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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-06-30 · Heft 27 (30.6.1863) · p. Seite 414

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 27 (30.6.1863)
Date
1863-06-30
Page
Seite 414 (sequence 6)
Language
German
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414 Lcchnmrgsberichl des Instituts Mr Förderung der israelitischen Literatur aus seinem achten Jahre (1. Mai 1862 — 1. Mai 1863.) A. Einnahmen: Einschließlich des Ueberschufses des vorigen Jahres . 5391 ^29H-:6«Z B. Ausgaben: Honorare, Correcturen ii. Subventionen . 1394^20 Jipr. — -Z Verwaltung . . . 530 - — - — - Papier, Druck und Buchbinder . . 2995 - 2 - — - Diverse, nämlich: Porti, Circulaire ff. 135-18- 3- Berseudungskosten . 396 - — - 6 - 5451 Sfy. 10.5^/:9 -Z Deficit . 59^11^7:3-2 Sämmtliche Rechnungen sammt ihren vollständigen Belägen geprüft und sür richtig befunden. Magdeburg, den 10. Juni 1863. Carl Frredeberg. M. S. Kaufmann. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Hamburg, im Juni. (Privatmitth.) Es werden hier schwerlich mehr als 1000 bis 1200 Thlr. für das Rießer'sche Grab-Monument zusammen kommen und vom Auslande ist wohl auch kein großer Zuschuß zu diesem, im strengsten Sinn localen Denkmal zu erwarten. Ohnehin ist das Unternehmen (wie noch mehr der Ankauf des Hauses, in welchem Moses Mendelssohn geboren wurde) nur wenig im jüdischen Geiste gedacht, dem nur die absichtlich hervorgehobene Verborgenheit des Grabes Mosis den wahrsten Ausgangspunkt und Ausdruck geben dürfte, desto acht jüdischer ist die Philippson'sche Idee: Herausgabe der Werke und eine Leib und Geist nährende ewige Stiftung auf Rießer's Manen. Jndeffen: der Geschmack ist verschieden und l'un u'empecde pas l'sutre. Der Vorrath an Exemplaren des hiesigen Tempel- Gebetbuches ist erschöpft und es werden Vorbereitungen zu einer neuen dritten Auflage getroffen, bei welcher das wichtigste Augenmerk ein niedrigerer Preis sein wird. So unheilig das klingt, so ist doch nicht zu läugnen, daß es der größte Fehler war, diesen Preis von Anfang an so hoch zu setzen und zu erhalten, nämlich auf mehr als 1V* Thlr. ohne das deutsche Gesangbuch, welches auch noch 1 Thlr. kostet. Umsonst oder fast umsonst hätte man von Anfang an das Buch ausgeben müssen, dann hätte es Eingang in allen nicht extrem orthodoxen Gemeinden Deutschlands und des Auslands gefunden, während es jetzt außer in Hamburg wenig bekannt geworden ist. Ebenso mtt den Compofitionen der deutschen und hebräischen Gesänge, welche, wenn in Verbindung mit dem Buche in billiger Ausgabe erschienen, zugleich auch das Ueberwuchern der deutsch-polnischen Chasanim - Musik verhindert hätten, die jetzt darauf arbeitet, die ungeheuerlichsten Gebetbuchs- Piecen zu verewigen, und zugleich allen anständigen Haus-Gottesdienst, diesen hochwichtigsten Theil des jüdischen Cultus, unmöglich zu machen. Uebrigens, um einer in diesen Blättern aufgeworfenen Bemerkung aus fast 50jähriger Erfahrung zu begegnen, sind allerdings nur wenige Choralmelodien ansprechend für unser jüdisches, nicht auf passive Empfänglichkeit angewiesenes Publikum; indessen solche Melodien, wie: „Wie leuchtet schön der Morgenstern", „Ein' feste Burg", „Nun danket alle Gott" sind (mit anderen Texten) wohl zu gebrauchen, zumal wenn das Tempo nicht sehr langsam genommen wird. Von religiöser Seite ist gewiß nichts dagegen, denn fast alle Melodien, die seit Jahrhundetten in den deutschen, polnischen und spanischen Synagogen eingeführt, sind ursprünglich profane und kirchliche landesübliche Melodien, ohne daß die alten ächtreligiösen Rabbinen und Vorstände daran Anstoß genommen hatten. Don diesem habe ich Anim Semiroth auf das Don-Juan-Menuett und AI haccol auf „deh prcndi un dolce implesso“ (aus Titus) singen hören und die Andacht der Gemeinde war dabei eher gesteigert als vermindert, obgleich ein sehr großer Theil derselben diese Melodien erst neulich in der Oper gehört hatten. Freilich hörten wir damals auch ohne Aergerniß das jedesmalige Versteigern der Mizwoch mit an, so wie jetzt noch in den meisten Synagogen das eigentliche Gebet (die Schemone Esre) mit allem warmen Herzenserguß aufgesagt, und gleich darauf dieselbe Wort für Wort vom Chasan wiederholt wird, ohne daß die Leute sich be-

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