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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-09-08 · Heft 37 (8.9.1863) · p. Seite 570

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 37 (8.9.1863)
Date
1863-09-08
Page
Seite 570 (sequence 10)
Language
German
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570 momento ein biiri sein, unaufhaltsam rollen lassen. — Möge es vielmehr der spätern jüdischen Geschichtsschreibung erspart bleiben, in ihren Annalen, wie schon so oft dagewesen, in dieser Beziehung von einem: »b im ■;«=> “rr verzeichnen zu müssen! Schon ist unserer Staatsregierung diese Entvölkerung der Israeliten auf dem Lande nicht fremd geblieben, wie die in Ihrer Zeitung jüngst mitgetheille Normativ-Entschließung mit ihren Motiven, Obiges bestätigend, von Seiten unseres Staats-Ministeriums deutlich zeigt. Gesetzlich steht dadurch fest, daß ein ro Religionsschule, auch rripn für jede Gemeinde obligatorische Attribute sind. Das Aussichtsrecht darüber, wie über die Cultusdiener, ist in die Hände der Rabbiner gelegt. Sehen wir uns das Gesetz ein wenig näher an, so sind wir Wohl zu der Frage berechtigt: Fehlten diese Anstalten seither irgendwo? Unseres Wissens sind sie gerade auf dem Lande meistens vorhanden. Gerüchtweise verlautet, daß ein Rabbiner, noch nicht lange aus dem Auslande nach Bayern berufen, wegen einzelner Renitenzen in dieser Art klagbar sich an die Staatsbehörde gewendet, und so wenigstens theilweise zur Entstehung der mehrerwähnten Entschließung beigetragen hat. Wir enthalten uns in Ansehung dessen jedes weiteren Urtheils, und wollen blos constatiren, daß Rabbiner, unter deren Augen (dies sei ganz allgemein bemerkt), p. E. eine mpn oder die Mühle zum Mahlen des ritualmäßigen Mazoth-Mehls u. s. w. seither — gleichviel ob 10 oder 12 Jahre — als nicht mehr bestehend anerkannt wurde, — über den Wortlaut dieser Verordnung mit Recht srappirt sein müssen. Da mit jedem Rechte, hier dem Aufsichtsrechte der Rabbiner, auch Verpflichtungen verbunden sind, so vergesse man von bethelligter Seite nicht: ara nb-2 cipcs mri snn. Preußen. Bochum, 31. August. (Privatmitth.) Am 28. d. wurde hier die neue Synagoge feierlichst eingeweiht. Die alte Synagoge war im Jahre 1598 erbaut, und hatte also einen Zeitraum von 205 Jahren überstanden. Für 7 Familien, die damals in Bochum wohnten, erbaut, konnte sie längst nicht mehr der bis zu 45 Familien angewachsenen Gemeinde genügen. Die Feier, bei welcher Dr. Philippson in Bonn die geistige Function übernommen hatte, machte den tiefsten und erhebendsten Eindruck auf die überaus zahlreichen Anwesenden aller Eonsessionen. Hier wollen wir nur zwei besondere Momente hervorheben. Zuerst die außerordentliche Theilnahme der christlichen Bevölkerung, die sich schon früher durch ansehnliche Geldbeiträge bethätigt hatte, am Tage der Einweihung aber die ganze Stadt in das festlichste Gewand kleidete. In allen Straßen hatte man geflaggt, Guirlanden über die Straßen gezogen und die Häuser mit Maien geziert. Es war dies überaus wohlthuend, und macht selbstverständlich der christlichen wie der jüdischen Bevölkerung die höchste Ehre. Nicht minder aber ist die seltene Opferwilligkeit zu rühmen, mit welcher die jüdische Gemeinde dieses Bauwerk mit einem Kostenaufwande von circa 18,000 Thlrn. herstellte, während die wesentliche Steuerkraft sich auf nicht mehr als 12 Familien verthcilt. Denn nicht allein die Synagoge selbst ist in einem musterhaft schönen und doch nicht überladenen Styl erbaut, so daß sie von außen wie von innen den erhebendsten Eindruck macht, sondern auch ein geräumiges Gemeinde- und Schulhaus daneben errichtet. Dabei ist der Gottesdienst in angemessenster Weise geordnet, eine tüchtige Orgel aufgestellt, durch welche es möglich ist, die Gebete mit Gemeindegesang responsenartig durchzuführen. Hierzu hat die Gemeinde den Vortheil, einen mit musikalischer Bildung und einer trefflichen Stimme ausgerüsteten Lehrer in Herrn Edelstein zu besitzen. Wie den ganzen Bau und die Einweihungsfeier, so hatte der würdige Vorstand, die Herren Ph. und L. Würzburger und I. Herz, auch die nachfolgenden Festlichkeiten in befriedigendster Weise ausgeführt. Oesterreichischer Kaiserstaat. Krakau, im August. (Privatmitth.) Die seit lange vorbereiteten Vorstandswahlen in hiesiger Gemeinde sind, wie es bei der Unthätigkeit der Reformpartei nicht anders sein konnte, gänzlich zu Gunsten der Rückschrittspartei ausgefallen. Man wählte zwar, um der Rcformpartei eine Concession zu machen, zwei Herren (Dr. Samelsohn und Dr. Warschauer) aus ihrer Mitte zu Stellvertretern, diese aber lehnten die Ehre, als Stellvertreter unwissender Finsterlinge zu fungiren, als mit ihrer Würde unverträglich ab; darauf wurden auch anstatt ihrer zwei Rückschrittsmänner gewählt. So haben

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