Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 27 (1863)
- Issue
- Heft 33 (11.8.1863)
- Date
- 1863-08-11
- Page
- Seite 508 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3224737-3226364-3226398--21455-3301364- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
508 dieser Exceste wmden mehrere Berchaftungen vorgenommen." Aus Siebenbürgen, im Juli. Den israelitischen CultuSgemeinden Siebenbürgens wurde, wie Magtz. Jzr. meldet, von Sr. Majestät gestattet, behufs Regelung ihrer Glaubens- und Schul-Avgelegenheiten zu einer in Maros-Basarhely stattfindenden Versammlung zusammenzutreten. Die gefaßten Beschlüsse sind der siebenbürgischen Hofianzlei zur Bestätigung vorzulegen. Tarnow, Anfangs Juli. (Privatmitth.) Gestatten Sie, hochgeehrter Herr Redacteur! daß wir unfern diesjährigen Bericht mit demselben Thema beginnen, mit welchem wir den vorjährigen (A. Z. d. I. 1862, No. 21) geschlossen haben, nämlich mit einem Referate über den „Ausweis der Administration des Tarnower israel. Krankenhauses und Armenfonds über das Jahr 1862", der soeben — freilich um einige Monate zu spät — hier gedruckt erschienen und von der Spitalverwaltung vertheilt wurde. Es verdient diese Anstalt um so mehr Aufmersamkeit, als sie das einzige Institut ist, welches diese große Gemeinde aufzuweisen hat; ein Umstand, der wohl geeignet scheint, eine größere Ausführlichkett des Referates zu rechtfertigen. Gleich auf der Kehrsette des Titelblattes stößt der Leser auf eine auffallende Neuerung. Anstatt der bekannten Namen der früher« 4 Administratoren, welche der orthodoxen (nicht chassidischen) Partei angehörten, und die durch eine lange Reihe von Jahren (zum Theil von 1842—1862) der Verwaltung des Spitales mit pietätvoller Gewissenhaftigkeit vorgestanden und diese mit so geringen Kräften begonnene wohlchätige Anstalt durch vieljährige unermüdete Thätigkeit bis zu einer Höhe gebracht haben, daß die jährlichen Einnahmen und Ausgaben die Ziffer von 7000 fl., die des jährlichen Krankenstandes 500 (im Jahre 1855 sogar 1000) überstieg, also mit vollem Rechte die Schöpfer und Erhalter dieses Institutes genannt zu werden verdienten, findet man jetzt 6 neue Namen, von denen 3 dem Chassidienthum und 3 dem sogenannten Deutschthum angehören. Wir haben nicht die geringste Veranlassung, in die Verwaltung dieser, aus sehr achtbaren Gemeindegliedern bestehenden Fusionsadministralion, einer Schöpfung des neuen, sett Mai 1862 fungirenden Vorstandes, ein Mißtrauen zu setzen; wir können jedoch nicht umhin, den von Vielen gehegten Wunsch auszusprechen : es möge dem Eifer und uneigennützigen Streben der neuen Verwalter gelingen, für das fernere Gedeihen dieses ihrer Leitung anvertrauten Instituts eben so erfolgreich zu wirten, wie ihre Vorgänger, damit auch fie dereinst, wenn es wieder einem etwaigen neuen Gemeindevorstande — hier findet bekanntlich alle 3 Jahre eine neue Borsteherwahl Statt — belieben sollte, neue Einrichtungen zu machen *) und andere Spttaladministratoreu einzusetzen, bei ihrer Amtsniederlegung mit eben so gehobenem Bewußtsein und innerer Befriedigung, wie die frühern, auf ihre Leistungen zurückblicken können. — Jedenfalls liefert uns vorliegender Jahresbericht erfreuliche Resultate. Ungeachtet der zum Neubau des Stockwerkes auf dem rückwärtigen ebenerdigen Flügelgebäudc verwendeten außerordentlichen Ausgaben, weist der Ausweis einen Einnahmebetrag von 8914 fl. 95^/4 kr. (d. vorj. betrug 7783 fl. 68^/4 kr.), Ausgabe 8243 fl. S52/4 kr. (d. vorj. 6709 fl. -(4 kr.) und einen Cassarest von 1797 fl. 30'/» kr. in Baarem (d. vorj. 1126 fl. 21 kr.) und 1750 fl. 50 kr. in Werthpapieren (wie d. vorj.) nach. — Vom 1. Januar bis Ende December 1862 waren im Spitale in Behandlung 688 Kranke; davon wurden ungeheilt entlasten 3, und unter den 53 im Krankenhause Verstorbenen waren 9, die im Sterbezustande eingebracht worden; die Zahl der Genesenen betrug 580. — Unter der Rubrik „Einnahme" erscheint Heuer der Posten von 596 fl. 612 4 kr. als Reinertrag aus der Stiftung der Frau Dwora Wechsler (welche vor mehreren Jahren zu diesem frommen Zwecke ein Bethaus erbauen ließ). — Bei den Spenden von Baumaterialien zu dem oben erwähnten Neubau betheiligten fich mehrere Gemeindeglieder mit dem bedeutenden Quantum von 13,300 Stück Ziegeln. — Unter den Beitragenden zu Gunsten des Krankenhauses erscheinen im diesjährigen Ausweise auch die Namen zweier Christen, u. z. Se. Durchlaucht Fürst Ladislaus Sanguszko mit 2 Klafter Brennholz, und Se. Hochw. Herr Johann Figwer, Kanzler Sen. Domvicar, im Namen einer unbekannten Person mit 2 fl.; was der Seltenheit wegen ausgezeichnet zu werden verdient. — Wir wollen schließ- *) Es existirt hier nämlich kein Gemeindestatul; folglich vermißt man auch die Gemeinde-Orduuog, und die gemeindliche Verwaltungs-Maschine geht hier wie zu weiland der Richter Zeiten; was für die auswärtigen Leser zur Verständniß des obigen Pastus bemerkt werden muß.