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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-07-07 · Heft 28 (7.7.1863) · p. Seite 428

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 28 (7.7.1863)
Date
1863-07-07
Page
Seite 428 (sequence 4)
Language
German
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428 Herr Rabbiner Dr. Klein in Glogau, sowie Herr Distritts » Rabbiner Dr. Hirschfeld in Augsburg habe» am zweiten Tage des Schabuothfestes Gedäcbtnißreden auf de» verewigten Rießer gehalten und ihren Gemeinden die Rießer-Stiftung nachdrücklich empfohlen, was, wie aus der obigen Spendenliste zu ersehen, nicht ohne factische Wirkung geblieben. Die Redaktion. Literarischer Wochenbericht. Bonn, im Juni. Angekommen: „Geistliche Gesänge für Synagoge, Schule und Haus. Componirt v. Emil Breslaur. Op. 20. Leipzig, 1863." Wir freuen uns, in diesem Heftchen eine neue und sehr schätzbare Bereicherung der zur musikalischen Läuterung und Hebung unseres Gottesdienstes dienenden Mittel nachdrücklich empfehlen zu können. Wir bekennen offen, daß, um unser Urtheil festzustelleu, wir sachverständigen Freunden das Heft vorlegten, und ihr Urtheil lautete wörtlich: „Diese Lieder sind nicht allein schön, sie sind sehr schön." Es sinden sich darin 8 Gesänge: Adaun aulom, mah tauwu, Nekkadeisch für Vorsänger, Chor und Orgelbegleitung, Lobgesaug (Quartett-Solo), das ist eine deutsche Nachbildung des Anfangs der 8ekemone Esre, „unser Glaube" von Dr. Kleiu (dreistimmig), Trostlied von Hoffmann v. Fallersleben, „O Vater in der Höhe" und Bersöhnungslied von Dr. Philippson. Die Melodien treten überall schön hervor, sind feierlich und erhebend, ohne schleppend zu sein, und können von irgend geübten Sängern leicht ansgeführt werden. Man suhlt es dem Componisten überall ab, daß er vom ftömmsten Streben beseelt war, nicht auf das Wohlgefallen der Menge ausging, sondern den Gedanken des Textes rein und eindrucksvoll wiedergeben wollte, dabei aber bedachte, daß das Lied für die Menge, also einfach, faßlich, verständlich geschrieben sein müsse. Wir können daher den Componisten nur auffordern, auf dem betretenen Wege fortzuschreiten, die Pfleger des Synagogengesanges aber, das Heft zur Hand zu nehmen und seine Brauchbarkeit selbst zu erproben. — Herr Rabbiner Wittelshöfer in Floß schreibt uns: p. 8. In den mmb oder Kalendern von I. K. Büchner (bei Kaufmann in Frankfurt) und Hannöverischen von S. E. Blogg finden sich für den Einjährigen Sidra- Cyclus die Abschnitte "fVn araa» zusammengestellt, was fehlerhaft ist, da dann für den Zwischensabbath von •nsa bv» bis mDO keine Sidra bliebe. Padua, im Juni. Einige Worte über die wahre erste Ausgabe des Commentars Aravad's über Sifra. In seiner Besprechung der neuen Wiener Ausgabe des Sifta mit dem zum ersten Male vollständig gedruckten Commentar des R. Abraham ben David, in No. 15 der diesjährigen „Allgemeine Zeitung des Judeuthums", sagt Herr Rabbiner D. Oppenheim: „2u „jüngster Zeit hat Professor Lelio della Torre „in Padua eine Mittheilung gemacht, daß er im Besitze „der wahrscheinlich im Anfänge des 16. Jahrhunderts in „Konstantinopel besorgten Ausgabe des Sifta nebst dem „Commentar des Rabed fei, daß aber dieselbe nur etwa „ein Sechstel des Textes und des Commentars enthalte." Dieser Bericht ist insofern zu berichtigen, daß ich schon im März 1861, folglich mehr als anderthalb Jahre vor der Erscheinung der wiener Ausgabe, und nicht erst in jüngster Zeit, jene Mittheilung machte, und daß ich nicht gesagt habe, daß ich im Besitze der Konstantinopler Ausgabe bin, die nur etwa ein Sechstel des Textes und des Commentars enthält, sondern, daß ein Bruchstück jener Ausgabe bei mir existirt, das nur etwa ein Sechstel des Textes nebst Commentar enthält. Der Schluß, den er von diesem ungenau angegebenen Umstande ziehen will, daß nämlich die Konstantinopler Ausgabe unvollendet blieb, wahrscheinlich um den Wiener Verleger zu rechtfertigen, ist daher ganz und gar unzulässig. Weil ich nur ein Fragment davon in Händen habe, folgt nicht daraus, daß nur dieses Fragment erschienen sei. Es wäre jedenfalls eine bloße Conjectur, welche die marktschreierische Behauptung des Titelblattes (die erste vollständige Ausgabe) keineswegs berechtigt. Ich lasse aber die Sache sehr gern auf sich beruhen; dem Hrn. Oppenheim will ich nur die Gerechtigkeit widerfahren lassen, daß, sobald er von der obgesagten Mittheilung Kenntniß hatte, der Biedermann seine ftühere Verneinung in No. 42 der vorjährigen „Neuzeit", in No. 47 desselben Blattes zurückzuuehmen eilte. Nun wolle mir der geehrte Recensent einige Bemerkungen gütig erlauben. Azulai hat nie die Existenz der Koustantiuopler Ausgabe in Abrede gestellt; sie war ihm völlig unbekannt: er sagt nicht, wie Herr Oppenheim in der „Neuzeit" ihn ausdrücklich sagen läßt, daß der

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