohe „Belohnung dem Verfasser der Geschichte des Eon- „sulates und des Kaiserreiches zuerkannt; das „Urtheil aller derer, die in der Welt lesen, hat Ihre „Wahl bestätigt. In welche Gegend ist nicht dieses „schöne Geschichtswerk gedrungen, das, ohne mit einem „betrügerischen Glanze die nur zu wirklichen Schatten- „seiten einer denkwürdigen Epoche zu bedecken, ohne das „menschliche Bewußtsein durch geschraubte Rechtferti- „gungsversuche zu verletzen, den Heros, die Gefährten „seiner Triumphe, die Opfer seines unbeugsamen Wil- „lens zu verherrlichen gewußt? Indem die französische „Akademie Ihnen vorschlug, Herrn Thiers' Werk zu „krönen, war sie versichert, dem allgemeinen Gefühle „der Nation zu entsprechen. Aber die Akademie der „Inschriften und schönen Künste, hauptsächlich dem „Studium der Sprachen, der Geschichte und der alten „Literaturen gewidmet, konnte nicht hoffen, Ihnen ein „gleiche Popularität genießendes Werk vorzuschlagen. „Das gelehrteste Buch, die schönsten philologischen Ar- „beiten gaben ihren Verfassern nur eine späte Be- „rühmtheit. „Herr Oppert hat die Ursache der ideographischen „Zeichen*) gefunden, die man in dem assyrischen Sy« „steme findet. Er hat oft dieser Zeichen wahren Werth „auseinandergesetzt. Er hat die Anwendung der Cha- „raktere, die man polyphone nennt, und die mehrere „Laute vorstellen und eine doppelte Auslegung zulaffen, „beschränkt. „Er hat mehr als zweihundert syllabische Werthe „gefunden. „Er hat die ersten babylonischen Inschriften über- „setzt und veröffentlicht, die er nicht aus einer altper- „sischen Uebersetzung erklären konnte. „Er hat die Gesammtheit der Inschriften, die mit „den merkwürdigsten Einzelnheiten die Feste des Königs „Sargon darstellen, geordnet und übersetzt. Und diese „wichtigen Seiten assyrischer Geschichte hat er mit ei- „nem fortlaufenden Commentar und mit einer strengen „grammatischen Auseinandersetzung begleitet. „Aber der Hauptanspruch des Hrn. Julius Oppert „auf die Belohnung, deren Sie ihn würdig erachtet, „besteht in einem Versuche einer assyrischen Gramma- „tik, welcher die bedeutendsten Philologen der berliner „Akademie ihre Bewunderung nicht versagen konnten, „sowie die englischen Gelehrten, die sich denselben For- „schungen weihten und bisher gehofft hatten, Herrn „Oppert den ersten Platz streitig zu machen. „Angesichts so vieler Arbeiten und schon so oedeu- „tender Ergebnisse haben Sie darin die Enthüllung „einer primitiven Eivilisation gesehen; und Sie haben „mit Recht gedacht, daß die Wissenschaft hier die Er- „oberung einer Sprache gemacht, die dem bis jetzt un- „bekannten Ursprünge aller Zungen nahe liegt. Bon „nun an wird Assyrien der ägyptischen Erde das Bor- „recht streitig machen, der Entstehung der Künste und „Eivilisation beigewohnt zu haben. Seine Könige wer- „den uns die Annalen ihrer Regierungen erzählen, und „die vielen Documente des britischen Museums werden „uns bald die Verhältnisse der assyrischen Geschellschast „zu den Zeiten der Nabuchadnezzer und Sardanapale „lehren. Nach dem Urtheile aller competenten Gelehr- „ten hat Herr Julius Oppert, der einer der letzten in *) Zeichen, die einen Begriff ausdrücken wie unsere Zahlzeichen und ähnliche Charaktere.

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