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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-08-11 · Heft 33 (11.8.1863) · p. Seite 509

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 33 (11.8.1863)
Date
1863-08-11
Page
Seite 509 (sequence 11)
Language
German
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509 lich nicht unerwähnt lassen, daß uns Seite 2 bei der Unterschrift die Bezeichnung „Armen- und Kranken- Spital-Administration" keine glücklich gewählte zu sein scheint. — Wir sagten oben, daß das Spital das einzige Institut sei, welches diese große Gemeinde aufzuweisen habe; dies führt uns zur Besprechung der seit Jahren angeregten (A. Z. d. I. 1857, No. 52, S. 713), dann verschollenen, später wieder aufgenommeneu und wieder aufgegebenen, in diesem Jahre von Neuem officiell zur Sprache gebrachten Schulftage; was wieder, in Anbetracht des Umstandes, daß es in dieser — wie man sagt — 8000 Seelen starken Judengemeinde, noch solcher Anstrengungen bedarf, um eine Anstalt ins Leben zu rufen, welche in anderen civilisirteu Ländern jede Dorfgemeinde aufzuweisen hat, die geneigte Aufmerksamkeit der geehrten Leser, daher wohl auch einen verhättnißmäßig größern Raum in diesen Blättern zu beanspruchen berechtigt scheint. — Als voriges Jahr aus der Wahlurne ein neuer Gemeindevorstand hervorging, von dem mau — wie bei jedem Personenwechsel bei körperschaftlichen Vertretungen — wenn auch nicht eine radicale Beseitigung, doch mindestens Verbesserung der bis nun verwahrlosten Gemeindezustände erwartete, ergriff eine bedeutende Anzahl Gemeindeglieder die Initiative, indem sie in einer an den Vorstand gerichteten, mit zahlreichen Unterschriften (auch sehr geachteter Firmen) versehenen Zuschrift die Nochwendigkett der Gründung einer zeitgemäßen elementaren Unterrichtsanstalt nachwies und eine solche nachdrücklichst verlangte. Dieser Schritt blieb jedoch erfolglos. Anfangs April l. I. wurde diese todtgeglaubte Frage mtt einem Male wieder ins Leben gerufen, und zwar von kreisbehördlicher Seite. Ein hierauf bezüglicher Erlaß vom 30. März „ladet, nachdem die h. k. k. Statt- Halterei-Comission (Krakau) auf die endliche Durchführung dieser (Eingangs erwähnten) Angelegenheit dringt, den Gemeindevorstand und Ausschuß zu der am 13. April d. I. zu reassumirenden Verhandlung mit dem Bemerken ein, derselbe werde in Anerkennung des chatsächlichen Bedürfniffes .... sich in die Verfassung setzen, das obgedachte Project zu einem günstigen Abschluß bringen zu können." Wir übergchen die am Tage vorher in der Gemeindekanzlei abgehaltene „Dorberathung" — wobei in der Regel die Stimmen weder gezählt noch gewogen, sondern nach der Tragweite des Hörkreises bemessen werden — da wir blos einen Bericht, aber keine chronique scandaleuse schreiben; notificiren blos, daß die Gemeindevertretung, trotz des Geschreies und der Gebehrdungen der Vollblutfanatiker, in einer der Kreisbehörde unterbreiteten schriftlichen Erklärung sich zur Erfüllung des Wunsches der h. Regierung verpflichtete. — Demnach wäre nun die Realisirung des so oft angeregten und vielbesprochenen Schulprojectes mit Gewißheit zu erwarten, und sehen daher die fortschrittsfreundlichen Ettern schulpflichtiger Kinder, so wie alle Mitglieder der Gemeinde, die nicht zur Fahne des Chassidismus geschworen haben, der Herablangung der Beftätigung seitens der h. Statthatterei mit Ungeduld entgegen. Daß dies bis jetzt noch nicht geschehen, beftemdet Viele, die naiv genug sind zu glauben, daß bei der geringen Entfernung Krakau's von Tarnow in 3 Monaten — von Mitte April bis Mitte Juli — eine so dringliche Angelegenhett wohl hatte erledigt werden können. Wir aber, die wir aus Erfahrung wissen, wie wenig man sich bei uns in Galizien in solchen Angelegenheiten überstürzt, (dem Schreiber dieses ist ein Beispiel bekannt, daß einem geprüften Hauptschullehrer, der im October 1858 — also vor etwa fünf Jahren — mittelst des hiesigen bischöflichen Consistoriums um die Bewilligung einer Privatunterrichtsanstalt bei der h. Statthalterei gesuchlich eingeschritteu, trotz der im März 1861 eingereichten Eingabe zur Betteibung, bis heute noch keine Erledigung — weder bewilligend noch abweisend — zugekommen ist) wir sind fteilich nicht so sanguinisch, und sehen einer einstigen Erledigung dieser so hochwichtigen Angelegenheit — so keine unvorhergesehenen Hindernisse eintreten — mit echt deutscher Geduld entgegen. ()ui vivra verra! — Sache des Gemeindevorstandes aber ist es, die Erledigung dieser wichtigen Angelegenhett zu urgiren; und wenn er es — wie wir es gerne glauben wollen — mit der Förderung des Wohles der Gemeinde ernst meint, wird er sich gewiß bestreben, diese so lange schwebende Angelegenhett endlich doch dem erwünschten Ziele zuzusühren. — Serbien. Belgrad, 10. Juli. (Privatmitth.) Es ist bekannt, daß unter der zweimaligen Regierung des Fürsten Milosch Obrenovits die Israeliten Gleichberechtigung erhielten, im Innern Serbiens sich uiederlassen, 33"

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