Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 27 (1863)
- Issue
- Heft 25 (16.6.1863)
- Date
- 1863-06-16
- Page
- Seite 380 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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380 Stellung seiner Glaubensgenossen im Staate. Er zeigte ferner, wie Rießer, ein würdiger Sohn seiner Zeit, den Ideen für gesetzliche Freiheit und Gleichheit, welche schon mit dem Schluffe des vorigen Jahrhunderts nach einer Verwirklichung rangen, einen klaren, überzeugenden Ausdruck verlieh und für sie die Anerkennung aller besser Gesinnten zu gewinnen wußte. Nach einem auf diese Rede gefolgten, schön ausgeführten Solo-Quartett-Gesänge hielt Herr Dr. Formstecher als Mitglied des Gesellschafts-Vorstandes einen längeren Vortrag. In demselben entwarf der Redner eine kurze Skizze vom Lebensbilds des gefeierten Verblichenen und erwiderte dann die beiden Fragen: Was hat Rießer erstrebt und was hat er erzielt? durch die Auseinandersetzung des Unterschiedes zwischen dem Naturstaate, in welchem nur die Kraft des Stärkern herrscht, und dem Bernunftstaate, in welchem nur die sittliche Gerechtigkeit den Zepter führt. Nur einem solchen Veruunststaate konnte Rießer sowohl als Bertheidiger seiner Glaubensgenossen, wie als Mitglied der deutschen Reichsversammlung seine Anerkennung zollen; nur ein solcher Vernuuftstaat entspricht, nach Rießer's Behauptung, dem Entwickelungsgange der Menschheit und von einem solchen Staate kann ein ungeschmälertes, gleiches Recht für alle seine Glieder verlangt werden. Was Rießer verlangte, war nur, daß der Staat das Recht gewähre, welches er zu schützen habe, und was er durch sein diesem Streben geweihtes Leben erlangte, war zwar nicht die Verwirklichung dieser Idee, aber doch die Anerkennung der Rechtmäßigkeit seiner Forderung und die stets steigende Selbstachtung seiner Glaubensgenossen. Nach Entwickelung dieser Rießer'schen Begriffe brachte der Redner dem Geiste des Verblichenen seine Huldigung dar und als er von dem ausgestellten Bildnisse deS Heimgegangenen dev schwarzen Schleier hinwegzog und es mit Immortellen bekränzte, entrollte bei der feierlichen Stille manche Thrane den ernsten Manneraugen. Es wurde dann von Herrn Roth ein Brief vorgeleseu, welchen Rießer dieser Gesellschaft „Eintracht" im Jahre 1847 zusandte und nachdem ein Feiergedicht von Herrn Kuopfmacher vorgetragen worden war, schloß ein Chorgesang die ernsten Stunden. Ehre dem Verblichenen! Ehre aber auch der Gesellschaft, welche seine Verdienste zu würdigen weiß! Fortsetzung der Spenden-Liste zur Riester - Stiftung. 47) M. Reith in Schwerfen; 1 Thlr. 48) Mich. Badt das. 1 Thlr. 49) Lehrer Pnlvermann in Poln.-Crone 1 Thlr. 50) B. Lehmann suo. das. 1 Thlr. 51) M. Ascher in Naugard 2 Thlr. 52) Dr. Kayserling in Endingen 5 Frcs. ---- 1 Thlr. 10 Sgr. 53) Dan. Guggenheim in Baden (Schweiz) 5 Frcs. — 1 Thlr. 10 Sgr. 54—74) Durch den Vorstand des Vereins zur Förderung geistiger Interessen im Judenthume. Von einer Anzahl Mitglieder des Vereins als von Herren Schaye Fränkel IO Thlr. A. L. Heilpern 4 Thlr. Js. Wittner 3 Thlr. B. Sandbank 3 Thlr. F. Horowitz 3 Thlr. Joach. S. Horowitz 3 Thlr. Abr. Trachteuberg 5 Thlr. N. Händler 4 Thlr. I. M. Frankel 5 Thlr. M. I. London 2 Thlr. S. Löwengard 3 Thlr. M. Schiller 2 Thlr. M. Epstein 3 Thlr. L. Brüg 2 Thlr. Herm. Bodek 3 Thlr. Moritz Sommer 2 Thlr. Sam. A. Byck 3 Thlr. Ferner von den Herren A. Halberstamm 3 Thlr. Julius N. Frankel 5 Thlr. Os. M. Finkelstein 3 Thlr. S. Finkelstein 3 Thlr. — Zusammen 74 Thlr. — 75—83) Durch Dr. Klein in Goldberg gesammelt: Dr. K. 1 Thlr. P. Wolff 32 Schill. H. G. Heynssen 32 Schill. I. Bernhard 32 Schill. H. Freudenfels 1 Thlr. I. Hertz 16 Schill. M. Friedheim 16 Schill. S. Bernhard 1 Thlr. A. Fälk 8 Schill. — Zusammen 5 Thlr. 25 Sgr. — Summa 373 Thlr. 24 Sgr. 4 Pf. Die Redaktion. Aufruf MN Ankauf des Geburtshauses Moses Mendelssohn's )u Dessau. Unter dieser Ueberschrift kommt uns folgender Aufruf zu mit dem Ansuchen, ihn in der Allg. Zeitg. des Judenth. mitzuheilen, was wir mit Vergnügen thun: „Die verallgemeinerte Bildung, der fortgeschrittene Zeitgeist hat in unfern Tagen den Sinn der liebevollen Verehrung und Dankbarkeit für die Geistesheroen im Volke geweckt, und dieses hat seinen großen Denkern, seinen begeisterten Dichtern, seinen heldenmüthigen Vor-