Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 27 (1863)
- Issue
- Heft 29 (14.7.1863)
- Date
- 1863-07-14
- Page
- Seite 444 (sequence 6)
- Language
- German
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444 selbe sehr großen Vortheil für die Schweiz bringt, nanientlich durch den Absatz nach Holländisch-Indien, dagegen sehr geringen Vortheil für Holland, da er nicht auf dem Princip des Freihandels beruht, sondern nur einzelne Waaren befaßt. Um so weniger durfte die Regierung von dem holländischen Grundrechte völliger Gewissensfreiheit und Gleichberechtigung aller Confessionen absehen. Will sie daher mit einer fremden Macht einen Vertrag schließen, so muß sie vorerst dieses Grundrecht des holländischen Staates geltend machen und verlangen, daß, wie den Bürgern jenes Staates gleiches Recht ohne Unterschied der Religion in Holland gewährt wird, dies auch Len holländischen Bürgern in dem fremden Lande zugesichert werde. Glückt es ihr hiermit nicht, so darf sie um keiner andern Vortheile willen dieses Grundrecht verletzen, sondern muß die Verhandlungen aufgeben. Aehnliches kam in dem Vertrage Holland's mit Portugal über Timor vor, und es wurde dieser so lange zurückgewiesen, bis gegenseitig volle Religionsfreiheit in den ausgetauschten Landstrichen zugesichert war. Warum sollten wir also diesmal anders verfahren? Abg. van Eck spricht gegen diejenigen, welche gesagt haben, daß Holland andere Staaten zu Duldsamkeit und Gerechtigkeit nicht zwingen könne. Es sei aber ein ganz Anderes, Andere zum Princip der Gewissensfreiheit zu zwingen, oder aber an der Aufrechthaltung der Unduldsamkeit und des Unrechts mitzuwirken. Letzteres geschehe durch den vorliegenden Vertrag, der deshalb verworfen werden müsse. Der Redner führt noch auf, daß jener Vertrag mit Portugal einen Landstrich betroffen habe, in welchem nur Katholiken wohnten, daß aber die holländische Kammer in der Befürchtung, es könnten sich doch einst Protestanten niederlassen wollen und von der portugisischen Regierung behindert werden, ihre Zustimmung zu dem Vertrage so lange versagt habe, bis die Glaubensfreiheit für die zukünftigen Falle gesichert worden. Dies sei unter einem nicht liberalen Ministerium geschehen, welches die Kammer zu stützen die Neigung hatte. Um so mehr müsse man jetzt in gleicher Weise verfahren, wo es sich um das wirkliche Interesse und die factische Wahrung des holländischen Grundrechtes handle. «Schluß folgt.) Spenden-Liste fiit die Mieter - Stiftung 1) zur monumentalen Herausgabe der Schriften Rießesss, 2) zur Unterstützung solcher Israeliten, die Gerichlsassessoren oder zu Gymnasial- und Universitäts- Lehrämtern befähigt, aber ihrer Religion wegen nicht angestellt sind. 309) Der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde in Wien 100 fl. ö. W. ----- 60 Thlr. 310) Der Leseverein in Jebenhausen 6 fl. ----- 3 Thlr. 13 Sgr. 311) I. Goldfarb in Pr.-Stargardt 3 Thlr. 312) Lehrer Rosenberg in Pesth 2 Thlr. 313—318) Lehrer Goldstein in Grevenbroich ges. von ihm selbst 15 Sgr., B. Rothschild 2 Thlr., PH. Fleck 1 Thlr., A. Fleck 1 Thlr., Jos. Fleck 15 Sgr., B. Hirsch in Jülichl Thlr.; zusammen 6 Thlr. 319—339) Ober-Rabbiner Joseph Kahn in Trier gesam. von ihm selbst 1 Thlr., Jsac Schmal, Cantor, 20 Sgr., Jos. Lion Kahn 1 Thlr. 10 Sgr., M. Levy, Mitgl. d. israel. Consistoriums in Trier, 1 Thlr., Jacob Weil I o Sgr., Adelheim, vr. weck.. 20 Sgr., S. Marx 15 Sgr., Jacob Loeb 15 Sgr., S. Haas 10 Sgr., M. Herrmann 10 Sgr., G. Allmayer 10 Sgr., A. Löser 10 Sgr., I. Haas 15 Sgr., A. Marx 10 Sgr., Gebr. Schloß 15 Sgr., Ungenannter 20 Sgr., D. Leob 1 Thlr., L. Simon 1 Thlr., I. Isaak 20 Sgr., Levy, Dr. weck, in Saarburg, 15 Sgr., F. Müller, Lehrer in Conen, 10 Sgr.; zusammen 13 Thlr. 340) Rabb. Di*. Schidloff in Tschau 20 Sgr. 341) I. Blauster« das. 2 bahr. fl. ----- 1 Thlr. 4 Sgr. 2 Ps. Gesammtsumme: 819 Thlr. 27 Sgr. Die Redaktion. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Vom badischen Oberlande, im Juli. (Privatmitth.) Die erwärmende und hellleuchtende Sonne unserer hochherzigen Regierung sandte ihre Strahlen in alle mittelalterlichen Volksschichten, in deren Gassen und Straßen des ganzen badischen Volkes. Auch die 25,000 jüdischen Seelen wurden als ■p“nn -ca ausgerufen und mit freudigem Danke legten sie auch ihren Schekel ----