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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-06-16 · Heft 25 (16.6.1863) · p. Seite 381

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 25 (16.6.1863)
Date
1863-06-16
Page
Seite 381 (sequence 5)
Language
German
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381 kämpfern auf dem Felde des Geistes für die höchsten Güter der Menschheit Monumente errichtet; materielle Monumente aus Erz uuv Stein, geistige Denkzeichen in den Vereinen und Stiftungen zur Verbreitung und Nachahmung der Ideen der Gefeierten. Der Unterzeichnete Verein konnte nicht umhin, diesem Zuge der Zeit zu folgen, er hat zuerst den Mendelsfohncultus durch die alljährliche Gerächtnißfeier des Todestages Moses Mendelssohn's in Deutschland wieder wach gerufen, sodann im Sinne und Geiste des großen jüdischen Denkers die „Mendelssohnsstiftung in Leipzig" angeregt und mitbegründet und ist nun dahin gelangt, auch ein äußeres Zeichen der innigsten Dankbarkeit für jenen edlen Weifen, jenen geistigen Reformator und Befreier des Judeuthums in Deutschland zu schaffen. Die baldige Ausführung der zuerst erfaßten Idee: am Geburtshause Mendelssohn's in Dessau eine Gedenktafel zu errichten, die in Angriff genommen wurde, ist Dank der großherzigen, freigebigen Unterstützung eines Verehrers Mendelssohn's als gesichert zu betrachten. Es gilt jedoch nicht der Verehrung eines Einzelnen oder eines kleinen Vereines Ausdruck zu geben; ihm, der nicht nur dem deutschen Iudenthume eine freie Geistesbahn eröffnet hatte, denselben eine deutsche Sprache, ein Vaterland wiedergegeben, der den Israeliten unter allen Völkern und Zonen geistiges Licht und Leben gespendet hat und noch bis in unseren Tagen spendet; ihm, desien hingehende Thätigkeit, rastlose Wirksamkeit der ganzen großen Menschheit galt, dem „deutschen Sokrates", dem edlen Freunde Lessing's muß ein Erinnerungszeichen geschaffen werden, würdig der dankbaren Huldigung des ganzen jüdischen Glaubensstammes, ja der Gebildeten und Edeldenkenden aller Nationen jeden Glaubens. Indem wir die bei unserer letzten Mendelssohnsfeier zum Vortrage gekommenen trefflichen Reden und Gedichte *) von den Herren vr. Formstecher, Philippson, Kompert und Nappaport veröffentlichen, glauben wir dem Publikum eine willkommene Gabe zu bieten und wollen durch den Erlös den ersten „Fond zum Ankauf des Geburtshauses Moses Meudelssohn's in Dessau" bilden. Wir glauben auf die allgemeinste regste Be- *) Das früher zum Besten der Mendelssohns-Stiftung veröffentlichte Gedicht „Am Todestage Moses Mendelssohn's" von Dr. Rappaport und die „Gedächtnißrede" von vr. A. M. Goldschmidt sind durch Unterzeichneten Borstand noch zu beziehen. theilignng und Unterstützung rechnen zu können, wenn wir hierdurch dazu auregen und aufsordern, die Geburtsstätte Mendelssohn's zum Gemeingute Aller zu machen, die ein warmes Herz haben für Bildung, Freiheit, Gesittung und Humanität, jene geheiligte Stätte für alle Zeiten vor Entweihung und Entwürdigung zu schützen. Um auch weniger Bemittelten die Betheiligung zu ermöglichen, haben wir den Preis für ein Exemplar nur auf 10 Ngr. bestimmt, zweifeln jedoch nicht, daß uns große und reichliche Gaben in den Stand setzen werden, baldmöglichst zum Ankauf des Hauses schreiten zu können. An alle verehrlichen Gemeindevorstände, Bereinsvorstände, Prediger, Rabbinen, Gelehrte, ja an alle Gebildeten, die sich dazu berufen und befähigt glauben, ergeht die Bitte für größtmögliche Verbreitung und Einträglichkeit dieses Schriftchens, oder anderweitige kräftige Förderung unseres Planes eifrigft thätig zu sein, sich zu diesem Behufe, wenn nöthig, als Local- und Zweig- Comitüs zu constituiren und als solche sich mit uns in Verbindung zu setzen. In einer später einzuberufendea Deputirten- Versammlung dieser Comit6s wird über die eingegangenea Beiträge Rechnung erstattet und ferner über eine allgemeine würdige Feier bei Uebernahme des Hauses, über Verwendung desselben zu einem Wohlthätigkeits- oder Bildungszwecke, über die Personen oder Corporationen, auf deren Namen das Haus übertragen werden soll u. s. w., berathen und beschlossen werden. So möge denn unser Ruf ein lautes Echo in allen Herzen sinden, möge jeder sich beeilen, nach seinen Kräften sein Schärflein beizutragen, daß recht bald jene durch die Geburt eines der Edelsten geweihete Stätte zum Gemeingute Aller erworben werde, als ewiges Dankeszeichen des gesammten Iudeuthumes, des ganzen deutschen Volkes, ja der ganzen Menschheit, für den Juden, den Deutschen, den Weisen, den Menschen Moses Mendelssohn. Leipzig, im Mai 1863. Der Vorstand des Vereins zur Förderung geistiger Interessen im Iudenthume. Das in diesem Aufruf erwähnte Schriftchen enthält einen Vortrag des l)r. Formstecher „Moses Mendelssohn ein Philosoph auf dem Gebiete des Iudenthums", einen zweiten von Dr. Ludwig Philippson „M. M. der Reformator des Iudenthums" und zwei Gedichte von Di-. M. Rappaport und Do. Leopold Kompert. Der zweite Vor-

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