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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-06-16 · Heft 25 (16.6.1863) · p. Seite 383

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 25 (16.6.1863)
Date
1863-06-16
Page
Seite 383 (sequence 7)
Language
German
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383 lung von Auecdoten enthält. Es ist bereits der 12te Jahrgang. — „Jawen Mezula. Schilderung des polnisch-kosakischen Krieges und der Leiden der Juden in Polen wahrend der Jahre 1648—1653. Bericht eines Zeitgenossen. Nach einer von I. Lelewel durchgesehenen französischen Uebersetzung, herausgegeben von I. I. Benjamin II. Zweite, durch einen Anhang vermehrte Auflage. Hannover, 1863." Herr Benjamin ist allerdings nur Herausgeber dieser Schrift, denn Einleitung, Uebersetzung und Noten sind Werk des Herrn Dr. S. Kayserling in Hannover. Das hohe Interesse des Originals ist von den Geschichtskennern anerkannt, und durch die Bemerkungen Lelewel's und die Noten des Herrn K. sehr erhöht. Der bekannte naive Styl der jüdischen Chronisten des Mittelalters verleiht der Schrift für das größere Publikum noch einen eignen Reiz und haucht eine gewisse Wärme aus, die mit dem oft traurigen Inhalt aussöhut. Wir erkennen daher gern das Verdienstliche dieser Schrift an. — Catalog der Bibliothek des sel. Herrn vr. Bernhard Beer in Dresden. Herausgegeben von G. Wolf. Berlin, 1863. Die Bibliothek des verew. Beer, die ihrer Reichhaltigkeit wegen, namentlich an hebräischen Werken, weit bekannt und gerühmt war, ist, wie unsere Leser wissen, zwischen der Leipziger Universitäts-Bibliothek und der des jüdischen Seminars zu Breslau getheilt worden. Um so willkommener ist es, daß Herr vr. Wolf die Gesammtheit derselben der gelehrten Welt übergiebt und es so möglich macht, zu wissen, wo eines dieser Bücher zu finden sei. Er hat selbstverständlich dem Bibliographen und Literaturfteunde damit eine willkommene Gabe bereitet, die durch die angemessene Rubricirung erhöht wird, aber zugleich dem Verstorbenen ein ehrendes Denkmal gesetzt, und seinem Andenken auch von dieser Seite her ein dauerndes Relief geschaffen. In einer ausführlichen Einleitung giebt H. Wolf „einige Notizen über das Leben und Wirken des zu ftüh Dahingeschiedenen und über dessen Bibliothek", die sowohl über den Charakter und die Ansichten Beer's in Beziehung auf Religion, Cultus und Literatur ein sehr Helles Licht werfen, und eine sehr willkommene Ergänzung der Biographie Beer's von vr. Z. Frankel bilden. In der That lernt man Beer aus dieser Skizze erst recht kennen und ehren. Hierin mag Hr. W. den besten Lohn für seine mühsame Arbeit finden. — Zeitungsnachrichten. Deutschland. Aus Mittelfranken, im Mai. (Privatmitth.) Auf die „Berichtigung" der Administration der israel. Waisenanstalt zu Fürth in No. 21 d. Zeitung sieht sich Correspondent veranlaßt, Folgendes zu erklären: Die Administration wird es nicht läugnen können, daß die Aufnahme fremder Waisenkinder nur dann gestattet ist, wenn die vorhandenen Plätze von solchen aus Fütth nicht beansprucht werden; wenn daher gegenwärtig unter 12 Waisen 10 von auswärts sind, so beweist eben dieses nur, daß keine dortigen Bewerber vorhanden sind; würden hingegen die sämmtlichen Vacanzen von einheimischen Waisen beansprucht, so werden wohl kaum diese zurückgewiesen und auswärtige ausgenommen werden können; sodann wird dieselbe aus ihrer eigenen Angabe, daß nämlich 12 Waisen dott sind, die Ueberzcugung schöpfen, daß eine Anstalt, wo nur eine so geringe Anzahl Aufnahme findet, nicht als genügend für das Königreich Bayern erachtet werden kann, zudem dort nur Knaben ausgenommen werden. Es dürste somit die Angabe des Correspondenten in No. 18 nicht als eine solche bezeichnet werden, „die der Wahrheit geradezu widerspricht", im Gegentheile sie ganz der Wahrheit gemäß ist. Schreiber dieses denkt übrigens nicht im Entferntesten daran, der Fürther Waisenanstalt irgendwie nahe zu tteten, oder ihr irgend einen Nachtheil zufügen zu wollen; im Gegentheile ist derselbe bestrebt, soweit sein Einfluß reicht, ihr neue Mitglieder zuzuführen; die Erwähnung derselben geschah nur, um das Bedürfnis einer allgemeinen derartigen Anstalt nachzuweisen und zu deren Begründung aufzufordern, und gewiß wird jeder Unparteiische solches eingestehen! Sollte trotzdem die Sache nicht zu Stande kommen, so wird wohl die Ursache hiefür nicht darin zu suchen sein, weil das Bedürfniß in Abrede gestellt wird, als vielmehr, weil es hierzu entweder an der nöthigen Opferbereitwilligkeit fehlt, oder weil Niemand der Sache sich mit dem nöthigen Ernste annehmen will. Vielleicht gelingt es, die Waisenanstalt zu Fürth so zu gestalten, daß sie dem allgemeinen Bedürfnisse entspricht, und es wäre nur verdienstlich, wenn die Administration daselbst die

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