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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-05-26 · Heft 22 (26.5.1863) · p. Seite 335

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 22 (26.5.1863)
Date
1863-05-26
Page
Seite 335 (sequence 7)
Language
German
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335 Zeugnisse die Freunde der jüdischen Literatur aufmerksam zu machen. Vielleicht gelingt es gar einige Spuren dieses leider verloren gegangenen Werkes, wovon uns blos ein einziges zur Charakteristik Maimuni's besonders wichtige Excerpt bekannt ist, aufzufinden. — Es war uns immer ausfallend, daß ein so fruchtbarer Schriftsteller wie Maimuni, der das ganze Gebiet der jüdischen Theologie und Philosophie mit seinem eminenten Geiste beherrschte, und nebst seinem berühmten Mischna-Commentare mehrere Talmudtractate commentirte und überdies eigenhändig ein Sefer-Thora nach der berühmten, massoretischeu Handschrift des Ben Ascher abschrieb, nicht auch einen fortlaufenden, vollständigen Pentateuch- oder Bibelcommentar verfaßt haben soll. — Bechai b. Ascher, Kad Hakemach, Art. Suika, berichtet nun wirklich, daß Maimuni einen Thora-Commentar geschrieben und indem er eine Stelle, die ihm blos mündlich mitgetheilt wurde, daraus mittheilt, bedauert er es zugleich, daß dieses Kleinod bisher noch nicht in Spanien verbreitet und bekannt ist. mstan nrr “iaar 'im i:b mb:am rrnnaan nbrn aan an irTiba« ^b ana*a rvnnan tnb5:a mxrn mc?n “pa *naa: arb crra nns aara avnn -iwiba mcab abia aa ■?:,>:ar! i:b mbarm awaar "'s nnom nyT'ai - nbrra ■piorb ■c-'br baia anaw b"r a'ara awa Tirao “ja nbi:n *,a aaanb i:b ira*b arb *>a ia id^ar arb baar, ib-a wainn cvr^a •nbaan nia^ara Nach der Ansicht des M. haben die Gebote der Schrift einen erhabenen, liefen Sinn, der aber nicht leicht zu ergründen ist, und meist für den Menschen ein göttliches Geheimniß bleibt. Daher wenn wir gleich hie und da das Geheimniß derselben entdeckt zu haben glauben, so dürfen wir uns keineswegs von der Beobachtung derselben dispensiren, „denn das Verborgene ist des Ewigen unseres Gottes, aber das Offenbare (der Gebote) ist unser und unserer Kinder bis auf ewig, um auszuüben alle Worte dieser Lehre". 5. B. M. 29. 28. Diese Stelle citirt auch Bechai in seinem Thora-Commentar l. c. im Namen des Maimuni: mariain n? p-ioa srrsa b"T aaaata caa ■’nratn msran ■’arai cnnorra rmnrs mns “laar : bai ia*ro nr’va in:« yca aas np*< aao an a»b nbsan “jaa iaa-> bs iaas: anora napsn mxran rrra 5?:anb ib -^ar ■’asia ^:aa msnta rray arbw linsen, aiaia naatra r-.rn '■'sm n:b mbi:n •nrra •rrsnsri ■p::o id''« baa* Wir haben also hier ein ausdrückliches Zeugniß von dem Vorhandensein eines Maimuni'schen Pentateuch-Commeutars, das gewiß die höchste Beachtung verdient. Allein an sich schon ist diese Stelle sehr lehrreich, da sie die Geistesverwandtschaft des Maimuni mit Philo in wahrhaft auffallender Weise kund thut. Freilich kann man auf Mamuni, als Aristoteliker, den Spruch nicht anwenden: PInlo plalonizat, IMalo philonizat; aber dennoch fehlt es nicht an Berührungspunkten, wo die beiden großen, durch mehr als ein Jahrtausend getrennten Denker sich begegnen. Herr vr. Z. Frankel hat, palästinische und alexandrinische Schriftforschung, den Standpunkt Philo's mit besonderer Klarheit gezeichnet, und wir wollen nur als Parallele eine Stelle aus Philo citiren, die sich durch eine auffallende Aehnlichkeit mit der Idee des Maimuni auszeichnet. „Es giebt Menschen, welche sich berechtigt glauben, die Uebung der Religionsgebräuche zu unrerlassen, weil sie erkannt haben, daß dieselben oft nur eine sinnbildliche Beziehung auf übersinnliche Dinge haben. Wir können dies nicht billigen. Beides ist vielmehr Pflicht: die Erkenntniß der hohen Religionswahrheiten und die Ausübung der äußeren Gebräuche, welche jene Wahrheiten den Sinnen darstellen. Kann ja der Mensch weder einsam außerhalb der Gesellschaft leben, noch ist er ein rein geistiges, des Körpers entkleidetes Wesen, um das Praktische hintanzusetzen und sich ausschließlich der geistigen Betrachtung hingeben zu können. Unsere Lehre fordert uns dringend auf, die Vollziehung der Ceremonialgebote nicht zu vernachlässigen und von den Verordnungen, die uns unsere Väter überliefert haben, nicht abzuweichen. Wenn wir auch wissen, daß der Sabbath nur bestimmt ist, uns an des Schöpfers Allmacht zu erinnern, dürfen wir deswegen an diesem Tage nicht Feuer anzünden, oder das Feld bearbeiten rc. Der Sinn der Ceremonien verhält sich zu ihrer Beobachtung, wie die Seele zum Körper. Wie wir den Körper zu erhalten bemüht sind, weil er der Wohnort der Seele ist, so müssen wir auch die Ceremonien ehren, um dadurch den innern Sinn und Geist zu bewahren:c." — Ebenso spricht sich Philo an einem Orte aus: „Wollen wir also (weil wir den geistigen, allegorischen Sinn des Sabbaths kennen) am Sabbath mit Feuer umgehen, die Erde bebauen, Lasten tragen, vor Gericht laden und Recht sprechen, Schulden eintreiben und überhaupt alles Werktägige verrichten? Sollen wir, weil die Festzeiten ein Sinnbild des Seelenfriedens und des Dankgefühls gegen Gott bedeuten, die festliche Weihe verwerfen? Oder weil wir die

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