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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-09-08 · Heft 37 (8.9.1863) · p. Seite 569

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 37 (8.9.1863)
Date
1863-09-08
Page
Seite 569 (sequence 9)
Language
German
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569 von 700 fl. durch höchste Entschließung vom 21. Juli d. I. gnädigst bewilligt. H..z. Aus dem Mecklenburgischen, im August. (Privatmitth.) Zu dem 50jährigen Todestage Theodor Körn er's hat auch ein Dichter jüdischen Glaubens sehr würdige Lieder erscheinen lasten: „Zum Körner- Album. Zu seinem 50. Todesjahrtage von vr. Samuel Klein. Goldberg, zum 26. August 1863". Es sind fünf Lieder: „Am Grabe Körner's", „Körner's Streben", „Deutscher Dank", „Körner — unser Eigenthum", „Germanien's Liebe". Wenn auch diese Lieder keine neuen Gedankenmomente enthalten, so strömten sie doch aus der frischesten Begeisterung, aus reinstem Patriotismus und zeichnen sich — mit Ausnahme einiger geringen Härten — auch durch correcte Form und die schwungreiche, fließende Sprache aus. Das erste und vierte Gedicht scheinen uns besonders gelungen. Es war uns sehr erfreulich, gerade in unserm Mecklenburg abermals erwiesen zu sehen, wie in den Herzen der deutschen Israeliten der Quell des Patriotismus nicht versiegt, wenn auch die ungerechteste Behandlung ihn zu verstopfen versucht; abermals erwiesen zu sehen, wie alle Geschicke des deutschen Vaterlandes, all seine Freuden und Leiden den wärmsten Antheil in uns finden, die heißesten Gefühle in uns erwecken! Dies werden uns unsere Gegner nicht rauben können, und unwillkürlich und absichtslos treten wir damit unseren absprechenden Widersachern mit den besten Gegenbeweisen entgegen. Sulzbürg in der Oberpfalz, 21. August. (Privatmitth.) Der 13. August war ein weihevoller Freudentag für die israelitische Gemeinde in Sulzbürg. Es wurde an diesem Tage das fünfzigjährige Bestehen der N2N man feierlich begangen. Der ganze Verein, aus 53 Mitgliedern bestehend, fastete bis nachmittags 1 Uhr, nachdem der Vormittag mit Umgehung des Begräbnißplatzes und mit Recitirung des ganzen a^brrn ibö zugebracht war. Um 1 Uhr begab sich der ganze Verein unter Vortritt des Rabbiners und der Vereinsverwaltung in das schön decorirte Festlocal. Zuerst wurde ein Abschnitt aus dem apy v? mit e passender Erklärung vorgettagen, dann hielt unser Rabbiner, Hr. vr. M. Löwenmayer, eine 3I* Stunden dauernde Festrede — über den Mischnatext: abirrs aman n-sb« b? .D^non mb^aa bsn r-mia-n b*l mim br , Es war eine gediegene Rede, die eine ergreifende Wirkung aus jüdische wie christliche Zuhörer hervorbrachte. Die Vereinsverwaltung verfehlte nicht, ihrem verehrten Rabbiner und bereits 21jährigen Vereinslehrer im Namen des Vereins einen werthvollen silbernen und vergoldeten Pokal zu überreichen; worauf derselbe mit tiefbewegter Stimme dankend vor allem einen begeisterten Toast, anknüpfend an die Worte a-am sax via mp« “f Sr. Majestät, unserm geliebten König, Maximilian II., ausbrachte, dessen liebevolles Herz so väterlich sich gegen seine israelitischen Untetthanen bewiesen hat. Auch von anderen Vereinsmitgliedern wurden paffende Toaste ausgebracht. Der reichliche Spendenerttag wurde sogleich unter die Dürftigen vertheilt. Es hat der Verein seit seinem 50jährigen Bestehen bereits über 4000 fl. zu wohlthätigen Zwecken verausgabt und besitzt dennoch einen Capitalstock von über 1600 fl. Nächst diesem Vereine haben wir noch eine a^-iys man mit einem ungefähr gleich großen Capitale — dann einen Religions - Schulfond mit einem Vermögen von 4300 fl. So Großes konnte der religiöse Sinn der Gemeinde, die Tüchttgkeit und Pflichttteue der Gemeinde- und Dereinsverwaltungen im einträchtigen Zusammenwirken mit dem Rabbiner mit verhältnißmäßig geringen Kräften zu Tage fördern. Hirsch Feuchtwanger, Cultus-Vorstand. Aus Bayern, Ende August. (Privatmitth.) Die Correspondenz aus Bayern wird in Ihrem geschätzten Blatte immer seltener, so daß es fast den Anschein gewinnt, als sei von einem deutschen Lande mit einer mehr als 60,000 Einwohner zählenden jüdischen Bevölkerung nicht mehr viel zu sagen, oder auch: es sei die von der salomonischen Weisheit gewiß nicht vergebens erwähnte rmanb nr bei uns thatsächlich herangenaht und geboten. In Wirklichkeit mag es einem Correspondenten aus irgend einer nb-’np oder einem aivrn auf dem Lande jetzt schwer fallen, bei der massenweisen Uebersiedelung in die Städte außer diesem noch Momente herauszufinden, die einen Anhalt zu einer geeigneten, das lesende Publikum interessirenden Darstellung von den Ereignissen des Landes bieten könnten. Wer kann indeß in das Rad der Zeit eingreifen? So müssen wir uns denn mit stoischer Ruhe bescheiden lassen, und diesen bixba, mag er auch für den Einzelnen pro 37

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