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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-06-02 · Heft 23 (2.6.1863) · p. Seite 353

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 23 (2.6.1863)
Date
1863-06-02
Page
Seite 353 (sequence 9)
Language
German
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353 Anstellung eines Comitats-Rabbinen abkommen muß. — Am Schlüsse unseres Artikels kömmt uns die No. 19 der Allgemeinen Zeitung des Judenthums zu, in welcher wir einer Erklärung Sr. Hochwohlgeboren des Obergespan n-Stellvertreters v. Kapy in Folge unserer Notiz über das Gebahren des Dr. M. bei der Pesther Borstandsfrage begegnen. In Anbetracht des Umstandes, daß in den königl. Freistädten der Obergespann resp. Obergespann-Stellvertreter mit den städtischen Angelegenheiten, somit auch mit denen der israel. Gemeinde sich nicht zu befassen hat, in fernerer Erwägung, daß wir wohl von einem königl. Commissär, niemals aber von einem Obergespann-Stellvertreter in unserer Privatmittheilung vom 15. April d. I. sprachen, selbstverständlich sich aber Herr Di*. M. in Angelegenheit der Gemeinde nicht an den Obergespann-Stellvertreter, wohl aber an eine in dieser Angelegenheit competente Behörde resp. königl. Commifsär wenden konnte; so wollen Ew. Hochwürden im Interesse Ihrer Unparteilichkeit und aus Hochachtung gegen den in unserer Hauptstadt allgemein verehrten Obergespann-Stellvertreter Herrn v. Kapy die Berichtigung aufnehmen, daß wir unsere Behauptung, wonach sich Herr Di*. M., wenn auch nicht im November 1861, wohl aber später an den damals fungirenden königl. Commissär in Angelegenheit des Borstandes der Israeliten-Gemeinde Pesths wandte, aufrecht erhalten, wenn wir auch zu unserem Bedauern und Leidwesen gerne zugestehen, daß sich hier ein Druck- resp. Schreibfehler, somit eine Namensverwechslung eingeschlichen hat und auf diese Weise Herrn Dr. M. so die günstigste Gelegenheit ward, sein Derhältniß zum abgetretenen, rühmlichst bekannten Vorsteher Dr. Hirschler dem Auslande gegenüber im rosigsten Lichte zu malen. 2. Frankreich. Bergheim (Oberrhein), im Mai. (Farn, de Jac.) Mehrere amerikanische Journale haben über den Tod des Herrn Netter Gabriel berichtet, der aus Bergheim gebürüg, 26 Jahre all, Oberst des 38. Cavallerie- Regiments der Freiwilligen von Kentucky war. Dieser bedeutende Officier hatte als einfacher Volontär in den Dienst der Nordstaaten eingetreten, alle Grade au s dem Schlachtfelde erlangt, und es war im letztverflossenen Monat October, daß er zu Owensborn in einem Treffen mit den Guerillas des Südens getödtet wurde. Nachdem seine Leiche nach Evansville gebracht worden, war seine Bestattung eine jener großen Demonstrationen, welche die Armee gegen alle Culte übt. Die ganze Local-Miliz, mit zwei Musikbanden an der Spitze, begleitete den gefallenen Helden zur Ruhestätte. Die Divisionsgenerale, umgeben von einem glänzenden Stabe, -olgten dem Leichenzuge in offenen Wagen. Artilleriesalven wurden aus der Batterie Siegel abgeseuert. Die ganze Stadt in Trauer bedauerte den vorzeitigen Tod des braven Soldaten, der so lobenswerthe Anstrengungen gemacht, um seinen Namen in den Tempel des Ruhmes zu verzeichnen. Dieser junge ausgezeichnete Officier, dessen Ueberreste aus dem israelitischen Kirchhofe zu Evansville ruhen, wo seine Grabstätte eine historische Bedeutung erlangen wird, gehörte einer Familie zu Bergheim an, die er fortwährend durch seine Ersparniffe erhielt. Italien. Aus Oberitalien, 17. Mai. (Privatmitth.) Der Aufruf des israelitischen Gemeinderathes von Ancona an die Schwestergemeinden Italiens, sich zu einem gemeinsamen Schritte bei der königl. Regierung zu verständigen, um vom Staate Unterstützung für israel. Cultus und israel. Religionsschule zu erlangen, ist nicht aus unfruchtbarem Boden gefallen. Der „Educatore Israelita“ öffnete sein Blatt zur wechselseitigen Besprechung des Gegenstandes, und der Effolg hievon war das Zustandekommen einer Versammlung von Abgeordneten von sämmtlichen nur etwas bedeutenden israel. Gemeinden Italiens zur Besprechung mehrerer Punkte, wie Sie dieselben in No. 21 Ihres Blattes mitge- Iheilt haben. Diese Zusammenkunft begann am 12. l. Mts. in Ferrara. Der dortige israel. Gemeinderath hat, wie mir ein bereits heimgekehrter Abgeordneter erzählte, der Versammlung einen glänzenden und feierlichen Empfang bereitet. Piemont, Parma, Modena und Toscana sandten eine bedeutende Anzahl von Repräsentanten, auch ein Theil des lombardischen Judenthums war vertreten, nicht so das der Hauptstadt, wo es wohl viele wackere Israeliten, aber noch keine Gemeinde giebt. Einzelne Gemeinden, die den Congreß nicht beschickten, ließen beipflichtende Zuschriften an 23

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