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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-06-30 · Heft 27 (30.6.1863) · p. Seite 419

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 27 (30.6.1863)
Date
1863-06-30
Page
Seite 419 (sequence 11)
Language
German
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419 „Wir haben — schon unseres Amtes wegen — alle Anstrengungen gemacht, um die Gesinnungen des polnischen Clerus genau kennen zu lernen, und wir besaßen die Mittel zu diesem Zwecke; wir können deshalb auch mit vollständiger Sicherheit bezeugen, daß der größte Theil des CleruS, gleich dem italienischen, heutzutage entschlossene Anhänger des Liberalismus und der Nationalregierung vollständig ergeben ist." Hieraus wendet sich der junge polnische Patriot an alle Israeliten im In- und Auslande, so wie an die Deutschen überhaupt. ö t v a Mastricht, 20. Juni. (Privatmitth.) Gestern traf hier aus der Residenz S'Gravenhage eine telegraphische Depesche ein, daß die zweite Kammer der General- Staaten mit 33 gegen 17 Stimmen den mit der Schweiz geschlossenen Handelstractat verworfen hat, hauptsächlich weil man die Gleichberechtigung der Israeliten in einigen Cantonen ausgeschlossen habe, oder wenigstens, weil von Seiten des Ministeriums nicht energisch genug gegen die inflorante Handelsweise der schweizerischen Regierung protesürt worden. Merkwürdig und eben so eindrucksvoll war die bei dieser Gelegenheit gehaltene Rede des Deputirten vr. Godefroi, stüheren Justizministers. Ein solcher Bericht mag Ihnen, Herr Redacteur, wohl recht willkommen sein, damit durch dessen Veröffentlichung das Ausland und namentlich Preußen neuerdings erfahre, wie unsere holländischen Repräsentanten die Rechte der Juden zu allen Zeiten und unter allen Umständen mit Aufopferung materieller Interessen zu schützen und zu wahren streben. —. Am ersten Tage des Schabuothfestes fand hier in der Synagoge eine schöne Feierlichkeit statt, da eine neue Thorarolle in herrlicher Gewandung von Herrn S. Bloemendal, dem Präsidenten des hiesigen Kirchenrathes und correspondirenden Mitgliede des niederländischen Ober-Consistoriums, geschenkt worden. Herr Ober-Rabbiner vr. Landsberg hielt hierbei eine vortreffliche Predigt. A. Correspond enz. Cöln, 1. Juni 1863. ConfereR| der israel. Lehrer Westphalens und der Rheinprovinz am 27. und 28. Mai. (Schluß.) Nachmittags theilt der Vorsitzende zunächst Geschäftliches in Betreff der Unterstützungskasse mit, die Zahl der beigettetenen Mitglieder, den Bestand der Kasse, wie die Kapitalien angelegt, spricht sich mit großer Anerkennung über die Wirksamkeit des Rendanten aus, bezeichnet die Betheilignng von Seiten der Lehrer als eine verhältnißmäßig geringe, hofft, daß von Letzteren keiner Zurückbleiben möge und beantragt demnach einige Abänderungen am Statut. Nach eingehender Debatte wurden folgende Abänderungen resp. Zusätze beschlossen: ad §. 3. a. Zusatz: Diejenigen Lehrer, welche seit dem Beginne der Berathung der Statuten (1856) ihren Beitritt zur Unterstützungskaffe erklärt, aber bis zur Erlangung der Bestätigung dieser Statuten (15. April 1862) das 45. Lebensjahr überschritten, sollen ebenfalls aufnahmefähig sein. ad §. 7. Wurde der Termin für die Einzahlung bis zum 1. März verlängert. ad tz. 12. Zusatz: Wittwen und Waisen derjenigen Lehrer, die vor Beginn der Auszahlung gestorben sind, erhalten die ihnen zukommende Unterstützung, sobald die Kasse überhaupt Zahlungen leistet. ad §. 14. Werden die Worte „und soll nicht unter dreißig Thaler (30 Thlr.) betragen", gestrichen und wird Patt „postnumerando" „praenumerando" gesetzt. ad §. 29. Bleibt die Wahl der Zeitungen dem Vorstande überlaffen. Hierauf nimmt vr. Phllippson das Wort. In längerer Rede, anknüpfend an seinen Bortrag auf der vor. Conferenz spricht derselbe mit jener Macht deS Ausdrucks, mit jener Fülle der Gedanken, mit jenem ihm eigenen Freimuth über die Frage: Was ist zu thun, wenn die Petition der Lehrer au das Abgeordnetenhaus erfolglos bleibt? 27**

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