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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-06-23 · Heft 26 (23.6.1863) · p. Seite 399

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 26 (23.6.1863)
Date
1863-06-23
Page
Seite 399 (sequence 7)
Language
German
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399 ters citirt. Höchstens kann Maimouides Randglossen zu seinem Pentateuch gemacht haben, die sodann als dessen Commentar ansgegebeu werden. Wir finden z. B. in eben diesem Commentare die Worte: rp: 5't sr'rrbi "•nN^ -p prtir1 S „Mein Großvater erklärt folgendermaßen nach traditioneller Mittheilung des Jizchak Giath": welcher letztere doch keinen Commentar geschrieben hat. Wir können nur bedauern, daß der Commentar des Abraham Maimon zu Deutronom. nicht in diesem Manuscripte vorhanden ist, sonst hätte man leicht sehen können, in wessen Namen die betreffende Stelle, die Hr. Rabb. Oppenheim citirt, gebracht wird. Jedenfalls ist es gewiß, daß der Vater Maimonides einen Commentar zum Pentateuch geschrieben hat, und somit kann doch diese Notiz, wenn auch meine Behauptung bestritten werden sollte, von Nutzen sein. Ad. Neubauer. Zeitungsnachrichten. Oesterreichischer Kaiserstaat. Nikolöburg, 1. Juni. (Privatmitth.) Was war Nikolsburg einst und was ist es jetzt! sind die lauten Klagen, welche man allgemein hört, wenn von NikolSburg die Rede ist. Früher, ja früher herrschte ein reges Leben, da waren die Kaufläden gefüllt, da wimmelte es in den Gassen von Menschenschwärmen, da durchkreuzten sich in allen Gassen und Ecken Schaaren von Rabbinats-Candidaten, da ertönte im Beth-Hamidrasch der gewaltige, wetteifernde Pilpul, da gab es noch Reichthum und Wohlstand, — wie contrastirend ist das jetzt aber; die Zahl der Kaufleute ist bedeutend reducirt, und selbst diese geringe Zahl hat um ihre Existenz zu ringen, leer und öde ist es fast in den Gassen, der Reichthum räumt der Armuth immer mehr den Platz ein. — Solche und noch andere Klagen werden gehört. Nichtsdestoweniger hat die Stadt an Jntension nichts verloren, in vielen Beziehungen gar gewonnen. In dem hiesigen Gemeinde- und Schulvorstand herrschte noch die alte Pietät, die stete Rührigkeit und das eifrige Bestreben unter den mährischen Gemeinden nicht zurückzubleiben, sondern, was die Schule betrifft, allen andern mit dem besten Beispiele voranzugehen. Tempel und Schule blühen durch die Munificenz vieler bereits ins bessere Leben hingegangener edlen Männer. Beide haben ihre würdigen Vertreter; ersterer in dem Rabbiner Di-. Feuchtwang, letztere in dem Director Do. Eisler. Um eine Vorstellung von unserm hiesigen Eultus zu erhalten, brauchte man nur z. B. am 2ten Tage des Wochenfestes in eine unserer Hauptsynagogen, die sog. Altschule, zu treten. Die feierliche Stille, der treffliche Ober-Cantor Maß, der ausgezeichnete Chorgesang, die Todtenfeier des Herrn Rabbinen Di*. F., in der er auch ausführlich des Rießer's gedachte und sein Leben und Wirken als deutscher Jude ergreifend schilderte — werden dem Anwesenden einen guten Begriff sowohl von der Pietät als der religiösen Richtung der hiesigen Gemeinde gegeben haben. Auch an der Hauptschule, an welcher Herr Director Do. Eisler, der zugleich Religionsprofessor am Gymnasium und an der Realschule ist, einen täglichen Morgengottesdienst, so wie am Samstag einen Mnssafgottesdienst eingeführt hat, um den religiösen Sinn zu wecken, die Jugend während des Gebetes zu überwachen und den Studenten, die durch das Collegium abgehalten werden, die Synagoge zu besuchen Gelegenheit zu geben ihre Andacht öffentlich zu verrichten, wird jährlich Einmal und zugleich am Sterbetage des Herrn Israel Politzer, welcher unserer Hauptschule mit einem Legat von 3000 fl. bedachte, ein Trauergottesdienst abgehalten. Es macht eine derartige Feier einen mächttgen Eindruck auf das kindliche Gemüth und trägt zur Hebung des Wohlthätigkeitssinnes ungemein viel bei. F—r. Brody, im Juni. (Privatmitth.) Mit tiefster Betrübniß muß jeder Freund des Fortschrittes wahrnehmen, wie sich in diesem Augenblicke eine Spaltung in unserer Gemeinde vorbereitet, die — wo ihr nicht frühzettiz vorgebaut wird — zu unheilbarem Bruche führen muß. Dreißig Jahre lang hat der vor wenigen Tagen verstorbene Kreisrabbiner, Michel Kristiampoller, unserer Gemeinde vorgestanden, und wenn er auch in dieser langen Zeit direct gar wenig für den Fortschritt und die geistige Hebung derselben gethan, wir auch keine von ihm Hervorgerufe ne Institutionen anzuführen wissen, die den spätern Geschlechtern von seinem Wirken Zeugniß geben soll, so müssen wir ihm doch rühmend nachsagen, daß er ttotz des Gährstoffes, den er schon

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