Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 27 (1863)
- Issue
- Heft 35 (25.8.1863)
- Date
- 1863-08-25
- Page
- Seite 533 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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533 ten, sondern drß hierzu ein Redactions-ComitL zusammentreten müsse. Unser Zweck war nur, diese und keine andere Idee zu einem Denkmal Rießer's iu Fluß zu bringen und die nächsten Schritte zu vermitteln. Diese Absicht haben wir vollständig erreicht. Die Beistimmung vieler Braven und Edelen bethätigte sich auch sofort, und in diesem Augenblicke liegen bereits circa 1000 Thlr. von circa 500 Spendern bereit. Wir nahmen daher auch sofort den zweiten Gedanken, nämlich den einer Rießer-Stiftung, ins Auge, und sprachen auf Anregung einiger hochherzigen und erfahrenen Männer schon in No. 25 d. Z. als den Zweck derselben die Unterstützung von Juden, die sich als zu Lehrern an Universität und Gymnasium oder als Gerichts-Assessoren befähigt erwiesen haben, aber ihres Glaubens wegen nicht angestellt werden, aus. Auch hierfür kam uns von allen Seiten Zustimmung zu, und hierfür gingen die Beitrage im weitern Verfolge ein. Unser Wunsch ging in Erfüllung. In Frankfurt am Main bildete sich ein Comitö von tüchtigen Männern, welches auch sofort die Herausgabe der Rießer'schen Schriften als Zielpunkt aufstellte. Sobald wir von der Bildung des Comits's unter dem Vorsitz des Herrn Dr. Ä. Weil hörten, schrieben wir alsogleich an dasselbe, daß wir uns ihm nach seiner Coastituirung anschließen würden, da wir in ihm nur die Verwirklichung unsrer Entwürfe sahen. In diesen Tagen hat nun das Comitä einen desfallfigen „Aufruf" erlassen, der, nachdem er in beredter Weise die Verdienste Rießer's besprochen, folgendermaßen fortfährt. „Der würdige Erbe des literarischen Nachlasses des Verewigten hat uns die Herausgabe der ZVerke Gabriel RieHer's in rechtskräftiger Weise übertrage», und wir sind dadurch in den Stand gesetzt, wenn der Ertrag der Unterzeichnungen unfern Erwartungen entspricht, einen ansehnlichen Theil derselben der von uns beabsichtigten Rießer-Stiftung zuzuwenden. Herr Rabb. vr. Philippson, welcher diese Herausgabe in ähnlicher Absicht bereits angezeigt hatte, hat sich mit ehrenvoller Bereitwilligkeit und Selbstentäußerung unserem Vorhaben angeschlossen und sich bereit erklärt, seine schätzbare Wirksamkeit und Thätigkeit, so wie die bei ihm bereits eingegangenen Beiträge demselben zuzuwenden. Wir werden nicht ermangeln, uns zu diesem Behufe, so wie zu allenfallsiger Auswahl unter den Werken, auch die Mitwirkung sonstiger ausgezeichneter Männer und Freunde des Verewigten in seiner Vaterstadt und anderen Städten zu erbitten. Ein Bild des Verewigten, nach unseres Professors Oppenheim Auffassung, wird an der Spitze des ersten Bandes erscheinen, das Ganze vier Bände umfassen. Die hoffentlich dauernde und segensreiche Wirksamkeit der beabsichtigten Rießer-Stiftung möge dem Verewigten ein schöneres Denkmal gründen als Erz und Stein. Da dieselbe, je nach dem Ertrage der Beiträge, eine mehr oder minder großartige Bestimmung und entsprechende Tragweite haben muß, wir auch bei dieser wichtigen Feststellung nicht ohne die Zuziehung einsichtsvoller Männer in anderen Orten, zumal in Rießers Vaterstadt vorangehen wollen, so bleibt die nähere Bestimmung derselben ausgesetzt, bis sich die Beträge der hiermit erössneten Unterzeichnungen mit einiger Wahrscheinlichkeit angeben lassen. Auf alle Fälle soll sie sich als eine dauernde, hoffentlich großartige, nicht auf einen kleinen Raum beschränkte, des Namens, den sie tragen wird, würdige Stiftung bekunden. Zu dieser Rießer-Stiftung sind die Beiträge weder durch ein Minimum, noch durch ein Maximum beschränkt. Möge (wie sich hier in Frankfurt a. M. bereits ehrenwerthe Bereitwilligkeit gezeigt) Jeder nach seinen Mitteln und der Eingebung seines Herzens dazu beitragen, daß es der Stiftung möglich werde, in weiten Kreisen so segensreich zu wirken, wie der Mann, nach dem sie sich nennt! Die von uns unternommene Herausgabe seiner gesammelten Werke in der bereits angegebenen Weise erfordert jedoch nothwendigerweise einen bestimmten Preis derselben, den wir hiermit auf fl. 10. (Thlr. 5^/z.) für die vier Bände stellen. Um nun die Unterzeichnungen zu vereinfachen, habeu wir Folgendes feftgestellt: 1) Jeder Beitrag unter st. l0 ist ausschließlich für die Rießer-Stiftung bestimmt. 2) Wer fl. l0 und darüber beitragt, erhält, unmittelbar nach Erscheinen, ein Exemplar der von uns herauszugebenden Werke Rießer's (in 4 Theilen). 3) Wer mehrfach st. 10 beiträgt, dem steht es frei, bei der Unterzeichnung nach diesem Verhältnis die Anzahl der Exemplare zu bestimmen, welche er beziehen will. 4) In Ermangelung einer solchen, der Unterzeichnung hinzuzufügenven Bestimmung, wird für 35 *