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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-07-21 · Heft 30 (21.7.1863) · p. Seite 463

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 30 (21.7.1863)
Date
1863-07-21
Page
Seite 463 (sequence 11)
Language
German
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463 ES ist das Loos aller großer Männer, von ihrem Zeitalter verkannt zu werden, und erst die spatere Zeit laßt ihnen und ihrem Wirken Gerechtigkeit widerfahren. Dieses Loos trifft auch Hrn. Lachovarh. Die Vorsehung hat ihm nicht gegönnt, die Ausführung seiner mit so vieler Weisheit gewürzten Mandate noch unter seinem Regimente zu sehen und deren Folgen zu genießen. Er ist längst nicht mehr Ministervertreter; allein seine Ordres werden jetzt von den anderen Beamten studirt, um den möglichsten Nutzen daraus zu ziehen. Der Eingang des Erlaffes beweist zur Genüge, von welcher Quelle Herr L. sein Wiffen geschöpft hat; das Land seiner Ministerwirksamkeit wird ihm schwerlich Dank dafür wissen, und die russischen Staatsmänner es sich nicht besonders zur Ehre rechnen, in effigie so daznstehen. Will Herr L. die schon seit Jahren hier ansässigen Israeliten nicht über die Grenze weisen, so muß er dulden, daß nicht blos die handeltreibenden Israeliten, sondern auch die zur Erziehung und Bil düng der Jugend nöthigen Lehrer und Lehrerinnen israelitischer Confession, ebenso die religiösen Funktionäre sammt Familien, die bis jetzt noch nicht auf rumänischem Boden wachsen, sondern vom Auslande bezogen werden müffen, ins Land der Lachovari kommen. Nach der Weisheit des Herrn L. hätte der verstorbene, noch bei seiner Beerdigung gefeierte vr. Barrasch uicht ins Land kommen dürfen. Herr L. lege die Hand aufs Herz und ftage sich, wer dem Lande mehr genützt hat, Herr vr. B. als Literat, Arzt und Pro seffor, oder Herr L. als Minister-Stellvertreter. Mein das kümmert Herrn L. nicht; er verbietet allen Män nern der Kunst und Wissenschaft, Doctoren, Professo ren, Ingenieuren u. A., Allen, die nicht vom Handel leben, den Eintritt, sofern sie Israeliten sind. Er kümmert sich eben so wenig um Tractate, um die Reclamaüonen auswärtiger Mächte, welche die Achtung ihrer auf Jahre ausgestellten Päffe fordern. Für die israelitischen Capitalisten und Eisenbahnbauunternehmer aber dürfte dieser Erlaß ein Wink sein, sich nicht mit Anlehen und Bauten im Lande der Lachovari zu befassen oder visterie Mandate zu kaufen, die Monate lang nicht bezahlt werden. — Zur Ehrenrettung der rumänischen Natton muß jedoch erwähnt werden, daß die Stimmung im Volke gegen die Israeliten hier zu Lande eine ganz friedliche und fteundliche, das Volk ist besser als seine Lachovari — und daß der angeführte Erlaß nicht etwa Folge eines Kammerbeschlusses oder einer Minister-Conferenz ist, sondern einzig und allein geistiges Product des Herrn Lachovari." — Amerika. New-Aork, 12. Juni. Das „Jew. Rec.“ enthält Folgendes: Man kann nur mit Befriedigung wahrnehmen, daß unter den vielen Tausenden, welche Gut und Blut auf dem Altar ihres Vaterlandes darbringen, sich so Biele befinden, welche in anderen Ländern geboren sind. Als die Kriegstrompete durch das Land erscholl, eilten sie einmüthig zum Schutze der Landesfahnen herbei; angetrieben durch den reinsten Patriotismus, von dem ernsten Wunsche erfüllt, eine Wiederherstellung der Union zu Stande zu bringen, stellten sie großmüthig ihre ganze Existenz zur Verfügung der Regierung. Hervorragend unter denjenigen, welche so hochherzig dem Ruse ihres Vaterlandes Folge leisteten, nennen wir Colon el Simon Levh, von dem Regimente der „Enfants perdus“, in New - Jork. Obgleich ich den Col. L. nur seit kurzer Zeit kenne, kann ich nicht leugnen, daß seine Handlungen, meiner Meinung nach, die vereinten Eigenschaften eines Gentleman und Soldaten kund geben und den ungetheilten Beifall aller derer, die ihn kennen, verdienen. Für seine schnelle und zeittge Intervention bei der Unterdrückung des Aufstandes zu Camp Spragne ernannte ihn der Befehlshaber zum Obersten des Regiments der „Enfants perdus." Bei seinem Rücktritt von dem Commando zu Camp Spragne traten die vorzüglichsten Ofsiciere des Postens zu einem Meeting zusammen, und der Beschluß wurde einstimmig angenommen, den Colonel feierlichst zu beglückwünschen und ihn jedem Ofsiciere auf dem Schlachtfelde als vorzügliches und würdiges Beispiel anzuempfehlen. Der Colonel wurde auf seinen eignen Wunsch von seinem Posten bei Camp Spragne abgelöst und wird schleunigst zu seinem Regimente in das Feldlager zurückkehren, und in Hinsicht auf seine Abreise erlaube ich mir, im Namen seiner zahlreichen Freunde in dieser Stadt, ihm ihre besten Wünsche für sein künftiges Wohlergehen auszusprechen, ebenso wie für seinen geehrten und würdigen Sohn, Capt. Ferdinand Levy, welcher seinen Vater auf dem Felde der Ehre begletten wird. —. Der verstorbene Oberst-Lieutenant New man. — Die Ueberreste des gefallenen Oberst-Lieutenant 30**

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