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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-10-06 · Heft 41 (6.10.1863) · p. Seite 632

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 41 (6.10.1863)
Date
1863-10-06
Page
Seite 632 (sequence 8)
Language
German
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632 die Vollkommenheit Gottes, welche den Blicken der Sterblichen ein gewisses höchstes Ideal, Gott selbst, vorstellle. Diesen Schritt hat mit Bewußtsein und systematischer Klarheit MaimonideS zuerst gethan. (Schluß folgt.) Zeitungsnachrichten. Preußen. Frankfurt aD., im September. (Privatmitth.) „Die Berliner Presse". Unter diesem Titel ist im laufenden Jahre bei W. Gerhard in Leipzig eine anderthalb Bogen starke Brochüre erschienen, über welche, weil in ihr namentlich die jüdischen Vertreter der Tagesliteratur stark ins Zeug genommen sind, auch in diesen Blättern eine kurze Besprechung wohl am Orte sein dürste. Der Verfasser nennt sich C. Hilaris und geberdet sich wie ein himmelhoher Literatur- Riese, zu dessen Füßen alle übrigen Literaten, Journalisten, Publicisten rc., bei noch so umfangreicher Thätigkeit, wie unbedeutende Zwerge erscheinen. Er, der Riese, sieht von seiner Höhe bald mitleidsvoll bald spöttisch lächelnd herab auf die da unten im Staube wandelnden kleinen Männlein, jedem Einzelnen mit gewaltigen Donnerworten zurusend, wie er ist und wie er eigentlich sein sollte. Ja, Herr C. H. hat es sich zur höchst dankenswerthen Aufgabe gemacht, die Vertreter der berliner Presse — id est die Redacteure und Hauptmitarbeiter aller in Berlin erscheinenden politischen Tages- und Wochenblätter — Revue passiren zu lassen und jeglichen, wie es ihm gebühre, Rüge, Mahnung und Belehrung zu ertheilen. — Und welchen Standpunkt nimmt dieser große Lehrmeister selber ein? Er stellt sich zwar auf einen neutralen, unparteiischen, — ist aber nichtsdestoweniger durch und durch reactionär, pietistisch, feudal — und kann, was ihn ganz besonders charakterisirt, seine Juden gehässig! eit nirgends verbergen. Wenn Herr C. H. auch Blättern wie der Kreuzzeitung, der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung, dem Preußischen Vollsblatt rc. Backenstieiche auscheilt, so geschieht dies nur, um dann ihren politischen Antipoden desto derbere geben zu können; wenn er da und dort, wie es scheint, auch die feudale Presse geißelt, so chut er dies offenbar nur, um auf der andern Seite wieder mehr Recht zu haben, über alles, was zur liberalen Presse gehört, nach kreuzzeitungs-rundschaulicher Weise, Wuth, Gift und Galle auszuschütten. Und wo ihm in diesem Gehege gar ein Jude begegnet, da hat des edlen Ritters gerechter Zorn keine Grenzen, da schäumt sein Geifer über und es thäte noth, daß auf der Stelle ein Scheiterhaufen errichtet und auf demselben der arme Sohn Jakobs, der sich freventlich auch in das Gebiet der politischen Tagesliteratur verirrte, mit Haut und Haaren verbrannt würde.— Im Eingänge hat es der Verfasser lediglich mit der berliner „Mittwochsgesellschast" zu thun, einer Art Journalisten - Verein, welcher von dem Redacteur der Spenerschen Zeitung, Herrn Dr. Alexis Schmidt, ursprünglich zu dem Zwecke gegründet worden, daß seine Mitglieder, die Chefredacteure und Hauptmitarbeiter der berliner Zeitungen, allwöchentlich einmal — und zwar immer Mittwoch Abend — an einem bestimmten Orte (Cafe de Baviere) zum gegenseitigen Ideenaustausche rc. sich versammeln sollen. Herr C. H. scheint nun den Zutritt in diese respectable Versammlung beansprucht, aber leider! nicht erhalten zu haben. Denn nur aus verletztem Ehrgefühl, nur aus gekrankter Eitelkeit, erklärt sich die höchst brutale Att und Weise, mit welcher er den gedachten Verein behandelt, erklären sich die Wuthausbrüche, mit denen er über deffen Gründer und Theilnehmer herfällt. Herr C. H. müht sich ab, recht geistreich und witzig zu sein; aber es gelingt ihm nicht. Sein Witz ist schal, abgestanden, reine Hefe, seine Satyre ist Kehricht, seine Pikanterie albern, im höchsten Grade lächerlich. Er wirst mit lateinischen und stanzösischen Brocken um sich — und schreibt ein Deutsch, das selbst dem stärksten Magen unverdaulich. Er ist zu allem geboren, nur nicht zum Schriftsteller — trotzdem er sich anmaßt, über andere, die es wirklich sind, zu Gerichte zu sitzen und Urtheile zu sprechen. — Es ist unsere Sache nicht, für die Männer, welche an der Spitze der berliner Zeitungen stehen, mit ihrem Feinde und Angreifer zu rechten, und wir würden des Eingangs der H.'schen Brochüre, nämlich der Libella auf die berliner Mittwochsgesellschast, gewiß gar nicht gedacht haben, wenn da nicht gleich von vornherein unser Berthold Auerbach mit so lächerlichem Gepolter aufs Tapet gebracht wäre. Die Gelegenheit vom Zaune zu brechen — darin ist unser Pamphletist Meister — und namentlich, wo es gilt, einen Sohn Israels

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