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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-08-04 · Heft 32 (4.8.1863) · p. Seite 491

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 32 (4.8.1863)
Date
1863-08-04
Page
Seite 491 (sequence 9)
Language
German
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4SI Blatte ist das Consistorium von Algier durch einen Minrsterialbeschluß aufgelöst worden. Die Gründe sind nicht angegeben. Der Minister hat eine provisorische Commission von drei eingeborenen und zwei europäischen Israeliten zur einstweiligen Verwaltung des Sprengels eingesetzt. — Unter den vom Moniteur belobten Officieren, die sich vor Puebla ausgezeichnet, befindet sich auch ein junger Israelit, Lieutenant in der Artillerie, Adolph Aaron; er hat die Ehrenlegion erhalten. Italien. Aus Oberitalien, 19. Juli. (Privatmitth.) Auch der Fäucatore Israelita dieses Monates enthalt einige intereffante Notizen, die ich Ihnen nicht vorenthalten will. Bis zum 15. l. Mts. hatten 13 Gemeinderäthe der italienischen Gemeinden die Beschlüsse der Versammlung von Ferrara angenommen, hierunter Livorno, Ferrara, Bercelli, Ancona und andere kleinere. Bis nun hat sich übrigens keine Opposition vernehmen lassen; es ist demnach anzunehmen, daß sämmtlichc Gemeinden ihre Zustimmung ertheilen werden. — Herr E. Benamosegh, Prediger von Livorno, hat den zweiten von der Alliance universelle zu Paris ausgesetzten Preis von Tausend Francs erhalten. Der würdige Bischof von Ragusa hat in einem sehr geneigten und wohlwollenden Schreiben, das er an die dortige israelittsche Gemeinde richtete, derselben mitgetheilt, daß die h. Statthalterei den menschenfreundlichen Beschluß des stävtischen Gemeinderalhes, zur Besoldung eines jüdischen Religionslehrers beizusteuern, belobend bestätigt habe. Wie es scheint, ist das bischöfliche Ordinariat das zur Mittheilung besagten Decretes angewiesene Organ der Regierung. — Herr A. Tedeschi in Triest hat die Herausgabe einer in zweimonatlichen Heften erscheinenden Zeitschrift unter dem Namen: La Favilla unternommen, welche über ttalienische und deutsche Literatur handelt, Beittäge in beiden »Sprachen mittheilt und sich auch theilweise mit Politik befaßt. Man erwartet, nach dem gelungenen Versuche der ersten Monate zu urtheilen, diese Zeitschrift werde sich unter ihren Mitschwestern einen ausgezeichneten Platz erringen. — Herr Cav. Israel Guastalla von Modena, dermalen in Turin, hat dem Turiner Municipalausschusse Tausend Francs mit der Anweisung Übermacht, solche an die meistbedürstigen Wohlthättgkeits - Anstalten der Stadt zu vertheilen, und zwar an christliche wie an israelitische. Die Herren Dr. Enrico Fano unv Professor G. I. Ascoli, der ausgezeichnete Orientalist, beide in Mailand, wurden mit dem Mauritius-Orden decorirt. In Ancona hat die Freihett in kurzer Zeit die unerwartetsten Früchte getragen. Das Kleinkinderbewahr-Jnstitut, welches der jetzige israel. Gemeinderath zu errichten beschlossen, erfreut sich der bereitwilligen Unterstützung auch des andersglaubenden Theiles der Stadt. Die Direction der städtischen Asyle verpflichtete sich, 700 Frcs. jährlich zur Unterhaltung desselben beizutragen, und überdies die Hälfte der Einrichtungskosten, welche auf 5000 Frcs. beanschlagt werden, zu tragen. Das philanthropische Eomitat der Frauen Anconas, dessen Vorsteherin die bochwürdige Frau Gräfin Musio, Gattin des Senators und Commentators Musio, ist, schenkte zu diesem Behufe ebenfalls 300 Frcs. als Beitrag zu den Einrichtungskosten. — Das Municipium von Ancona stellte der israel. Gemeinde einen Theil ihres neu einzurichtenden Gottesackers zur Verfügung, und übernimmt die Kosten der Umfriedung und andere hiezu gehörigen Ausgaben. — Im Municipal-Rathe daselbst sitzen auch zwei Juden, welche überdies Mitglieder der dortigen Handelskammer sind. Andere wurden mit anderen öffentlichen Verwaltungen betraut. — Drei israelitische Damen sind dem Anconitaner philanthropischen Frauenverein eingereiht, deren eine, Frau Rachele Servadio, Beschützerin desselben ist. Uebrigens ist in der Gemeinde die ftischeste Regsamkeit wahrzunehmen; viele Jünglinge besuchen das Gymnasium, das Lyceum und die technischen Schulen, und den Bedürfnissen der Gemeinde wird eifrig Rechnung getragen. — Vor einigen Tagen erhielten wir die Trauerbotschaft vom Ableben des siebzigjährigen Rabbiners von Livorno, Herrn Abraham Piperno. Mit ihm verliert das italienische Judenthum einen Mann von anerkannt gründlicher rabbinischer Gelehrsamkeit, und die Gemeinde von Livorno erleidet einen unersetzlichen Verlust. Ueber vierzig Jahre war er daselbst Mitglied des Det-Dia, und in den letzten Jahren das sehr geehrte Oberhaupt deffelben. Laut letztwilliger Verfügung verbat er sich alle Feierlichkeit beim Leichenbegängnisse und sonstige Ehrenbezeugungen sowohl in Livorno als auswärts. Er war ein Mann von altem Schlage! Friede mit ihm! 32

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