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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-06-16 · Heft 25 (16.6.1863) · p. Seite 382

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 25 (16.6.1863)
Date
1863-06-16
Page
Seite 382 (sequence 6)
Language
German
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382 trag ist bereits in dieser Zeitung, die beiden Gedichte im „Jüd. Volksblatte" abgedruckt gewesen. Daß wir das schöne Unternehmen auch unsererseits aufs Nachdrücklichste empfehlen, brauchen wir kaum hinzuzufügen. — Bor dem Schlüsse dieses erhalten wir vom Vorstände des obigen Vereins die briefliche Miltheilung, daß, in der Befürchtung, der Besitzer des Geburtshauses Meudelssohn's würde, wenn ihm der obige Aufruf bekannt worden, seine Forderung für das Haus all libitum steigern, der Vorstand vorschußweise den Ankauf des Hauses mit 2600 Thlr. bereits bewirkt habe. Er konnte dies nur, fügeu wir hinzu, in der Voraussetzung, daß diese Summe durch die Beiträge der theilnehmenden Glaubensgenoffen gedeckt werden würde, und mögen daher alle Verehrer Mendelssohu's nicht zögern, diese Voraussetzung des hochachtbaren Vereinsvorstandes als eine richtige zu erweisen. Freilich hatte man meinen sollen, daß die reichen Nachkommen des Philosophen das Geburtshaus ihres großen Ahnen längst und leicht fremdem Besitze hätten entziehen können, und es ihnen auch zugekommen, die Stammgemeivde desselben mit einer Stiftung zu versehen. Allein da jene Erben eines großen Namens es nicht gethan, liegt die Verpflichtung unserer Glaubensgenoffenschast ob. Die Redaction. Die israelitische Sibelanstalt. Wir haben endlich die Befriedigung, dem verehrlichen Publikum auch die Vollendung der ganzen deutschen Bibel auzeigen zu können, so daß auch diese gebunden oder ungebunden, auf gewöhnlichem oder Velinpapier von dem Hauptcommissionair, Buchhändler Herrn Louis Gerschel in Berlin (Oranienburgerstr. 27) stets zu beziehen ist. Wir stellen also dem Publikum die ganze hebräische, die ganze deutsche, die ganze hebräisch-deutsche Bibel, den hebräischen und hebräisch-deutschen Pentateuch mit oder ohne Haphthoroth, und den deutschen Pentateuch zu Gebote. Jetzt gehen wir nunmehr an die Revision aller Platten dieser Bibeln, um möglichst jede Irrung und jeden Mangel noch zu entfernen, und an eine besondere Ausgabe des Pentateuchs (hebräisch und deutsch) mit größeren Typen. Literarischer Wochenbericht. Bonn, 1. Juni. Am 30. April wurde in allen Gotteshäusern von Nordamerika ein vom Präsidenten angeordneter Buß- und Bettag abgehalten. Die vom Rabbiner Hochheimer hierbei in der Oheb-Jsrael-Gemeinde zu Baltimore gehaltene Predigt ist im Druck erschienen und liegt uns vor, und wir haben alle Ursache, auf dieselbe aufmerksam zu machen. Selten spricht sich ein Prediger unserer Zeit in ungekünstelter Weise und in ungeschminktem Freimuth so offen über die Schäden aus, an welchem unser Leben kränkelt. Mit dem Blick auf Hiob 1, 5 setzt der Redner auseinander: „Warum und wozu der Herr solch' schweres Strafgericht über uns verhängt." Nachdem er über die schnöde Habgier, die sittliche Versunkenheit und die moralische Verderbniß in Nordamerika überhaupt gesprochen, wendet er sich zu den dortigen Israeliten, und sagt unter Anderem: „Wie Bielen unter uns kömmt es auch nur in den Sinn, daß sie mit dem Betreten dieses freien Bodens auch noch eine andere Aufgabe übernommen haben, als blos gute Geschäfte zu machen? Wie Viele unter uns denken auch nur an die große Bestimmung, die unserem Stamme ganz besonders in diesem Lande geworden, an unfern Beruf: Träger des großen Gottesgedankens zu sein, den Namen des Einig-Einzigen durch unfern Wandel und unser Leben zu verherrlichen und nach allen Richtungen hin zu verbreiten? Wahrlich, die Verbreitung ihrer Waaren, die Ausbreitung ihres Geschäftes liegt ihnen weit mehr am Herzen! Darauf ist ihr ganzes Augenmerk gerichtet, dahin gehen alle ihre Bestrebungen. Wenn nur das Geschäft seinen regelmäßigen Gang geht, wenn nur der Gewinn von Tag zu Tag sich mehrt, — mag denn das Judenthum nach Außen immer tiefer in der Achtung sinken, nach Junen immer mehr verkümmern und verwahrlosen — was liegt ihnen daran?" Hierauf wendet sich der Redner zur Schilderung der religiösen Verhältnisse in Synagoge und Haus. — Als frühester Sommervogel für das im Herbste beginnende Jahr 5624 kündet sich der „Jllustrirte israelitische Volkskalender" von Jacob Wolf Pascheles in Prag an, der außer dem Kalender, den Jahrmärkten Oesterreichs einen recht guten Rückblick auf das Jahr 1862, das Armengesetz nach talmudischen Principien nach Rabbiner Klemperer, einige belletristische Piecen von Rabbiner Ehrentheil, eine Betrachtung von Schmidl und eine Samm-

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