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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-07-21 · Heft 30 (21.7.1863) · p. Seite 464

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 30 (21.7.1863)
Date
1863-07-21
Page
Seite 464 (sequence 12)
Language
German
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464 Leopold C. Newman, welche am Dienstag von Washington aus nach dieser Stadt gebracht wurden, sind gestern ihrer letzten Ruhestätte auf dem Gottesacker „Cypreß-Hill" übergeben. Oberst-Lieutenant Newman war in seiner Stadt Advocat, ehe der Krieg ausbrach. Als er eine Lieutenantsstelle im 31. Regiment N.-I.-B. erhielt, trug er viel dazu bei, die Reihen zu vervollständigen. Er socht in allen Schlachten, an denen das Regiment Theil nahm, und wurde für seine tapfere Haltung zum Capitain ernannt. Er wurde allmälig zur Stelle eines Oberst-Lieutenants befördert, und als Solcher führte er das Regiment bei dem letzten Sturme auf Fredericksbourg, wobei er am linken Fuße verwundet wurde. Da einige Knochen zersplittert waren, wurde von den Wundärzten eine Amputation für nothwendig erllärt, bei deren Vollziehung er starb. Sein Körper ward gestern mit militärischen Ehren zu Grabe bestattet. Das 28. Regiment, National-Garde, gab das Geleite. Eine Anzahl beurlaubter und entlassener Soldaten, wie auch eine große Anzahl Bürger folgten dem Leichenbegängniß. —. Das „Jew. Rec.“ führt die Namen von achtzehn jüdischen Lehrerinnen auf, welche an den öffentlichen Schulen von New-Aork angestellt sind; außerdem zwei Professoren an der freien Universität daselbst. lMan ersieht hieraus, daß die Juden hier in industrieller wie in militärischer Beziehung, so auch für die Volksbildung und die Wiffenschast ihr zahtreiches Contingent stellen. Die Red. d. A. Z. d. I.) a t v * <$♦ Hamburg, im Juli. (Privatmitth.) Am Sonntag den 28. Juni fand in aller Frühe hier die Enthüllung des zum Andenken an den im November 1862 verstorbenen Herrn vr. Gotthold Salomon von seinen Kindern und Schülern gesetzten Leichensteins auf dem jüdischen Gottesacker statt. Nach einem von dem Knabenchor des neuen israel. Tewpelvereins gesungenen Liede hielt einer der früheren Schüler des Verstorbenen eine würdige Ansprache an die um das mit Blumen und Kränzen geschmückte Grab versammelten Kinder, Schüler und Verehrer des Dahingeschiedenen. Nach derselben wurde der bisher verhüllte Leichenstein unter Absingung eines Männerquartetts enthüllt, und unmittelbar hierauf hielt Herr vr. Frankfurter, der frühere Amtsbruder des Verstorbenen, eine gehallvolle Rede über 1. Mos. 28, 22, in der er vorzugsweise hervorhob, daß der Geliebte zwar gestorben, die Liebe zu demselben aber geblieben, daß der Wirkende zwar dahingegangen, die Werke deffelben aber dauern, und daß dieser Denkstein eine Gottesstätte werden möge, um dafür zu zeugen, daß derjenige, welchen er deckt, treu dem Gotte der Väter und seiner Lehre angehangen, und daß er ein reiches Beispiel bleibe für Alle, die ihn jetzt umgeben. Ein abermaliges Männerquartett schloß diese feierliche Handlung, welcher viele Verehrer des Verstorbenen und die ganze Direction des neuen israel. Tempelvereins beiwohnten und gewiß nicht unbefriedigt diese heilige Stätte verließen. — Auf dem sehr kunstvoll gearbetteten Leichensteine befinden sich in hebräischer Sprache die Wotte ans dem Buche Daniel 12, 3. und die deutschen Worte: Des Redners Wotte sind seine unsterblichen Thaten! als Hauptinschttft, unter welchen die Wotte: Denkmal der Liebe und Verehrung, dem Herrn Di*. Gotthold Salomon, Prediger am neuen israel.Tempel zu Hamburg, und seiner Gattin Frau Dottottn Rosette Salomon, geb. Cohen, gewidmet von liebenden Kindern und dankbaren Schülern! sich befinden. — In einigen biographischen Notizen über Rießer findet sich der sonderbare Jrtthum, derselbe sei Notar bei der hiesigen israelitischen Gemeinde gewesen. Die hiesigen israelitischen Gemeinden haben aber nie einen Notar in ihren Diensten gehabt; es war aber vor der Emancipation hier gesetzlich, daß es 2 öffentliche Notarien von jüdischer Religion geben könne, welche im vorigen Jahrhundett gewöhnlich aus den Portugiesen gewählt wurden. Da nun 1839 eine solche Bacanz eingetteten war, so wurde Rießer auf seinen Wunsch, allerdings mit Empfehlung des Gemeindevorstandes, zum Notar, übttgens ohne alle weitere speciell jüdische Beziehung erwählt und blieb es bis Ende 1857. — Ich erlaube mir hier zu bemerken, daß es nicht überflüssig sein dürfte, vorzusorgen, daß die Juden in Korfu bei Uebergabe dieser Insel an Griechenland nicht wieder dem ehemaligen Druck verfallen. Paris, 9. Juli. Die Academie der Jnschttften hat für den zweijähttgen Kaiserpreis in diesem Jahre dem Institute ein verdienstvolles Werk vorzuschlagen.

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