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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-04-28 · Heft 18 (28.4.1863) · p. Seite 273

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 18 (28.4.1863)
Date
1863-04-28
Page
Seite 273 (sequence 5)
Language
German
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278 wie sich ebenfalls von selbst versteht, so soll durch sie vornehmlich eine Belehrung der „europäischen Juden" über orientalisch.jüdische Zustände bezweckt werden. Wir sollen in dem Blatte das finden, was uns weder durch politische Zeitungen noch durch wiffenschaftliche Journale, weder durch bezahlte Correspondenten noch durch Touristen geboten werde, nämlich: „die reine, durch Nichts getrübte Quelle". — Kein Blatt mehr ohne literarische Beilage. Auch „Halbanon" soll eine solche haben, -1327N 2122 ihr Namen und die Berössentlichung von mir, -ann, von Gelehrten des heiligen Landes geistig producirt, ihre Bestimmung sein. — Die, dem Referenten vorliegende Nummer 1, vom 3'2-inn n-'ii nn datirt, enthält im Hauptblatte 3 Artikel, von denen der erste dVcti'1 2iVi2, der andere -,nrn “123? und der dritte in:-;*) überschrieben ist. — Art. 1. gedenlt zuvörderst der vielen und gründlichen Nachforschungen, welche man europäischerseits in neuerer und neuester Zeit über die Lage der jüdischen Bewohner Palästinas angestellt, und wie Alles, was erforscht und ermittelt worden, zu der Ueberzeugung geführt habe, daß für die palästinensischen Juden wirklich nichts Besseres wäre, als wenn europäische Cultur unter ihnen verbreitet, d. h. europäische Arbeit und Beschäftigung ihnen zur Lebensaufgabe gemacht würde. Dieser Ansicht stände aber in Palästina die zahlreiche stabil-orthodoxe — d. i. vom Geiste der Neuzeit (711217171 r.y rvnj noch gar nicht angehauchte — Partei sehr schroff gegenüber, wähnend und behauptend, was die Juden Europa's beschäftige und ernähre, könne Denen des heiligen Landes nicht zugemuthet werden, welche nur dazu da seien, um ihr Leben ausschließlich dem Studium des Gesetzes und der Uebung frommer Werke zu weihen und-— von Andern sich ernähren zu lassen. Die sogenannte aufgeklärte Partei, bei weitem geringer als jene, dächte und spräche nur anders, hätte aber noch nicht durch die That bewiesen, daß sie dem Geiste der Zeit Rechnung tragen wolle. — Man müsse, meint Berf., längere Zeit — mindestens ein Triennium — im h. Lande gelebt haben, um dessen Verhältnisse richtig beurtheilen zu können. Die erste gewon¬ *) Die Comment. erklären das mn in Esilier I. 1 meist mit „Indien", während hier unter wir: nur „Arabien" verstanden ist, was indessen im Laufe der Correspondenz auch dann und wann y:T "is* genannt wird. nene Ueberzeugung würde die sein, daß es dennoch sehr Viele gäbe, die sich dem Handel, dem Ackerbau und andern Gewerben ganz bereitwillig sich unterziehen möchten. — Was zu thun sei für die Armen und Dürftigen im heiligen Lande, und wodurch den alldort herrschenden Mängeln und Gebrechen am gründlichsten abzuhelfen, — das zu zeigen, habe das neue Blatt zu seiner ersten und wichtigsten Aufgabe sich gemacht. Vor Allem indeß müßten wir Europäer die eigenthümlichen Witterungsverhaltnisse des h. L. kennen lernen, und diese sind es eben, womit des qu. Artikels letzter Theil sich beschäftigt. Hier erfahren wir, wie alldort der Regen fast nie zur rechten Zeit einträte,*) wie sehr oft Cheschwan und Kislew, Tebeth und auch Sch'wat vergingen, ehe nur ein Tropfen vom Himmel siele, und wie alsdann Beten, Fasten :c. angeordnel und dies so lange fortgesetzt würde, bis endlich Gott seiner Kinder sich erbarmte und Gnade walten ließe. So sei es in vielen vergangenen Jahren gewesen. Im lctztverstofsenen Jahre jedoch (5622) habe es allerdings Regen gegeben, aber unzeitigen und so übermäßig starken, daß durch ihn an Gebäuden :c. gar furchtbare Verwüstungen angerichtet worden seien. Manches Haus sei völlig eingestürzt. Wie aber ein Hauseinsturz in Jerusalem noch niemals eincnMenschen getödtet habe,**) so fei auch diesmal Alles ohne weitere üble Folgen abgelaufen. — Im gegenwärtigen Jahre (5623) sei — eine höchst seltene Naturerscheinung — der Regen, in Hinsicht sowohl der Zeit als auch der Menge, ganz nach Wunsch gekommen, so daß man schon am verwichenen 15 Sch'wat (mr’rsr in"-;) die Auen in Grün gekleidet, die Bäume mit Laub geschmückt gesehen habe und fröhlichen Herzens einer guten Erndte entgegenhoffen könne. — Art. II. läßt, aus dem südl. Peraa (Geb. Ruben's, *) Die Gotteösprüchc also, wie Lev. 26. 4, Deut. 11. 15, ibiil. 28. 12 eie., welche sämmtlich für Israel in Kanaan den Regen „zur rechten Zeit" (iri3?2) ankündigen, — was sind sie anders als wahre Segensverheißungcn, das Versprechen ausdrückend, daß Gott zu Gunsten seines Volkes, wenn dies gehorsam sich bewiese, die Natur des Landes ändern, d. h. Das geben werde, was naturgemäß nicht kommen könnte, — um zur Wahrheit zu machen, was Dem. 11. 12 aus-! gesprochen: n*i -:c~ rrd-r: m "-n'rrr ti rr | n:chn rnns. { **) 2ni2in2 rrv sei dort ein tradi- J tioneller Glauben, der namentlich auch in dem alj ten Weile .iianren ns eine Stütze finde.

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