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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-07-14 · Heft 29 (14.7.1863) · p. Seite 445

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 29 (14.7.1863)
Date
1863-07-14
Page
Seite 445 (sequence 7)
Language
German
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448 fl. 25,000 auf den Altar der Toleranz und Humanität, um ein Denkmal zu errichten, wie sie Erkenntlichkeit zu Pflegen und zu hegen wissen. AuS den Zinsen sollen bedrängte Lehrer aller Confessionen unterstützt werden, und nur Lehrer, weil diese den Keim der Menschenliebe und der Eintracht in den Herzen kommender Generationen heranziehen können und werden. — Alle Anerkennung! — Unsere hohe Regierung hat unS nun emancipirt, — aber leider haben wir uns selbst noch nicht emancipirt. Und wo fehlt's? wird man fragen. Leider bildet unsere Oberbehörde den Hemmschuh für jeden guten und nützlichen Fortschritt. Unsere Rabbiner thun gar nichts, außer opponiren, wenn nicht immer ihr Rath zuvor eingeholt wird und sie nicht zu einer Revision gedrängt werden, und jeder derselben fürchtet sich, oder ist zu stolz in die Bahn des seligen Rabb. Präger einzulenken. Eine neue Kirchenverfassung sollte ins Leben treten; — alles ist verstummt. Doch nein! erging doch vor kaum 6 Monaten ein Erlaß durch das Land, daß künftighin die badischen a'snvs 3 Kr. von einer Gans und 6 Kr. von einer Geis:c. verlangen dürfen. Welch ein Fortschritt! Zum Danke dafür singen unsere 2-3771 jetzt im Gottesdienste aus allen Opern und Lustspielen Arien und Paradien! — Woraus warten die israelitischen Männer Baden's? Wer seine Sache — und es gilt hier die heiligste — selbst in die Hand nimmt, dem wird geholfen! Sobernheim, 2. Juli. (Privatmitth.) In diesen Tagen erfreute auf seiner Rückreise von Konstantinopel Sir Moses Montefiore Kreuznach mit seinem Besuche. Wie bekannt, unternahm dieser greise Vorkämpfer für die Sache seiner Glaubensgenossen die Reise nach dem Oriente nur zu dem Zwecke, um bei dem Sultan die Bestätigung der unter dem früheren Sultan den Judeu bereits gewährten Rechte und die Erlaubniß zu erwirken, in Jerusalem Armenhäuser für seine Glaubensgenossen bauen zu dürfen. Möchte Israel noch viele solche Männer aufzählen, die, reich an irdischen Schätzen, hochangesehen bei den Großen der Welt, diese ihre glückliche Stellung heilfördernd für ihre Mitbrüder verwenden! Wie oft findet man das Gegentheil! Wie oft schämen sich gerade die Gesegnetsten ihrer Glaubensbrüder und möchten lieber für Alles, nur nicht für Juden angesehen werden! Nicht so denkt der ehrwürdige Sir Moses M., nicht so der löbliche Gemeindevorstand Kreuznachs. Kaum war die Kunde von der Anwesenheit des lieben Gastes bekannt geworden, als die den Vorstand bildenden Herren Jacob Woeg, Joseph Stern, Joseph Leoboldi, Moses Marcus und Heinrich Scheger unter Begleitung ihres Rabbinen Herrn S. Bamberger sich anschickten, den biedern Mann in ihren Mauern willkommen zu heißen. Herr Heinrich Scheger nahm das Wort, um den der deutschen Sprache nicht mächtigen Glaubenshelden in englischer Sprache zu begrüßen, und der löbliche Vorstand hatte die Ehre, auf das Freundlichste und Herzlichste empfangen zu werden und aus dem Munde des Sir Moses zu vernehmen, daß Gott seine Bemühungen mit einem glücklichen Erfolge gekrönt habe, indem der Sultan auf seine oben angeführten Bitten erwiedert: daß nicht, weil es Pflicht, sondern weil es ihm Vergnügen mache, er die Israeliten in gleichen Rechten mit allen seinen übrigen Unterthanen halten wolle, und aus diesem Grunde solle seinem Gesuche ganz entsprochen werden. Sir Moses besuchte am Sabbathe die Synagoge, in welcher der Rabbiner, ein in talmudischer, wie in Profanwissenschaft hochstehender, durch seine Biederkeit und Treue allgemein geschätzter Mann das Predigerami versieht, welches er an diesem Sabbathe so meisterhaft führte, daß dem alten, ehrwürdigen Manne bei der trefflichen Behandlung des Textes: ni732 bs-bn:73i , bsrbn: n:na73i . n:-:- -12172-21 '"121 111732731, so wie bei dem eigens auf seine hohe Mission in hebräischer Sprache abgefaßten und nach Beendigung der Predigt gesprochenen Gebete Thränen der Rührung und der Erbauung entlockt wurden. Groß war die Freude des Sir Moses, als beim Abschiede am Sonntage Herr Scheger ihm zur freundlichen Erinnerung No. 23 und 24 der Allg. Zeitung des Judenthums überreichte, in welchen ein trefflicher Artikel, L. H. unterzeichnet, „Zwei Tage in Begleitung Sir Moses Montefiore" enthalten ist. Indem ich nun zum Schluffe der lieben Nachbargemeinve Kreuznach herzlich für ihre diesem Manne gezollte Ehrerbietung danke, drücke ich meine innigste Freude über das fort und fort sich mehrende, kräftigende religiöse Gemeindeleben aus und hoffe, daß Hr. Rabbiner Bamberger, dessen Bemühungen um die Gemeinde so erfolgreich gewesen sind, noch eine lange

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