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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-08-18 · Heft 34 (18.8.1863) · p. Seite 524

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 34 (18.8.1863)
Date
1863-08-18
Page
Seite 524 (sequence 10)
Language
German
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524 kelschule in Flor zu bringen und bei den jüngsten an die Gemeinde S. a. Ujhely gerichteten Fragen, seitens Eines königl. ung. Statthalterei-Rathes, die Jnspectoratsangelegenheit betreffend, eine Theilnahmlosigkeit, die an das Unglaubliche grenzt, zu bekunden. Es muß den Schulfreund unter solchen Verhältnissen doppelt freuen, hie und da Ersprießliches zu beobachten, und war denn der Besuch des königl. Oberstudien-Directors Dr. Marion Moravics an unserer Musterhauptschule sür uns alle ein Fest im schönsten Sinne des Wortes. Oberlehrer I. I. Rosenmeyer. Frankreich. Paris, 23. Juli. Julius Oppert, der, wie gemeldet, sür seine Keilschrift-Entzifferungen und Arbeiten über assyrische Sprache und Grammatik zum großen Kaiserpreise (den bekanntlich vor zwei Jahren ThierS erhielt) vorgeschlagen worden ist, hat, wie der Moniteur heute meldet, gestern in der außerorventlichen General-Versammlung des Instituts von Frankreich die große Auszeichnung wirklich zuerkannt erhalten. Sein Concurrent war Mariette. Donaufürstenthümer. Bonn, 30. Juli. Wir haben uns in der Hoffnung, daß die „Presse" sich zum kräftigen Wiederhall unserer Klage über das neue Minifterial-Rescripr gegen die Juden in den Donaufürstenthümern (No. 30) machen werde, nicht geirrt. Der „Levant“ in seiner heutigen Nummer theilt aus unserem Blatte das Nescript mit und begleitet es mit einer scharfen Kritik, aus welcher wir folgende Stellen hervorheben: „Es ist leider wahr, daß der Ex-Oberst Eouza, der Erwählte der Rumänen, sich seit langer Zeit schon ziemlich despotischen Gelüsten überläßt, und daß die Furcht allein ihn verhindert, seine Träume von Autokratie in Miniatur bis zu Ende zu verwirklichen. So wird nach den Ausdrücken dieses höchst intelligenten Rundschreibens der freie Boden der Donaufürstenthümer den Gelehrten, den Künstlern, den Handwerkern und Grundbesitzern u. s. w., sobald sie dem jüdischen Glauben angehören, untersagt, und die Herren Pereira z. B. könnten selbst nur die Erlaubniß zu einem vorübergehenden Aufenthalt erlangen, wenn sie sich als Handeltreibende an der Grenze erwiesen hätten. Wenn die jüdischen Kapitalisten ihrerseits, um ihre Glaubensgenoffen zu rächen, die Fürstenthümer mit dem Banne belegten und deren mageren Credit auf den europäischen Märkten ruinirten, so würde sich die Regierung des Fürsten Couza in einer traurigen Verlegenheit befinden. — Aber wenn wir die Frage aus dem Gesichtspunkte der Grundsätze der Gewissensfreiheit und bürgerlichen Gleichheit betrachten, welche zukünftig die Grundlage jeder lebensfähigen Gesellschaft bilden, ist es nicht traurig, eine Regierung, welche Ansprüche an die Sympathien und die Achtung der liberalen Geister erhebt, mit einer solchen Hartnäckigkeit auf den schlimmsten Traditionen des religiösen Fanatismus beharren zu sehen? Ist es nicht interessant, zu beobachten, wie in demselben Augenblicke, wo die Danksagungen von allen Seiten an den Sultan für die unbeschränkte Duldsamkeit gelangen, von der er die Beweise seinen Unterthanen aller Confessionen giebt, die vorgeblichen Regenerationen von Rumänien sich zu neuen Verfolgungen gegen die Juden erhitzen? Und ist es nicht wahrhaft sonderbar, constatiren zu müffen, daß auf Grund dieser ministeriellen Verordnung der constitutionelle Boden der Moldau-Wallachei dem ehrwürdigen israelitischen Philanthropen Sir Moses Montefiore, welchen Abdul-Azis jüngst mit so edelherziger Höflichkeit empfing, verschlossen wäre? Es giebt dies Stoff genug den Gegnern der Türkei zum Nachdenken." Rußland. Aus Polen, im Juli. Die „Presse" meldet: Murawieff hat nun auch eine Judenverfolgung begonnen. Eine Verordnung des „fixen Mannes" vertreibt sie in mehreren Kreisen aus den Dörfern. Er hält sie für gefährlich, da sie ihren Einfluß auf die Bauern zu Gunsten der Gutsbesitzer benutzen sollen. Eine solche Austreibung der Juden findet in diesem Augenblick in der Umgegend von Brzesc statt. Dem „Nord" wird aus Petersburg vom 21. Juli geschrieben: die neuerdings durch kaiserlichen Ukas ausgeschriebene Recrutirung von zehn per Tausend sei keine kriegerische, sondern nur eine Vorsichtsmaßregel, aber eine sehr ernsthafte. Die westlichen Provinzen sind davon befreit, weil sie ohnehin vom Aufstande genug zu leiden haben. Die Raskolniks (Sectirer) und Juden können Stellvertreter präsentiren, was ihnen bisher nicht

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