Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 27 (1863)
- Issue
- Heft 30 (21.7.1863)
- Date
- 1863-07-21
- Page
- Seite 465 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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465 Am 3. d. M. hat sie sich mit 16 von 31 Stimmen für Julius Oppert's Entzifferung der Keilschriften von Babylon und Ninive entschieden, während für August Mariette's ägyptische Ausgrabungen 14 stimmten. — Wir freuen uns, diese abermalige Anerkennung unsres verdienstvollen Landsmannes und Glaubensgenoffen registriren zu können. Gerade daß er mit einem so ausgezeichneten Concurrenten zu kämpfen gehabt, ist für ihn eine Befriedigung. Pyritz, 9. Juli. (Privatmitth.) Der Rector der hiesigen Bürger- und Mädchenschule, Kaumann, lehrte jüngst unter Anderem, daß die Juden und Heiden Stiefkinder Gottes seien, und hatte die Dreistigkeit, in dieser Beziehung bei der öffentlichen Prüfung einige Fragen an seine Schülerinnen zu richten. Nachdem der jüdische Religionslehrer Wolfermann durch einige jüdische Schülerinnen Kenntniß hiervon erhalten hatte, fühlte er sich gedrungen, in einem hier erscheinenden Blatte eine treffende Erwiederung zu veröffentlichen. Was für Begriffe von Gott und Religion setzt solche Ausdrucksweise voraus!! Klavuo, 9. Juli. (Privatmitth.) Ich komme, Ihnen mit Folgendem die traurige, ja leider sehr erschütternde Nachricht zu bringen, daß den letzten Frettag, Nachts bei Einbruch des ra», die Jsraeliten-Gemeinde Wißnicz, zum Bezirke Bochnia in Galizien gehörend, durch eine furchtbar verheerende Feuersbrunst dermaßen heimgesucht wurde, daß gegenwärtig an der Stelle der von 1500 Seelen bewohnten Khila nunmehr ein öder, leerer Schutthaufen sich befindet. Bethaus sammt den Gesetzrollen, so auch das Lehrhaus, Alles ist ein Raub der Flammen geworden. Das Geschrei und das Wehllagen dieser armen Unglücklichen ist grenzenlos; ohne Obdach, ohne Nahrung irren diese Unglücklichen von einem Ort zum andern. Bei diesem traurigen Unglücke sind auch 2 Menschenleben umgekommen. Die armen Wißniczer, welche sich früher mit Krämerei und Kleinhandel ernährten, sind nun angewiesen, die Wohlchaten edler Menschen in Anspruch zu nehmen. Ich finde mich daher gedrungen, Sie, Hochwürdiger Herr Rabbiner, sehr zu bitten, diese traurige Katastrophe in Ihrem geschätzten Blatte für das „Judenthum" anzeigen zu wollen, um die edlen, wohlwollenden Herzen Israels zur Theilnahme für diese Unglücklichen zu stimmen. Ueberzeugt und von dem Bewußtsein beseelt, daß man bei einem jüdischen Herzen warme und aufrichtige Theilnahme findet, so sich ein Bedrängter und Unglücklicher an ein solches wendet, glaube ich, daß ein Aufruf an sämmtliche israelitische Brüder für eine hülsteiche Unterstützung gewiß nicht fruchtlos sein wird, und um dem Unglücke der armen Wißniczer baldigst eine Linderung zu verschaffen, wolle man zu diesem Zwecke alle milden Beisteuern und Unterstützungsgelder an die Löbliche Bezirks-Behörde in Bochnia geneigtest einsenden. Albert Löw. Anzeigen. B a c a n z. In unserer Synagogen-Gemeinde wird zum 1. September c. die Cantor-, Schächter- und Lehrerstelle vacant. Gehalt 300 Thlr., Nebeneinkommen circa 200 Thlr. Meldungen und Zeugnisse sind stanco an den Unterzeichneten Vorstand zu senden. Reisekosten werden nicht erstattet. Deutsch-Eylau, den 1. Juli 1863. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Ein israel. geprüfter Lehrer, der auch Vorbcter und Schächter ist, in den hebräischen, deutschen Fächern und der französischen Sprache Unterricht ertheilt, durch gute Zeugnisse über seine Befähigung cnchfohlen, wünscht bei einer Gemeinde in Westphalen oder Rheinland September oder October d. 2. Stelle. Franco-Offerten unter A. E. 16. bcs. BaUUlgiirtuer's Buchhandlung. Ein theoretisch und praktisch gebildeter Elementarlehrer, der seine Lehrbefähigung im Hebräischen und Deutschen Nachweisen kann und erbötig ist, vor einem aus Fachmännern gewählten Comitä Proben seines Lehrgeschicks abzulcgen, findet an der hiesigen israelitischen Schule eine dauernde Stelle. Die Functionen dieser Lehrstelle, die mit dem 1. October l. I. beginnen, umfassen 36—38 Wochenlectionen. Der jährliche Gehalt ist für den Anfang auf fl. 700 festgesetzt und steigert sich bis auf fl. 800. Bewerber wollen sich in stankinen Zuschriften wenden an den Vorstand der israelitischen Schule in München. 21. Wolfsheirner.