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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-07-28 · Heft 31 (28.7.1863) · p. Seite 477

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 31 (28.7.1863)
Date
1863-07-28
Page
Seite 477 (sequence 9)
Language
German
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477 konnte, so bewilligte der Kaiser im Jahre 1859 denselfallsige Abänderung des §. 7 der Notariats - Ordnung ben 60VV fl. aus dem ungarisch-jüdischen Fonds zu vorsch'ug. — Nach der „Presse" sind an der Prager leihen. In solcher Weise wurde es der Gemeinde mög- Universität sehr heftige Conflikte über die Frage, ob lich, ihre Intentionen auszuführen. Hierauf richtete prot.srantische Professoren zu Rectoren und Decanen der Cardinal-Primas an den ehemaligen Cultuserwählt werden können, ausgebrochen. Man ersieht minister folgendes Schreiben: hieraus abermals, daß, wo confessionelle Beschränkun- „Eure Excellenz! Als mir durch den Dechant und gen stattfinden, diese nicht blos die Juden betreffen, Pfarrer zu Neuhäusel amtlich berichtet wurde, daß und daß an eine zweifellose Gleichberechtigung und an die dortige israelitische Gemeinde zum Baue einer den coufessionellen Frieden nicht eher zu denken ist, neuen Synagoge und Schule ein Local gewählt hätte, als bis die letzte Spur confessioneller Vorrechte verwelches zufolge seiner Lage keineswegs für den schwunden ist. An den preußischen Universitäten bemit dem Kreuze Jesu im Widerspruche steklagen sich die Katholiken, an den österreichischen die henden mosaischen Cultus geeignet erschei- Protestanten, und die Klagen werden nicht aufhören, nen darf, habe ich mich sogleich an die Statthalals bis die Juden sich über keine mehr zu beklagen terei-Abtheilung in Preßburg gewendet, jedoch leider, haben. — Der Bericht aus der Sitzung vom 14. Juli wie dies aus der abschriftlich beigeschlossenen Zuschrift lautet: Don Dr. Mühlseld ist anläßlich der von ihm ddo. 27. Juni l. I., Z. 14,920, ersichtlich ist, ohne überreichten Petition der Antrag auf Aufhebung der den gewünschten Erfolg. das Notariatsamt an die Bedingung des christlichen „Da ich mich mit dieser abschlägigen Resolution Bekenntnisses knüpfenden Beschränkung (§. 7 der Noum desto weniger zuftiedenstellen kann, indem mir tariats - Ordnung) eingebracht worden. Dr. Mühlfeld von (Seite der über das ftagliche Unternehmen der beantragt, daß ein aus 12 Mitgliedern bestehender Israeliten entrüsteten Psarrkinder eine Petition sammt ständiger Ausschuß für confessionelle Fradem Promemoria zukam, wollen Eure Excellenz die gen niedergesetzt, und daß die Entwersung des den gegen das erwähnte Unternehmen streitenden hochobigen Gegenstand betreffenden Gesetzes eben diesem wichtigen Gründe in gnädige Berücksichtigung ziehen ständigen Ausschüsse zugewiesen werde, und die Ausführung desselben hochgeneigtest ver- Präsident stellt die Unterstützungsftage zu dem hindern. Mühlfeld'schen Anträge. Es erheben sich zur Unter- „Es handelt sich ja nicht um die Verhinderung stützung der größere Theil der Linken, wenige aus dem des Baues im Allgemeinen, sondern nur um die An- Centrum, auf der Rechten nur Dr. Zyblikiewicz: der Weisung eines andern, den katholischen Cultus, das Antrag ist hinreichend unterstützt. — katholische Gemüth nicht beirrenden Platzes. Geneh- Die „Presse" berichtet: Wie wir der Allg. Med. migen rc. Gran, 12. Juli 1859. Ztg. entnehmen, wurde in der letzten Sitzung des Pro- Jstvan Cardinal Scitowsky, Primas." I fessoren-Collegiums der medicinischen Facultät Dr. I. Schnitzler zum Assistenten an der Klinik des Hof- Der Bau wurde nicht unterbrochen. — In Linz waren Pöbelexcesse; an und für sich gerathes Professor Oppolzer ernannt. Diese Ernennung gen die „Verzehrungssteuer" gerichtet, wurden sie, weil ist insofern von Belang, als es unseres Wissens noch die Beamten dieser Mauth zufällig Juden sind, gegen nicht oft geschehen ift, daß ein Jude Assistent an der diese gerichtet. Den Pächtern der Steuer, Gebrüdern österreichischen Universität wird. Noch vor nicht allzu Weiß, kann man durchaus keine Ueberschreitung ihrer langer Zeit wurde einem Professor, der einen Juden Befugnisse zuschreiben; es war lediglich die Lust des zum Assistenten vorschlug, bedeutet, daß er nicht ver- „süßen Pöbels", die sich an zerbrochenen Fenstern und gessen möge, daß er Professor an einer katholischen Schimpfteden perlustrirte. Die Behörden schafften, da Universität sei. sich die Excesie am andern Tage wiederholten, bald Ruhe. — Krakau, 6. Juli. iPrivatmitth.) Das Brand- Jn der gestrigen Sitzung des Unterhauses brachte Unglück, welches die ganz von Juden bewohnte Stadt der Abg. v. Mühlfeld einen Antrag auf Zulassung Wisznicz betroffen hat, ist in der That so furchtbar, der Israeliten zu Notarstellen ein, indem er eive deswie es in diesem Bl. beschrieben wurde. Es sind nicht 31

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