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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-08-04 · Heft 32 (4.8.1863) · p. Seite 489

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 32 (4.8.1863)
Date
1863-08-04
Page
Seite 489 (sequence 7)
Language
German
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489 und viel zur Aufklärung über die politische Lage Deutschlands im Jahre 1859 beitrug. Wenn auch später erschienen, so doch verwandt mit den beiden genannten Schriften waren „Deutsche Federn in Oesterreichs Doppeladler", und scharf gegen Frankreich gerichtet: „Gallischer Judaskuß, Antwort auf Edmond About's Schrift: Preußen im Jahre 1860"; ins Gebiet der Europäischen Politik fällt sodann noch „der entlarvte Palmersion". Waren diese Flugschriften nicht viel mehr als weiter ausgeführte Leitartikel, so hatte sich Fischel in zwei eingehendern Brochüren mit den innern Verhältnissen Preußens beschäftigt und in beiden bestimmte Reformen in der Gesetzgebung wie in der Verwaltung vorgeschlagen und besprochen. 1859 erschien von ihm „Preußens Aufgabe in Deutschland — Rechtsstaat wider Revolution" und 1861 eine politische Skizze unter dem Titel „Männer und Maßregeln", welche den ganzen Staats-Organismus kritisch behandelte und nach den Grundlagen zu einem wirklichen Selfgovernment in Preußen untersuchte. Durch Geburt, Erziehung und Studium war Fischel auf England als auf das Vorbild für eine gesunde und glückliche Staatsform hingewiesen; er hatte sich daher früh durch Lectüre und wiederholte Reisen nach London mit Englischen Verhältnissen vertraut gemacht, ohne sie jedoch jemals ohne Vergleich oder Kritik mit denen anderer Länder als Norm gelten zu lassen. Bei dieser Vorliebe für England hatte ihm der Mangel eines ordentlichen Buches über die Englische Verfassung nicht verborgen bleiben können, er beschloß daher, neben Gneist's gelehrtem, aber auch heute noch unvollendetem Werke, ein bequemes und populäres Eompendium über den Gegenstand auszuarbeiten, das 1862 unter dem Titel: „Die Verfassung Englands — dargestellt von Dr. Eduard Fischel" bei Ferdinand Schneider in Berlin heraus kam. Der Verfasser zeigte sich dabei von jeder blinden Anglomanie ftei, er behandelte die Schatten- und Lichtseiten Englands mit gleichem Maße, von der äußern Form ging er überall auf die liefern Grundlagen zurück, forschte nach dem historischen Ursprünge der Dinge und documentirte sich als eben so gelehrter Kenner der Englischen Geschichte wie als scharfsinniger Jurist und staatsrechtlicher Kritiker. Ein solches Buch war ein langst gefühltes Bedürfniß nicht blos für Deutschland, sondern für die po litische Wissenschaft überhaupt, weshalb das nicht billige Werk auch bald nach Jahresftift vergriffen war, woran das Ausland nicht wenig Theil hatte. Dem Verfasser war es vergönnt, noch eine zweite Auflage zu veranstalten, der er sich mit neuem Fleiße zuwandte und die in vielfach umgearbeileter und verbesserter Gestalt zum Erscheinen fertig ist. Zugleich mit dieser zweiten Auflage und nach dem Manuscripte derselben bearbeitet, ist Fischel's Verfassung Englands — von der Englischen wie von der Deutschen Kritik gleich günstig und liebevoll beurtheilt — in einer Englischen Uebersetzung erschienen; vor wenigen Wochen hatte der Verfasser die Befriedigung, das schön ausgestattete Exemplar von dem Englischen Verleger zu empfangen. — Mit diesem Hauptwerke, mit dem er sich ein bleibendes Denkmal in der Wissenschaft gesetzt, ist leider Fischel's Thätigkeit für immer geschlossen; sie hat sich, außer in den genannten selbständigen Arbeiten, noch vielfach in wissenschaftlichen Zeitschriften bewährt. Eben ging er mit einem neuen Werke um, das so ganz seinen Fähigkeiten und seinem Geiste zusagte. Er beabsichtigte nämlich die durch die Französische Revolution von 1789 im Europäischen Staatsrechte hervorgebrachte Umwälzung geschichtlich und staatsrechtlich zu beleuchten und glaubte darin seine vielfach vertretene Ansicht darthun zu können, daß jene Revolution auch auf dem staatsrechtlichen Gebiete weniger neue Ideen zu Tage gefördert, als alte despotische Maximen in neuem Gewände zu Zeitgedankcn erhoben habe. Im Kopfe hatte Fischel die Grundzüge des Buches fertig, dem Verfasser dieser Zeilen legte er vor wenigen Wochen die Materialien vor, die er zur Ausführung desselben zu sammeln angefangen. Weitere wollte er sich auf einer Reise durch Frankreich, besonders nach Paris, zugänglich machen. Dorthin, nach der Französischen Schweiz und Heidelberg richtete Fischel Ende Juni seine Reise, wobei er zugleich die Absicht hatte, seine bereits eingeleitete Habilitation als Docent an der Badischen Universität zur Thatsache zu machen. In Preußen war nämlich für ein Talent wie das seinige keine geordnete Thätigkeit im Staatsleben zu erwarten. Wie ihm als Juden in der juristischen Facultät keine Aussicht blühte, so war ihm auch die Richterlaufbahn verschlossen und um die Anstellung als Rechtsanwalt hatte er sich bis ans Ende vergebens bemüht; so entschloß er sich, wenn auch schon spät, doch bei weitem noch nicht zu spät, die academische Carrwre an einer Deutschen Universilät zu betreten, wo ihm sein Glaube kein Hinderniß war. Diese, ihm durch Studien, Kenntnisse wie durch Rede-, Lehrgabe und einen guten Bortrag vorgeschriebene Laufbahn sollte Fischel

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