Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 27 (1863)
- Issue
- Heft 28 (7.7.1863)
- Date
- 1863-07-07
- Page
- Seite 429 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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423 in Frage stehende Commentar nur handschriftlich, sondern einfach, daß er handschriftlich sich vorfindet. Daß Derossi in seinem historischen Handwörterbuche die Konstantinopler Ausgabe erwähnt, als würde er sie in Parma in Händen gehabt haben, ist unrichtig. Seine textuellen Worte im angeführten Werke (II. 127. ari. Sifra) lauten: E’ slato slumpaio (der Sifra) in Venezia in fol. nel 1545, e col commenlo dell' Arabad o Abraäm den David, in Constanlinopoli, und nichts weiter. Hätte er sie gesehen, hätte er nicht ermangelt auch das Jahr des Druckes anzugeben, oder sie als sine anno zu bezeichnen. Es herrscht daher darüber unter den Bibliographen keine Verwirrung. Wie dem auch sei, und gesetzt auch, daß der Anspruch des wiener Herausgebers auf die angemaßte Priorität in Betreff der Vollständigkeit eine rechtmäßige zu nennen wäre, wie erklärt sich die Aussage des Gloffatoren am Ende seiner Vorrede: „Dieses Buch war noch nie gedruckt" öis*;2 ti? so N5 N777 “lEOrs?! Einerseits steht sie in grellem Widerspruch mit der Behauptung des Vorderblattes, die eine frühere, obwohl unvollständige Ausgabe voraussetzt; andererseits kann er unmöglich von meiner Mittheilung im „Ben Chanania" 1861, No. 12 nichts gewußt haben! H. Dr. und Prediger Adolph Jellinek, dem er für manche diesen Commentar betreffende Notizen in derselben Stelle danksagt, kann ihm nicht eine so wichtige Notiz verschwiegen haben; und daß Hr. Dr. Jellinek jene Mittheilung vollkommen kannte, erhellt aus No. 27 des „Ben Chanania" deffelben Jahres, wo er sich in einer Note gütigst herabließ mich an das Vorhandensein im Drucke der 13. „Middot" mit dem Commentar des Aravad in einem in Livorno 1781 erschienenen Sammelwerke, von welchem auch Hr. Weiß spricht, zu erinnern. Hr. Weiß hat sich also, allem Anscheine nach, über meine Mittheilung absichtlich weggesetzt. Welche Götter fürchtete er zu erzürnen, wenn er meinen Aufsatz im „B. Ch." benutzt hätte? Ein solches unerklärliches Benehmen will ich weder ergründen, noch charakterisiren. Aber Hr. Weiß ist noch weiter gegangen! Er nahm sogar zu einer ungereimten Vermuthung seine Zuflucht, um die unzweideutige Anführung der in Rede stehenden Ausgabe bei Sabtai (in Lille Jescenim) gewiffermaßen zu erklären und bei seinem System verharren zu können. Er gab vor, daß Sabtai nur die, am Ende des „lummatb ^esciarim" gedruckten „Hagaoth Sifra“, die Aravad's Commentar hie und da citiren, im Sinne hatte ('.'.!): ein erbärmlicher Ausweg, da „Tummaih Jesciarim“ in Venedig 1622 und nicht in Konstantinopel erschien, und Sabtai den Commentar selbst und den Druckort deffelben ausdrücklich nennt. Lieber hat er eine nicht unwichtige bibliographische Notiz dem Publikum vorenthalten, fein übrigens in jeder Hinsicht reichlich ausgestattetes Werk mit einer Unwahrheit verunziert, und auf mein Anerbieten Verzicht geleistet, ihm über dieses seltene Druckwerk, von dem, wie Hr. Oppenheim treffend sagt, man bisher keine Spur in einer Bibliothek gefunden hat, und das manche nicht unerhebliche Varianten bietet, jede Auskunft zu geben, als meiner bescheidenen Mittheilung Rechnung zu tragen. Wahrlich ist die Sache für sich nicht der Mühe werth, so viele Worte dabei zu verlieren. Weder der Besitz eines raren, selbst einzigen Buches ist ein so großes Verdienst, das man nicht geschmälert wissen will, noch die Erwähnung meiner unansehnlichen Person in einer Vorrede eines Hrn. Weiß und im Vorworte seiner Gönner ist eine so schmeichelhafte Ehre, ein so wünschenswertheS Glück, deren Weigerung ich nicht sehr leicht verschmerzen könne. Aber durch diese Weigerung wurde das Zeugniß eines Ehrenmannes ohne Grund stillschweigend Lügen gestraft; ich mußte also über kurz oder lang eine Verwahrung dagegen ablegen. Die Recension des Hrn. Oppenheim hat mir dazu die Gelegenheit geboten. Pros. L. della Dorre. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Aus dew Herzogthum Nassau, 23. Juni. (Privatmitth.) Auch in unserm Ländchen, das Ihnen nur selten Berichte bringt, regt sich ein Geist des Fortschritts und giebt sich das Streben nach Verbesserung der Cultusverhältnisse vielseitig kund. — So kann ich Ihnen mit Vergnügen berichten, daß nachdem einige Vorsteher der größeren Gemeinden jüngst zu einer Vorbesprechung in Cultusangelegenheiten zusammentraten und ein Programm entwarfen, daraufhin von denselben eine Versammlung aller Cultusvorsteher des Landes einberufen wurde, um die zunächst auf die Tagesordnung gesetzten Gegenstände einer gründlichen Erörterung zu unterwerfen und der Herzoglichen Landesregierung ihre Wünsche und Vorschläge darzulegen. Diese Versamm-